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Peugeot 406 Coupé im Rückblick
Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)

Der schönste Franzose seiner Zeit

Mit seiner klaren Linienführung überzeugte der Peugeot 406 bereits seit 1995 die Freunde klassischer Limousinen. Ende 1996 stellte Peugeot sodann die sportliche Coupé-Version vor, die im Frühjahr 1997 in die Schauräume rollte.

mid & Johannes Posch

Bei der Gestaltung des Coupés bediente sich Peugeot wie schon häufiger der Designkunst der italienischen Edelschmiede Pininfarina. Doch machten die Franzosen gleich Nägel mit Köpfen: Erstmals zeichnet Pininfarina nicht nur für das Design der Karosserie und des Innenraums verantwortlich, auch die Fertigung des Coupés selbst wurde von den Italienern vorgenommen. Überraschend war das nicht: Das Design war quasi schon fertig, bevor Peugeot überhaupt entschied ein Peugeot 406 Coupé zu bauen. Ursprünglich bot Pininfarina die Entwürfe nämlich Fiat an. Die lehnten aber ab und wollten ihr eigenes Coupße zeichnen. Peugeot hingegen zögerte nicht lange und schlug zu.

Da macht es dann natürlich auch besonders Sinn, dass kein einziges Karosserieteil der wahrlich nicht unansehnlichen Limousine des 406 für das Coupé übernommen wurde. Doch trotzdem oder gerade deswegen: Das Peugeot 406 Coupé wird dank seiner aufregenden Linienführung eines der schönsten französischen Fahrzeuge sein, auf das wir in der Automobilgeschichte zurückblicken dürfen.

Zwei Motorisierungen standen für das Coupé zur Verfügung: Ein Vierzylinder-Sauger mit zwei Litern Hubraum und 99 kW/135 PS stellte ein maximales Drehmoment von 180 Newtonmetern bei 4.200 Umdrehungen pro Minute bereit. Peugeot-Fans kannten den Motor seinerzeit schon gut. Er war "solide", aber freilich für ein Coupé dieser Couleur nicht unbedingt die perfekte Paarung. Richtig sexy wurde es erst mit dem seinerzeit neu ins Peugeot-Programm genommenen Dreiliter-Sechszylinder mit 143 kW/194 PS Leistung und bis zu 267 Newtonmetern Drehmoment. Beide Motoren waren neben der obligatorischen Fünfgangschaltung optional auch mit einem ebenfalls völlig neuen Viergang-Automatikgetriebe zu haben. Es sollten aber freilich noch so manch Antriebs-Alternativen folgen, die Peugeot unter die schicke Haube des Coupés schraubte. 1999 etwa erstarkte der V6 von 140 kW/190 PS auf 152 kW/207 PS, während der Zweiliter einem 2,2-l-16V-Benzinmotor mit 116 kW (158 PS) wich. 2001 hingegen kamen im Rahmen eines kleinen Facelifts, das am ehesten durch die Klarglasscheinwerfer zu erkennen ist, auch Dieselmotoren mit 107 oder 133 PS hinzu. Ein etwas umfangreicheres Lifting erhielt der Italo-Franzose sodann 2003 - kurz vor der Ablösung durch den 407. Besonders markant war hier der deutlich größere Kühlergrill, der bereits ein Vorzeichen dafür war, wo es mit dem Peugeot-Design in Zukunft hingehen sollte.

Noch erwähnenswert: Die Franzosen haben dem Coupé von Anfang an eine großzügige Serienausstattung mit auf den Weg gegeben: Bordcomputer, Klimaanlage und Tempomat gehörten somit allesamt zur Serienmitgift - alles andere als normal für die Zeit. Auch bei der Sicherheit sollten keine Abstriche gemacht werden, womit selbst Seitenairbags nicht fehlen durften.

Insgesamt wurden 107.631 Stück des Coupé gebaut. Die meisten davon - welch Überraschung - wurden in Frankreich verkauft: 49.927 nämlich. Platz Zwei in Sachen Coupé-Geschmack ging sodann an Deutschland: 13.576 Stück. In Österreich hingegen wurden 1.247 Stück verkauft. Die meistverkaufte Motorisierung war dabei tatsächlich der Zweiliter-Motor der ersten Generation. Es ist aber der V6, der sich heute als aussichtsreichstes Modell in Sachen Preisentwicklung herauskristallisiert.

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