AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Vollgas geben

Alternativer Antrieb: Der Seat Leon ST TGI fährt kostengünstig und umweltfreundlich mit Erdgas. Wir testen den 130 PS starken Kombi.

Text: Fabian Greulich/mid; Fotos: Georg Koman

Ja, mit dem Seat Leon ST TGI kann man mal so richtig Gas geben. Und das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn TGI ist die Bezeichnung für die Erdgas-Variante des Kassenschlagers. Neben Diesel- und Benzin-Aggregaten bietet Seat damit eine dritte Antriebs-Variante.

Im Heckbereich des Leon TGI befindet sich der Tank für das Erdgas (CNG), zusätzlich gibt es einen kleinen Benzin-Nottank. Kombiniert summiert sich die Reichweite auf rund 660 Kilometer. Wenn es sein muss nonstop, denn wenn der Erdgas-Tank leer ist, schaltet das System automatisch und unmerklich um. Lediglich via Display wird man darüber informiert, in welchem Modus man sich befindet und welche Reichweite man mit welchem Kraftstoff noch hat.

Ob man während der Fahrt den Unterschied zwischen Benzin- und CNG-Betrieb merkt? Nein. Der Leon ST fährt sich immer gleich gut. Der 130 PS starke 1,5-Liter-Vierzylinder bringt ausreichend Schub auf die Straße und sorgt dafür, dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommt. Erst recht nicht mit dem präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe.

Gas gleich Gefahr? Nein, keine Sorge. Erdgas ist leichter als Luft, im Gegensatz zum schwereren Flüssiggas (Autogas) kann sich bei einem Leck kein unsichtbarer Gas-See bilden, der dann etwa mit einer weggeworfenen Zigarette entzündet werden könnte. Deshalb gelten etwaige Einfahrverbote in Parkgaragen auch nur für flüssiggasbetriebene Fahrzeuge.

Zwar ist das erste Mal Erdgas-Tanken spannend, aber am Ende nicht spannender als das erste Mal Benzin-Tanken. Hat man eine Tankstelle gefunden (keine leichte Aufgabe, dazu bemüht man am besten sein Smartphone), geht alles fast wie immer: Die Zapfpistole wird auf den Stutzen aufgesetzt, bis sie einrastet. Dann wird der Einfüllhebel bis zum Anschlag nach oben gezogen und verankert. Wenn alles passt, blinkt an der Säule ein grünes Licht. Per Knopfdruck wird dann der Tankvorgang gestartet.

Übrigens gibt es an jeder Tanksäule eine detaillierte Anleitung. Die TGI-Kraftstoffpumpen sind jeweils mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, das jederzeit den hermetischen Verschluss und damit die Sicherheit gewährleistet.

17,3 Kilogramm Erdgas passen in den Tank (plus neun Liter in den zusätzlichen Benzintank). Die Kosten liegen bei rund 19 Euro für eine CNG-Füllung. Und die reicht für 480 Kilometer Wegstrecke - je nach Fahrweise. Das ist doch mal eine Ansage.

Der Gastank benötigt allerdings Platz und das geht zu Lasten des Gepäckraumvolumens: Statt der beim Seat Leon ST üblichen 587-1470 Liter sind es bei der TGI-Variante nur noch 482-1365 Liter. Das Kellerfach des Laderaums fällt nämlich weg, weil es vom Gastank beansprucht wird.

Was CNG kann? Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger. Als CNG (Compressed Natural Gas) spielt es auch in der Automobilbranche eine große Rolle. CNG reduziert die Emissionen, da bei seiner Verbrennung kaum Stickoxide (NOx) freigesetzt werden, außerdem verursacht CNG bis zu 50 Prozent weniger Feinstaub. Doch es ist nicht nur lungen-, sondern auch klimafreundlich: Im CNG-Betrieb emittiert der Motor bis zu 25 Prozent weniger CO2 als im Benzin-Betrieb.

Darüber hinaus profitieren Fahrer von Erdgasmodellen von steuerlichen Vorteilen beim Kraftstoff. CNG ist übrigens das gleiche Erdgas, das im Haushalt verwendet wird - nur ist es mittels 200 bar Druck auf weniger als ein Prozent seines Volumens komprimiert.

Viele Städte nutzen es bereits für ihre Linienbusse. Mit der TGI-Technologie spart man laut Seat bis zu 50 Prozent Kraftstoffkosten gegenüber Benzin- und etwa 30 Prozent gegenüber Diesel-Betrieb.

Der Seat ST 1.5 TGI kostet mit Sechsgang-Handschaltung in der getesteten Ausstattung "Style" 24.440 Euro. Die Benziner-Variante 1.5 TSI leistet ebenfalls 130 PS, ist in Österreich aber nicht als "Style" erhältlich. Als besser ausgestatteter "Xcellence" hat sie einen Grundpreis von 25.040 Euro.

Der nächst schwächere Benziner ist der 1.0 TSI. Der kostet als "Style" glatte 2.000 Euro weniger als der Erdgas-Leon, bietet aber auch nur 115 PS aus einem Einliter-Dreizylindermotor.

Im Erdgas-Leon 1.5 TGI kommt man laut Norm mit 3,6 kg/100 km durch, im 130-PS-Benziner 1.5 TSI sind es 5,0 Liter/100 km. Ein Kilogramm Erdgas kostet in Österreich derzeit 1,09 Euro, ein Liter Super 95 1,26 Euro. Fährt man also 15.000 Kilometer im Jahr, bezahlt man fürs Benzin jährlich 945 Euro, fürs Erdgas nur 589 Euro. Ersparnis: über 350 Euro im Jahr.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Aber nur für 18-jährige!

Seat Leon ab sofort schon ab 16.990 Euro

Dank eines Bonus bekommen Führerscheinneulinge den Seat Leon nun um 2.000 Euro günstiger. Das Angebot gilt ab dem ersten Tag im Besitz der Fahrerlaubnis.

Super-Test-Sommer 2025 von AUTO BILD Österreich

Werden Sie Testfahrer für ein Sommer-Weekend!

Sechs Testautos stehen bei dieser Fahraktion für die Leser der bekannten Automobilzeitschrit bereit: Erleben Sie ein Wochenende lang eine der Autoneuheiten und berichten Sie darüber in Bild und Text!

Was passt zu Ihrem Alltag?

Auto-Abo, Carsharing oder eigenes Fahrzeug

Mobilität als Alltagskonzept verändert sich. Während das eigene Auto jahrzehntelang als selbstverständlich galt, stehen heute gleich mehrere Alternativen zur Verfügung. Auto-Abos, stationsbasiertes oder freies Carsharing und klassische Kaufmodelle konkurrieren miteinander.

Pirelli P Zero: Jubiläum des sportlichen Reifen

P Zero: „Vorsicht bissig“ seit 40 Jahren

Wenn sich ein Reifen in den Asphalt verbeißt wie die Derivate des Pirelli P Zero, dann klappen die Hot Laps auch auf ungewohnter Piste. Zu Besuch bei Pirelli, inklusive Headquarter, Comer See und Temple of Speed

Leser-Fahraktion: Super-Test-Sommer 2025

Leser im vollen Testeinsatz

Quer durch Österreich fuhren unsere sechs Testwagen – mit Ihnen am Steuer! Die Palette umfasste diverse SUVs, wobei die Range vom Diesel über den Hybrid bis zu Elektromodellen reichte.

Do-it-yourself-Wartungen und -Reparaturen

Die perfekte Heim-Werkstatt für Motorrad- und Autoliebhaber

Für viele Motorrad- und Autoliebhaber ist eine eigene Heim-Werkstatt die Idealvorstellung. Zwischen Werkzeugschrank, Hebebühne und Schrauberhocker soll ein Bereich entstehen, in dem Wartungen, Reparaturen und Umbauten in Ruhe durchgeführt werden können.