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Mercedes E 200 Coupe - im Test Mercedes E 200 Coupe 2018

Alles fließt

Die neue Generation des Coupés der Mercedes E-Klasse erstrahlt im ruhigen, eleganten Gran Turismo-Design. Wir testen den Einstiegs-Benziner E 200.

Georg Koman

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Böse Zungen behaupten, bei Mercedes sähen C-, E- und S-Klasse Coupé nun alle gleich aus. Das mag schon stimmen, aber wunderschön sind sie alle drei.

Statt dem früheren Three-Box-Design präsentieren sich alle drei nunmehr als Gran Turismo, mit betont flacher Heckscheibe, die fließend ins Wagenende übergeht. Dazu verkniff man sich das zuvor berüchtigte Overdesign, mit zahlreichen Sicken, Falzen, Sichtkanten und Ähnlichem.

Nunmehr gibt es einfach eine elegante, fließend-ruhige Form. Zeitlos und - was die Mercedes-Baureihen betrifft - auch klassenlos. Wir greifen uns das Coupé der E-Klasse heraus und testen es in seiner Einstiegsversion - als 184 PS starker Vierzylinder-Benziner E 200. Mit Neungang-Automatik 9G-Tonic, aber ohne Allradantrieb 4Matic.

Die hervorragende Neungang-Automatik gehört zum Besten, was derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Sie schaltet schnell, praktisch unmerklich und immer zum richtigen Zeitpunkt. Ihre zahlreichen Gänge sind enorm weit gespreizt und erlauben sehr untertouriges Fahren.

Sie ist in Österreich ebenso serienmäßig wie das größere Tankvolumen (66 statt 50 Liter). Letzteres ist immer gut, angesichts des geringen Verbrauchs aber fast schon luxuriös: Den Normverbrauch von 6,5 Liter erreichten wir im Test zwar nicht ganz, aber mit 7,2 Liter schlug sich der Benziner mehr als wacker.

Dabei liefert er auch sehr solide Fahrleistungen, überhaupt für ein Einstiegsmodell. Knapp über acht Sekunden genügen für den Sprint auf 100 km/h, die theoretische Spitze liegt bei 242 km/h.

Neben der serienmäßigen Stahlfederung bietet Mercedes-Benz ein aktives Fahrwerk mit adaptiver Dämpferregelung an, außerdem ist natürlich die klassische Luftfederung zu haben.

Doch bereits die Serien-Federung lässt nur wenig Wünsche offen, der Abrollkomfort ist sehr gut, bei kurzen Stößen genauso wie bei langen Wellen. Das E-Coupé lenkt - begünstigt durch die standardmäßige Parameter-Lenkung - agil ein, auch an der Qualität der Bremsen gibt es nichts zu bemängeln.

Im Innenraum bietet das Coupé alle Features, die auch Limousine und T-Modell (Kombi) zu eigen sind: Zwei hochauflösende Displays mit jeweils 12,3 Zoll Bilddiagonale auf der Armaturentafel ("WIdescreen Cockpit") informieren und unterhalten die Insassen auf Wunsch umfassend. Das Ladevolumen von 420 Liter ist nicht üppig, aber brauchbar, zudem ist es via Umlege-Lehnen erweiterbar.

Kombi-Instrument und Multimediasystem lassen sich unter anderem durch kleine Touch-Controls im Lenkrad per Finger-Wischbewegungen steuern - das funktioniert ganz gut, wenn auch fummeliger als mit althergebrachten Drehrädern.

An Assistenzsystemen gibt es unter anderem den "Drive Pilot", der als Abstands-Tempomat auf allen Straßentypen nicht nur automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen halten, sondern ihnen auch erstmals im Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h automatisch und damit teilautonom folgt. Auch das fahrerlose Einparken mit dem "Remote Park-Pilot" via Smartphone-App ist möglich.

Solche Features sind klarerweise nicht serienmäßig, sie finden sich allesamt in der enorm umfangreichen Aufpreisliste und sind teils teuer zu bezahlen. Serienmäßig sind immerhin die hervorragende Qualität, die hochwertigen Materialien und die feine Verarbeitung.

58.897 Euro lautet der Kaufpreis für den getesteten Mercedes E 200 Coupés. Ein Aufpreis von rund 5.000 Euro gegenüber der Limousine. Mehr Geld für weniger Auto? Das schon, dafür ist es aber auch schöner.

Plus
+ sehr attraktives Äußeres
+ sparsamer, durchaus kräftiger Einstiegs-Motor
+ exzellente Neungang-Automatik
+ hohe Fahrsicherheit
+ agiles Fahrverhalten
+ Assistenzsysteme so zahlreich wie sonst nirgends

Minus
- teil komplexe Bedienung
- absolut gesehen hoher Kaufpreis

Resümee
Das Mercedes E 200 Coupé bietet hervorragendes Aussehen und - jedenfalls gegen Aufpreis - allen erdenklichen Luxus. Dass man für das Coupé tiefer in die Tasche greifen muss als für die geräumigere Limousine, ist vielleicht nicht ganz fair, aber absolut üblich.

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