AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Fahrverhalten, Verbrauch & Preis

Georg Koman

Der Einstiegs-Turbodiesel wirkt auf den ersten Blick mit seinen 143 PS mager, zumindest im Vergleich zu den weiteren angebotenen Triebwerken. Ist er aber nicht, man muss sich dafür bloß das maxmale Drehmoment vor Augen führen (320 Nm zwischen 1.750 und 2.500 Touren).

Dementsprechend beschleunigt der 318d GT in 9,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h (mit Automatik) und läuft 210 km/h Spitze. Selbst am Stammtisch kann man diese Werte präsentieren, ohne dabei rot werden zu müssen.

In der Praxis harmoniert der Motor exzellent mit der Achtgang-Automatik. Die ist zwar teuer (Aufpreis: 3.032 Euro) aber holt das Maximum aus ihm heraus, ohne dabei durch Rucken oder schlecht getimte Schaltvorgänge aufzufallen. Ein Gustostück.

Das Fahrwerk ist im Vergleich zu den anderen 3ern unverändert – Doppelgelenks-Zugstreben vorne, Mehrlenkerachse hinten. Dank der ausgeglichenen Gewichtsverteilung bleibt auch der GT stets neutral, selbst bei grob provozierten Lastwechseln.

Die Federung ist straff, aber definitv komfortabel, was durch den langen Radstand naturgemäß weiter begünstigt wird. Die Lenkung ist BMW-typisch präzise und direkt, die Bremsen sind hervorragend.

Beim Verbrauch zeigt der "kleine" Diesel Stärke. Die 4,8 Liter, die der ECE-Mixwert ausweist, sind wie gewohnt illusorisch, aber mit einem Fünfer vorm Komma ist der 318 GT ohne weiteres bewegbar. Auch wenn das bei uns mit 5,9 Litern im Testschnitt denkbar knapp wurde.

Wer den „Fahrerlebnisschalter“ an der Mittelkonsole - im Gegensatz zu uns - auf „Eco Pro“ stellt, hat beim Thema Verbrauch noch bessere Karten. Dann schaltet die Automatik früher, und Stromverbraucher wie Klimaanlage oder Sitzheizung arbeiten moderater.

Die optionale Ausstattung ist bei BMW wie immer exzellent, aber teuer, etwa Assistenzsysteme wie Spurverlassenswarner, Totwinkel-Assistent, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung, adaptiver Tempomat oder Head-up-Display.

Letzteres ist sehr empfehlenswert, im Gegensatz zur Verkehrszeichenerkennung. Die lässt sich nämlich allzu oft ablenken, etwa durch Geschwindigkeitsangaben am Heck von Lkw (!). In der Navisoftware befindliche Limitanzeigen erweisen sich da oft als günstigere und vertauenswürdigere Alternative.

Ein mpfehlenswertes Extra ist neben dem "Österreichpaket Plus" (um 3.778 Euro enthält es Klimaautomatik, Servotronic, Einparkhilfe vorne und hinten, Xenon-Licht, Tempomat etc.) auch das "Sichtpaket" um 865 Euro. Dessen adaptives Kurvenlicht samt Fernlichtautomatik sorgt immer für die bestmögliche Lichtausbeute, ohne irgend jemand anderen zu blenden. Momentan schlicht das beste System dieser Art auf dem Markt

Ohne die zuvor genannten Systeme und ohne Achtgang-Automatik kostet der 318d Gran Turismo 38.450, mit ihnen bereits 46.125 Euro. Da kommt man schön langsam in echt bayerische Regionen, ohne noch wirklich genüßlich in der Extraliste gustiert zu haben.

Der Preisvergleich mit dem Touring spricht wiederum für den GT: Vergleichsweise bescheidene 1.500 Euro Aufpreis sind für den deutlich größeren und für viele wohl auch eleganteren Gran Turismo zu bezahlen.


Plus

+ Auffälliger und zugleich praktischer als andere
+ exzellentes Raumangebot
+ sanft schaltende Achtgang-Automatik
+ hervorragendes Fahrverhalten
+ Top-Verarbeitung

Minus

- mit 4,82 Metern dem 3er fast entwachsen

Resümee

BMW probiert gern Neues aus. Das geht manchmal weniger gut (Design-Rundumschläge von Chris Bangle, 5er GT, C1 - der "Roller mit Dach"), ist manchmal riskant (das künftige Elektromobil i3) und manchmal ein Volltreffer, wie beim 3er GT. Mit freiem Auge ist an diesem Win-win-Konzept (eleganter UND praktischer) kein Fehler zu erkennen.

News aus anderen Motorline-Channels:

BMW 318d GT - im Test

Weitere Artikel:

Toyota Aygo X Play im Test

Von A nach B unter 20.000 Euro

Selbst wenn man zum Aygo X Play das Design- und das Komfort-Paket dazubestellt, steht noch lang kein Zweier an erster Preisstelle. Unterwegs mit 998 ccm und 72 PS: Da ist immer Schwung nötig und hoffentlich fährt hinten keiner mit.

Elektrische Souveränität: Was moderne Elektroautos heute leisten

Elektroautos und was sie können

Elektroautos markieren einen Wendepunkt der Mobilität. Der elektrische Antrieb arbeitet präzise, leise und effizient, die Fahrzeuge integrieren sich in digitale Ökosysteme und in das Stromnetz.

Wie innovative Komponenten die Fahrzeugdynamik revolutionieren

Moderne Antriebstechnik im Wandel

Die Automobilindustrie erlebt derzeit eine technische Revolution, die weit über Elektromobilität hinausgeht. Während sich die Aufmerksamkeit oft auf Batterien und Elektromotoren richtet, vollziehen sich im Bereich der mechanischen Kraftübertragung ebenso bemerkenswerte Entwicklungen.

Auf der Suche nach einem neuen Autoreifen, kann man schnell feststellen, dass moderne Reifen mit Hinweisen auf besondere Witterungsresistenz versehen sind. Grund hierfür sind die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre.

Do-it-yourself-Wartungen und -Reparaturen

Die perfekte Heim-Werkstatt für Motorrad- und Autoliebhaber

Für viele Motorrad- und Autoliebhaber ist eine eigene Heim-Werkstatt die Idealvorstellung. Zwischen Werkzeugschrank, Hebebühne und Schrauberhocker soll ein Bereich entstehen, in dem Wartungen, Reparaturen und Umbauten in Ruhe durchgeführt werden können.

Leser-Fahraktion: Super-Test-Sommer 2025

Leser im vollen Testeinsatz

Quer durch Österreich fuhren unsere sechs Testwagen – mit Ihnen am Steuer! Die Palette umfasste diverse SUVs, wobei die Range vom Diesel über den Hybrid bis zu Elektromodellen reichte.