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Ausfahrt im Opel Super 6 Gläser Cabriolet Opel Super 6 Gläser Cabriolet 1937

Zeitreise

Bei der Klassik Tour Kronberg schickt Opel seine Veteranen auf Spazierfahrt. Wir waren im Opel Super 6 Gläser Cabriolet von 1937 dabei.

mid/ts

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La dolce vita im Taunus: Opel Classic öffnete zur Klassik Tour Kronberg 2017 seine Schatzkammer und ließ erlesene Oldtimer das tun, wozu sie gebaut wurden: auf eine genussvolle Landpartie starten.

Neben einem 1933er Moonlight Roadster, einem Commodore A Coupé, einem Kadett C, einem Opel GT und einem Rekord A Caravan war auch ein 80 Jahre altes Opel Super 6 Gläser Cabrio dabei, pilotiert von Le Mans-Gewinner Joachim "Jockel" Winkelhock.

Die Mitfahrt im Luxus-Sportwagen von 1937 mit gerade einmal 55 PS aus einem 2,5-Liter-Reihensechszylindermotor macht auch heute noch jede Menge Freude. In der Vorkriegszeit war das gar nicht so übel. So ging etwa der Vorläufer des Käfers ab 1940 mit 24,5 PS an den Start. Aber auf Geschwindigkeit - die Höchstgeschwindigkeit des Gläser beträgt 115 km/h - kommt es hier natürlich nicht an.

"Für ein so altes Auto fährt sich der Super 6 recht einfach", sagt Jockel Winkelhock. "Motor und Getriebe sind gut, aber bei der Lenkung muss man schon aufpassen. Und auch an die Bremse muss man sich gewöhnen, aber die funktioniert immerhin schon hydraulisch". Der Profi-Rennfahrer muss die nicht synchronisierten drei Gänge zwar fleißig wechseln, doch dann geht es gefühlt ganz flott voran.

Der Innenraum des Cabrios ist für heutige Verhältnisse äußerst spartanisch ausgestattet. Das Leder-Sofa hinter dem Lenkrad macht die Fahrt aber sehr komfortabel. Da lassen sich ein paar hundert Kilometer ganz problemlos absolvieren. Allerdings ohne Gurte, die gab es damals schlicht nicht. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Erfahrung.

Gleiches gilt für den Scheibenwischer, der diese Bezeichnung nur bedingt verdient, hat er doch große Mühe, zwei handtellergroße Bereiche einigermaßen trocken zu halten.

Begeisternd ist das hinreißende Design des Auto-Opas mit schwungvoll nach hinten auslaufenden vorderen Radkästen, freistehenden Scheinwerfern, riesigem senkrecht stehenden Kühlergrill und jeder Menge Chrom.

Als der Wagen im Februar 1937 auf der Berliner Automobilausstellung debütierte, hinterließ er sicherlich Eindruck. Statt eines Kofferraums gibt es einen ausklappbaren sogenannten "Schwiegermutter-Sitz" (Bild links). Witzig: Der klappt hinter dem Verdeck hoch, ist also sinnvoll nur bei offener Fahrt nutzbar. Sonst könnte es zu Unmut kommen.

Im letzten Drittel der insgesamt knapp 240 zurückgelegten Kilometer beginnt es leicht zu regnen und als ganz dicht erweist sich der alte Opel nicht. Doch davon lassen wir uns nicht beeindrucken.

Dann eine Schrecksekunde, Jockel Winkelhock runzelt die Stirn: "Hörst du das? Der läuft nur noch auf fünf Töpfen." Wir fahren an den Straßenrand und der Rennfahrer wird zum Mechaniker (Bild oben). Als Erste-Hilfe-Maßnahme kontrolliert er den festen Sitz der Zündkerzen und säubert die Kontakte. "Hoffentlich hilft das", sagt er etwas besorgt.

Tut es. In der Folge schnurrt der Kurzhubmotor wieder wie ein Kätzchen und bringt uns letztlich zuverlässig ans Ziel, ebenso wie die übrigen Opel-Oldies. Und so ist am Ende jeder zufrieden und glücklich, trotz des durchwachsenen Wetters. Eine automobile Zeitreise der besonderen Art.

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