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Renault Mégane Coupé TCe 180 – im Test

Fahren & Tanken

Das Fahrerlebnis ist an einem günstigen Schnittpunkt von Komfort und Sport angesiedelt. Der Motor liefert die Art von Leistung, die man sich der Papierform nach erwartet. Antrittsstark und mit gleichmäßigem Durchzug in höchste Höhen bewegt er den 1,3 Tonnen schweren Renault easy bis übermütig vorwärts.

Das manuelle Sechsganggetriebe erweist sich als teamdienlich und fällt ansonsten nicht weiter auf. Keineswegs orthopädisch heikel, aber straff genug agiert das Fahrwerk. Mit der Motorleistung kommt es gut zurecht, in punkto Traktion war der Antrieb nie überfordert.

Mit 4,3 Metern Außenlänge ist der Mégane von Haus aus ein übersichtliches Auto, sollte man zumindest meinen. In der Praxis waren wir für die im Testwagen eingebauten Parkpiloten, speziell das Exemplar am Heck des Wagens, dankbar, denn die pralle Form der Hinterhand macht das Coupé unübersichtlich. Die spitz zulaufenden Seitenscheiben leisten dazu ihren Beitrag.

Dies war der einzige Praxis-Ausrutscher des Wagens, der es ansonsten in Beherrschbarkeit und Alltagstauglichkeit seinen weniger sportlich gesonnenen Mégane-Geschwistern gleich tut. Sehr stark hebt er sich aber auch nicht von ihnen ab, zumindest wenn wir nach unserem subjektiven Fahreindrück gehen.

Ja, da ist Leistung im Überfluss, der Antrieb ist der Star der Veranstaltung. Das Fahrwerk tut willig mit und zeigt sich kompetent, aber zum echten Sportauto fehlt doch noch die letzte Konsequenz – dafür ist aber auch Renault Sport zuständig.

Was wiederum die Komfort-Bilanz verbessert: Wem mehr nach Stille und seelischem Gleichklang zumute ist, der erfreut sich am passablen Drehmoment bei niedrigen Touren; auch lässiges Cruisen ohne Drama ist locker drinnen. Die leichtgängige Servolenkung verstärkt noch diesen luftigen Eindruck.

Umso vergnüglicher ist dann der schwere Tritt aufs Forte-Pedal und das tiefe Einatmen des Turbo-Vierzylinders. Die Höchstgeschwindigkeit liegt, falls Sie es (bitte nur außerhalb des Bundesgebietes) eilig haben sollten, bei 230 km/h. Aus dem Stand ist Tempo 100 in 7,8 Sekunden erreicht.

Kleine verspielte Eskapaden sind - wir geben's zu - auch während unseres Testbetriebes vorgekommen, wir hatten aber auch unsere vernünftigen Phasen. (Wirklich!)

Damit wären wir beim Problem dieser Motorvariante, nämlich ihrer Daseinsberechtigung. Der F1-Nachwuchs greift gleich zum Mégane Sport; entspannte Genussfahrer werden auch ohne die gebotenen 180 Pferdestärken auskommen, und sich damit beim Ankauf und an der Tankstelle Geld ersparen.

Denn ein Asket ist dieser Motor nicht. Im Praxisbetrieb zwischen Vernunft und Spieltrieb kamen wir auf einen Spritkonsum nicht unterhalb der 9,5-Liter-Marke. Wer bleiernen Fußes agiert, schafft auch deutlich mehr.

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