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Starkstrom aus Affalterbach

Wer von sportlichen Mercedes-Modellen spricht, der kommt am Kürzel AMG nicht vorbei. Seit Kurzem gibt’s die verschärfte Sternenkost auch bei vollelektrischen Autos wie dem EQE.

Die Augen von echten Auto-Aficionados beginnen zu leuchten, wenn sie auf das berühmte AMG-Kürzel stoßen, das seit Jahrzehnten für besonders potente Mercedes-Modelle aus Affalterbach steht. Noch sind die Benziner dort in deutlicher Überzahl, mit dem EQE und dem EQS gibt es nun aber auch zwei Strom-Schnelle aus dem Hause AMG. Wir haben uns dabei den EQE 43 4MATIC näher angesehen und durchaus spannende Erfahrungen sammeln können. In den Grundzügen unterscheiden sich die AMG-Versionen in Details vom normalen EQE, sportlich aufgemascherlt – innen wie außen – und auf riesige 21-Zöller gestellt, wird schon im Stand klar, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt.

Keine Rekordreichweite
476 PS verteilt von je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse katapultieren den 2,5-Tonner in sportlichen 4,2 Sekunden auf 100 km/h, Schluss ist erst bei Elektroauto-untypischen 210 km/h. Wer die beiden Werte öfter strapaziert, kommt freilich nicht annähernd auf den WLTP-Wert von 534 Kilometern. Auf unserer E-Auto-Testrunde, die durch die Stadt, über Land und auf der Autobahn verläuft, hat sich der Power-Elektriker im Schnitt 22,8 kWh gegönnt, Ladeverluste nicht berücksichtigt. Umgelegt auf die knapp über 90 kWh nutzbare Batterie bedeutet das eine Reichweite um die 400 Kilometer, die bei niedrigen Temperaturen wohl noch etwas fallen wird. Ordentlich, aber nicht rekordverdächtig. Verschiedene Fahrmodi bedeuten nicht nur unterschiedliches Ansprechverhalten des Fahrpedals, sondern auch eine unterschiedliche Geräuschkulisse. In den Sportprogrammen macht also auch das E-Auto kein Hehl daraus, wie stark der Fahrer das Pedal durchdrückt. Der Sound selbst bleibt Geschmacksache, die Verschmelzung von AMG-typischem Verbrennersound und Elektro-Vibes hat uns aber gut gefallen.

Sportliche Abstimmung
Direkt am Lenkrad lassen sich die Fahrmodi und auch das Fahrwerk-Setup einstellen. Wobei die sportliche Abstimmung fast überflüssig ist, bereits im Standardmode ist der EQE AMG straff. Das Cockpit unterscheidet sich so gut wie nicht vom normalen EQE, gegen Aufpreis gibt es einen durchgehenden Riesenmonitor vom Fahrer bis zum Beifahrer, sonst gibt’s zwei kleinere Screens. Die Touch-Tasten am Lenkrad sind weiterhin nervig und verlangen fast immer mehrere Versuche. Was eingefleischte Mercedes-Fahrer aber mehr stört, ist das Fehlen des satten Einrastens der Türen ins Schloss. Die Preisliste startet bei 105.240 Euro, für den stärkeren EQE 53 4MATIC+ liegt der Aufpreis bei 6.000 Euro.

Technische Daten
Mercedes-AMG EQE 43 4matic
Leistung | Batterie
476 PS (350 kW) | 100 kWh
0–100 km/h | Vmax 4,2 s | 210 km/h
Getriebe | Antrieb 1-Gang aut. | Allrad
Reichweite (max.) 534 km (WLTP)
Ø-Verbrauch 19,7 kWh/100 km
Ladedauer AC (11 kW) | DC (173 kW) 9:45 h | 28 min
Kofferraum | Zuladung 430–895 l | 645 kg
Basispreis | NoVA 105.240 € (inkl.) 3 | 0 %

Das gefällt uns: cooler Auftritt, starker Antritt, Soundkulisse
Das vermissen wir: den satten Mercedes-Klang beim Schließen der Türen
Die Alternativen: Tesla Model S, Audi e-tron RS GT

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Mercedes-AMG EQE 43 im Test

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