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Mercedes A 200 - im Test Mercedes A-Klasse 2018

Eleganter Kompromiss

Kompakt, flott und elegant: die neue Mercedes A-Klasse. Und nur auf den ersten Blick kaum vom Vorgänger zu unterscheiden. A 200 im Test.

mid/wal

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Das Exquisite an der neuen Mercedes A-Klasse ist zunächst ihr niveauvoller Auftritt. Der Mercedes-Stern strahlt groß auf dem Kühlergrill und demonstriert der Welt die Herkunft aus bestem Hause. Das Heck wirkt etwas zurückhaltender und von der Design-Sprache auch weniger typisch für Mercedes, was größtenteils den eng gefassten Gestaltungs-Gesetzen des Kompaktformats geschuldet ist.

Wir fahren einen mit AMG-Finessen geschmückten A 200 in Weiß. Die sportlichen Sitze sind von rotem und schwarzem Leder überzogen. Ein Blickfang ist auch das "Widescreen Cockpit", die große Display-Fläche mit zwei Bildschirmen. Beim Tritt aufs Gaspedal gibt es eine Überraschung: Der Motor reagiert bereits auf mittleren Druck hoch ambitioniert.

In 8,2 Sekunden beschleunigt der A 200 von 0 auf 100. Die höher motorisierten Brüder schaffen das zwar schneller, doch wirkt der Durchzug in fast allen Gängen und Geschwindigkeitsbereichen souverän. So erweist sich die Entscheidung für den moderat motorisierten "200er" als guter Kompromiss.

Das Fahrgefühl lässt kaum Wünsche offen. Die sehr saubere Straßenlage gibt dem Fahrer das Gefühl großer aktiver Sicherheit. Alle Lenkmanöver lassen sich mustergültig managen. Das Lenkrad liegt bestens in der Hand, wobei die vielen Funktionsschalter, mit denen es übersät ist, womöglich nicht jedermanns Sache sind.

Hinter all den Reglern verbirgt sich freilich ein Arsenal an praktischen Helfern. Ein paar Beispiele: Als erstes Modell von Mercedes-Benz besitzt die jetzige A-Klasse das neue Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience), das zugleich eine neue Ära bei der Mercedes me Connectivity einläutet.

Einzigartig bei diesem System ist seine Lernfähigkeit dank üknstlicher Intelligenz (KI). MBUX ist individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein. Es schafft sozusagen eine emotionale Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer.

Zu den weiteren Stärken zählen, je nach Ausstattung, das hochauflösende Widescreen-Cockpit mit Touchscreen-Bedienung des Media-Displays, die Navigationsdarstellung mit Augmented-Reality-Technologie sowie die intelligente Sprachsteuerung mit natürlichem Sprachverstehen, die mit dem Schlüsselwort "Hey Mercedes" aktiviert wird.

Ebenfalls verfügbar ist ein Head-up-Display. Der Touchscreen ist bei MBUX Bestandteil des ganzheitlichen Touch-Bedienkonzepts - einem Dreiklang aus Bildschirm, Touchpad auf der Mittelkonsole (optional) und Touch-Control Buttons im Lenkrad.

Ein kleines Manko der A-Klasse bleibt allerdings gegenüber den ersten beiden Generationen, die noch Van-Gene in sich trugen, bestehen: der mäßige Platz im Fond, der sich gegenüber Generation drei nicht wirklich vergrößert hat. Kinder und kleine Leute haben genügend Beinfreiheit, doch sobald zwei etwas größer gewachsene Herrschaften hintereinander sitzen, wird es für den Hintermann knapp.

Der Kunde muss sich zumindest darauf einstellen. Wem Raumwunder nicht so wichtig sind, dürfte mit der A-Klasse ein rundum gelungenes Fahrzeug für Stadtfahrten und Reise mit schlankem Gepäck finden. Dank des hohen Imagefaktors macht der Kompakte selbst auf dem Parkplatz eines Luxushotels noch eine gute Figur.

Viertüriger Kompaktwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.419/1.796/1.440/2.729 mm, Leergewicht: 1.355 kg, Zuladung: 515 kg, Kofferraumvolumen: 370-1.210 l, Tankinhalt: 43 l, Wendekreis: 11 m.
Antrieb: Vierzylinder-Reihenmotor, Benzin-Direkteinspritzung, Hubraum 1.332 ccm, Leistung: 120 kW/163 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 250 Nm bei 1.620 U/min, 0-100 km/h: 8,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Normverbrauch: 5,8 l Super/100km, CO2-Ausstoß: 133 g/km.
Österreich-Preis: ab 33.290 Euro (Deutschland: 30.232 Euro).

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