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Nissan GT-R Premium Edition - im Test

Fahren & Tanken

Ein Feuerwerk an Sinneseindrücken explodiert geradezu in den Köpfen der Insassen, wenn der allradgetriebene GT-R losgelöst von sämtlichen irdischen Regeln losprescht und den Asphalt unter seiner Dunlop-20“-Spezialmischung zu fressen scheint.

Der 3,8 Liter große Biturbo-V6-Zylinder scheint den Nissan mit seinen 485 PS bei 6.000 U/min jeden Moment in die Erdatmosphäre katapultieren zu wollen. 588 Nm von 3.200 bis 5.800 U/min sorgen dafür, dass die Nackenmuskulatur der Mitfahrer spätestens nach einer Woche aussieht wie die eines spanischen Kampfstiers.

3,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 310 km/h Spitze, Schaltzeiten im niedrigen Millisekundenbereich und eine Drehfreude, wie sie sonst nur Formelmotoren an den Tag legen, machen jede Fahrt zum Bäcker zum Grand-Prix.

Beeindruckend ist nicht nur der trompetende Sound, der bei vollem Ladedruck von infernalischem Fauchen noch übertönt wird, sondern auch die perfekte Balance aus Alltagstauglichkeit und purem Rennsport. Bereits beim Kaltstart fällt das Aggregat in einen sauberen Leerlauf, zickt niemals bei Gasannahme oder abruptem Lastwechsel.

Etwas mehr nach Kompromisslosigkeit hört und fühlt sich das 6-Gang-Transaxle Doppelkupplungsgetriebe an: Mit dem Motor durch eine Kohlefaser-Kardanwelle verbunden, macht es bereits im Stand durch deutlich hörbares Klackern und Scheppern auf sich aufmerksam.

Die Schaltvorgänge im automatischen Stop&Go-Betrieb sind nicht immer von der sanften und geräuscharmen Sorte. Im manuellen bzw. im R-Modus präsentiert sich der Schaltapparat aber von seiner besten Seiten: Ruck- und verzögerungsfrei werden per Wippe die Gänge im Akkord geliefert.

Der Launch-Control Modus wurde von Nissan nach einigen (durch übertriebenen Gebrauch entstandenen) Getriebeschäden wieder weggelassen. Beim Ampelduell muss man sich nunmehr zwar auch nicht fürchten, eine kleine Verzögerung direkt nach dem Anfahren ist jedoch zu spüren.

Den Zenit der technischen Entwicklung haben die Japaner bei Fahrwerk und Allradantrieb erreicht. Es gibt auf dem Markt weltweit kein anderes Fahrzeug, das in einer so beeindruckenden, ja beinahe perfiden Einfachheit in jeder Situation unglaublich schnell und kontrollierbar ist.

Die Playstation-Programmierer haben wohl die physikalischen Grundgesetze deaktiviert. Die Lenkung scheint mit dem Zentralnervensystem des Fahrers verwachsen zu sein, bietet perfekte Rückmeldung und extreme Direktheit. Das hohe Eigengewicht von 1.820 kg wirkt wie weggezaubert.

Kurven jedweden Radius, bei jeder Geschwindigkeit, unter allen Bedingungen (naja, Regen mögen die Semislicks nicht so sehr) werden neutral und spurtreu durchfahren. Prinzip Fire&Forget. Den Rest regelt unmerklich die Elektronik.

Die riesige Brembo-Bremsanlage liefert Verzögerungswerte erster Güte und ist komplett frei von Fading.

Schönen Gruß an dieser Stelle an jenen Autofahrer, der eine Stopp-Tafel nicht ernst nahm und uns kurz darauf in Erwartung eines Crashs mit großen Augen ansah. Dank der Brembo-Stopper, den griffigen Dunlops und der unglaublichen Reaktion des Fahrers ;-) ist die Sache noch einmal gut gegangen...

Negativ beeindruckend: Unter 15,8 Liter war der Testverbrauch nicht zu bringen. Vollgaskünstler werden auch Werte um die 19 Liter spielend erreichen. Und das Tanken funktioniert im Gegensatz zur Playstation nur nach Einwurf barer Münze.

Resümee und Testurteil finden Sie hier



Weitere Testdetails:

Einleitung

Innenraum

Testurteil

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