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Fahrverhalten, Verbrauch & Preis

Text: Hans-Karl Lange
Fotos: Bernhard Reichel

Aus Fahrersicht ist der Kia Carens ob massiver A-Säulen nicht so überschaubar wie sein Motorenangebot. Die Einstiegs-Ausstattung „Cool“ erfüllt etliche Wünsche, aber ohne Parkhilfen wünscht man den Carens nicht einmal seinem Lieblings-Nachbarn.

Im „Active Pro“ mit Rundum-Piepser und Heckkamera kommt man flott zurecht. Ein anderer Tonfall im Retourgang wäre wünschenswert. Zuverlässig und weich löst beim Anfahren die elektrische Handbremse: da kann so mancher Premium-Germane was lernen.

Das Lenkgefühl erfordert Gewöhnung, anfangs macht einen die Nervosität um die Mitte zu schaffen. So wankt man um Kreisverkehre und durch schnelle Wechselkurven, auf welligem Belag und bei Seitenwind.

Da lohnt ein Blick aufs Volant: Lenkradheizung! Eine andere Taste rechts unten verstellt die Unterstützung in drei Stufen. „Sport“ macht den Carens nicht zum Sportwagen, macht die Lenkung aber vorteilhaft schwergängiger.

Schaltwippen hinterm Lenkrad sind hilfreich, sonst müßte man mit Beladung, bergauf oder hinter dem Walserberg auch mit dem 136 PS starken Diesel öfters den Kickdown bemühen, was nicht immer sanft genug vonstatten gehen mag. Wobei die Fahrstufen-Anzeige so unbeteiligt wie der Wählhebel auf „D“ bleibt, was stört.

Die Automatik sucht das schmale Drehzahlband, in dem das volle Drehmoment wirkt. Mit Handschaltung würde man wohl dann und wann eines jener Turbolöcher spüren, an deren Existenz man gar nicht mehr glaubte.

Den schwächeren Diesel wagen? Warum nicht. Wer die volle Zuladung selten ausnutzt und auch auf deutschen Autobahnen grundsätzlich die Ruhe selbst bleibt. Bei gleicher AUsstattung spart man damit allerdings nur 400 Euro.

In der getesteten „Active Pro“-Vollausstattung büßt das Bedienkonzept an Überschaubarkeit ein. Knöpferl-Harmonika rund ums Lenkrad, Mittelkonsole mit vielen, aber sinnvoll gruppierten Tasten. Lobenswert die beiden Stellräder zur Temperatur-Vorwahl links und rechts. Die Ventilatortasten dagegen sind blind nicht zu erfingern.

Die Verbrauchsanzeige pendelt zwischen 7,2 und 7,6 Liter Diesel. Es ginge sparsamer: ohne Automatik & ohne Zeitdruck. Wer den Normwert 5,0 tatsächlich schafft, darf zur Belohnung die Spitze von 191 austesten, hinter dem Walserberg.

Neben dem 135-PS-Benziner - nur als "Cool" um 22.240 Euro erhältlich - ist der 116 PS-Diesel, ebenfalls als "Cool" ab 23.340 Euro der günstigste Carens. Sein Mehrpreis sollte sich dank des Minderverbrauchs von zwei Liter auszahlen.

Fette 136 PS setzt es auf 17 Zoll ab 27.340 Euro, mit Automatik ab 29.640 Euro. Unser „Active Pro“ rollt auf 18 Zöllern mit Xenonlicht um 32.290 an, der Verzicht aufs Kupplungspedal kostet weitere 2.300 Euro. Wie man auch rechnet und wendet: so viel Premium-Talent ist um weniger Geld nur schwer zu finden.


Plus
+ Ansprechendes Aussehen
+ Solide Qualitätsanmutung
+ Variables Raumangebot
+ ordentlicher Fahrwerkskomfort
+ Garantie 7 Jahre/150.000 km

Minus
– Übersicht eingeschränkt
– Lenkung um die Mitte gefühlsarm
– Verriegelung der Laderaum-Abdeckung

Resümee
Angenehmer Raumwagen. Wirkt besser als auf allen Fotos. Befreit von Premium-Eitelkeiten und Sport-Neurosen. Nahe an der Perfektion stören nur die mangelnde Übersichtlichkeit und ein paar Bedienungs-Detailschwächen.

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