CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Zwischen Kaiserwetter und Temperatursturz

Flachgau-Höllental Spring Classic 2025

Leider hatten sich nur 25 Teilnehmer zu dieser tollen Rallye am 4. und 5. April 2025 angemeldet. Ich kann allen Nicht-Teilnehmern nur sagen: Ihr habt was versäumt.

Gastbeitrag: Hannes Frech

Ja, die Jahreszeit zwischen Winter und Frühling ist halt so eine Sache, aber für alle, die auch Winterrallyes fahren ist das ohnehin kein Thema und die Wahrscheinlichkeit, dass Anfang April die Straßen salzfrei sind, ist sehr hoch. Wir hatten sogar Kaiserwetter und angenehme Frühlingstemperaturen und erst am Samstag Abend kam der Temperatursturz.

Ich möchte hier die Charakteristik der Rallye kurz beschreiben und vielleicht finden sich bald mehr Teilnehmer – es lohnt sich. Sie ist eine herausfordernde Veranstaltung aber ohne Hetzerei oder unnötige Zeitvorgaben. Die Schnitte sind den Strecken angenehm angepasst und die Zeitvorgaben locker erreichbar.

Die Rallye ist offen für Sanduhr und Elektronik, und Autos bis Baujahr 1995.

Der Schwerpunkt der Rallye liegt eindeutig bei Schnittprüfungen (31 Schnitte bis max. 12km, meist aber zw. 5 und 7 Km) und weniger bei Timing Prüfungen (4 an der Zahl). Das kommt mir total entgegen, da ich für Timings einfach zu wenig Gefühl habe, speziell dann, wenn nur wenige Meter und wenige Sekunden zwischen den Lichtschranken sind. Dazu bin ich einfach zu hibbelig.

Die Schnittprüfungen teilen sich in kurze, navigationsintensive und lange, auf Ausdauer gerichtete Schnittprüfungen. Die navigationsintensiven Prüfungen sind mit 40km/h mehr als fair gestaltet und die längeren mit 45-50km/h Schnitten ebenfalls gut angepasst.

Ganz wichtig: die Kilometrierung. Ohne exakte Kilometrierung ist des „Zickzack“ in Oberösterreich zwischen den Feldwegen – und dann speziell in der Nacht – schon eine ordentliche Herausforderung und meine Hochachtung gilt all jenen Teams, die mit dem Tageskilometerzähler ihrer Autos gefahren sind.

Ja, es gab auch eine tolle Nachtetappe, sowohl mit herausfordernden Schnittprüfungen, als auch mit einer Timing Prüfung. Hier eine dringende Empfehlung: eine ordentliche „Lamperie“. Da wir von Startnummer 1 aus Gründen der Sicht vorgelassen wurden, führten wir mit Startnummer 2 in der Nacht das Feld an und verscheuchten gut und gerne 15 Rehe und 5 Hasen. Also war vorsichtiges und verantwortungsvolles Fahren angesagt – eigentlich eh klar.

Was die Strafpunkte bei den Schnittprüfungen betrifft, habe die Veranstalter einen „Deckel“ eingeführt: Pro Messung gab es maximal 2 Strafpunkte (eine Hundertstel ergab 0.01 Punkte). Das hat den Vorteil, dass man sich bei einer verhauten Messstrecke (oder einem „Verfahrer“) nicht gleich ganz aus der Wertung schießt. Wirklich eine faire und nachahmenswerte Vorgehensweise. Bei anderen Veranstaltungen ist man bei einem gröberen Fehler ja quasi gleich aus der Wertung.

Das größte Lob und mein besonderer Dank gehört der Organisation: Michael Stumpf, Gerhard Riedl und Fritz Jirowsky haben eine perfekt organsierte Rallye auf die Beine gestellt. Ein Top Roadbook mit fehlerloser Kilometrierung und selbst als Straßenbauämter kurzfristig etwas absperrten, verlief die Rallye ungestört und ohne Irritationen weiter. Chapeau!

Last but not least: die Rallye zeichnet sich durch ein echt faires Preis-Leistungsverhältnis aus.

Leider ist bei unserem Volvo PV544 vor der letzten Sonderprüfung der Auspuff gleich nach dem Fächerkrümmer abgerissen und der Topf lag in Fahrtrichtung auf der Straße, sodass an ein Weiterfahren nicht zu denken war. Trotz voller Strafpunkte bei den letzten beiden Schnittmessungen wurden wir noch erfreuliche 8te in der Gesamtwertung und 4te in der Klasse. Wir waren in Summe mit unserer Leistung zufrieden und freuen uns auf eine Folgeveranstaltung.

Homepage der Veranstalter

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Selten lag die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn so nahe beinander wie beim Fiat Multipla. Da passt es nur gut, dass ihm sogar ein Leben nach dem Tod vergönnt war. In China. Als Elektroauto.

Klassiker treffen sich gemütlich im Weinviertel

Oldtimer-Treffen in Ebersdorf an der Zaya

Am 13. Juni 2026 versammeln sich Oldtimer aller Art am Sportplatz in Ebersdorf an der Zaya. Ab 14 Uhr geht es los, parallel dazu findet der Feuerwehrheurige in der Halle Pausch statt – für Verpflegung ist somit gesorgt.

Wenig Auto, viel Design für viel Geld – eine Idee, die hätte funktionieren können. Die Optik eines Bonsai-Mercedes war für den Gurgel XEF dann aber doch zu wenig.

Kleiner Bruder, das Luder

Helden auf Rädern: Renault 6

Plattformübergreifende Entwicklungen waren schon in Mode, bevor sie wirklich in Mode kamen. Im Falle des Renault 6, brachte das Gleichteileprinzip aber fast mehr Nach- als Vorteile mit sich.

Gleich, aber nicht

Helden auf Rädern: VW Mitra

Dieser VW Transporter ist kein VW Transporter. Oder zumindest nur teilweise. Jedenfalls nicht so, wie man es anhand der Optik vermuten würde. Eine wirre Geschichte, die nicht lange gutgehen konnte.

Die ARBÖ Classic (5. und 6. Juni) bringt mit 165 Fahrzeugen ab Jahrgang 1928 einmal mehr die Freude am Automobil in die Admonter Gesäuse Region und darüber hinaus. Und: Schon jetzt trudeln Nennungen für die im September steigenden Austrian Rallye Legends ein