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Von Anfang an sicher und behütet
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Wir sagen, worauf Sie beim Kauf der Babyschale achten sollten.

Im Auto braucht Ihr Neugeborenes besonderen Schutz – die Wahl der geeigneten Babyschale ist oft nicht einfach. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Und: Kindersicherheitsexperte Peter Jahn thematisiert in seinem Kommentar einen bis dato kaum berücksichtigten Aspekt!

Petra Walter

Strampler, Kinderwagen, Babybett, Spieluhr und Schnuller – kündigt sich ein Baby an, noch dazu das erste, wird schon Wochen vorher geshoppt, was das Zeug hält. Auch wenn es zum Glück nicht mehr vorkommt, dass Paare mit ihrem Neugeborenen im Arm ins Auto steigen und ohne Babyschale nach Hause fahren wollen, wird auf die Qualität der Babyschale oft weniger Augenmerk gerichtet als auf schicke Babyjäckchen.

Aber bitte mit Schale
Doch: Eine vernünftige Babyschale ist wichtiger als ein voll ausgestattetes Kinderzimmer. Für Eltern – ausgenommen jene, die niemals per Auto unterwegs sind oder sein werden – gilt daher: Eine Autoschale sollte Teil der Baby-Erstausstattung sein. Denn: Laut der Verkehrsunfallstatistik passieren die meisten Verletzungen bei Kindern im Auto, weil sie gar nicht oder auch falsch gesichert werden.

Was die Babyschale können muss
Damit die Babyschale alle Sicherheitsstandards erfüllt, muss sie
* auf das Körpergewicht des Babys abgestimmt sein (Gruppe 0+ bis 13 kg bzw. ein Jahr und ca. 75 cm)
* das ECE-Prüfzeichen (mindestens ECE R 44/04) oder ECE R 129 (i-size) tragen.
Die Norm ECE R 129 legt fest, dass Kinder die ersten 15 Monate rückwärts transportiert werden müssen. Da die Reboard-Methode, also der Rückwärtstransport, ohnehin die sicherste Variante ist, wird sie bis über das zweite Lebensjahr empfohlen. Die meisten Produkte sind bis zu ­einem Gewicht von 18 kg und einer Körpergröße von 105 cm nutzbar.
Grund für den Rückwärtstransport ist der empfindliche Kindernacken: Erst im Alter von drei Jahren sind Kinder dank genügend Nackenmuskulatur und kräftigerer Sehnen in der Lage, bei einer starken Bremsung den eigenen Kopf halbwegs zuverlässig zu tragen und dann auch die Rückhaltewirkung am Torso (Schultergurt) aushalten zu können. (Während beim Kleinkind rund ein Viertel seiner Gesamtmasse der Kopf ausmacht, ist es beim Erwachsenen nur mehr ein Vierzehntel.)
Darüber hinaus sollte die Babyschale leicht sein. Für Neugeborene gibt es sogenannte Sitzverkleinerer, die für mehr Komfort auf Reisen und besseres Schlafen sorgen.

Tut’s die Gebrauchte auch?
Natürlich kann man sich aus Kostengründen oder weil man vom ersten Baby noch die „alte“ hat, für eine gebrauchte Babyschale entscheiden. Doch auch die teuerste und sicherste Schale ist nur begrenzt haltbar, Temperaturunterschiede und regelmäßiger Gebrauch beeinflussen die Qualität. Auch die gesetzlichen Vorschriften ändern sich. Es ist daher doppelt wichtig, die Tauglichkeit »
des „Babytransporters“ zu überprüfen. Die nachfolgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen. Können Sie alle Fragen mit „Ja“ beantworten,
gratulieren wir Ihnen zum Schnäppchen. Beantworten Sie nur eine einzige Frage mit „Nein“, lassen Sie besser die Finger von dieser Schale:
* Entspricht die Babyschale mindestens der ECE-44/04-Norm?
* Sind Gurte, Gurtbänder und -führungen sowie die Polystyroleinlagen (unter dem Bezug) ohne Risse oder Schäden?
* Befinden sich alle Kunststoffteile und -halterungen in ordentlichem Zustand?
* Lassen sich Gurtschlösser einwandfrei schließen und öffnen?
* Sind alle Verankerungen sauber und funktionieren komplikationslos?
* Ist sämtliches Zubehör vorhanden?
* Kennen Sie die Vorbesitzer und sind diese vertrauenswürdig?

Wohin damit im Auto?
Der sicherste und ideale Platz im Auto ist der rechte hintere Sitz auf der Rückbank. Erstens lädt man immer auf der der Fahrbahn abgewandten Seite ein und aus. Zweitens kann man bei der roten Ampel leichter mal beruhigend nach hinten greifen, wenn das Kleine quengelt.
Für die Montage empfiehlt sich das genormte Isofix-Befestigungssystem. Die zweite, nicht so optimale Variante sind die fahrzeugeigenen Sicherheitsgurte. Wichtig ist, dass die Babyschale korrekt nach Montage­anleitung rutsch- und kippsicher befestigt wird. Wer sich unsicher ist, fragt am besten beim Verkäufer des Vertrauens, Hersteller oder auch bei Mobilitätsclubs nach.

Kaufen, aber wo?
Qualitativ hochwertige und geprüfte Babyschalen sowie geschultes und kompetentes Personal gibt es in Fachgeschäften, Möbelhäusern oder Mobilitätsclubs.
* Informieren Sie sich über aktuelle Babyschalentest (z. B. arboe.at, adac.de, oeamtc.at)
* Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich ausführlich beraten
* Nehmen Sie Ihr Auto mit zum Kauf
* Lassen Sie sich Einbau bzw. Montage der Babyschale bzw. des Isofixsystems erklären
* Lassen Sie sich das Anschnallen Ihres Säuglings (mithilfe einer
Puppe) zeigen
* Probieren Sie selbst die Montage der Babyschale und das Baby­anschnallen in Ihrem Fahrzeug aus

Alleskönner Babyschale
Ihr Baby kurz mal in der Babyschale weiterschlummern lassen oder diese daheim kurz als Wippe zu verwenden, in der der kleine Spatz unter Aufsicht ist – kein Problem. Wichtig ist, dass der Säugling aufgrund der gekrümmten Position der Wirbelsäule nicht zu lange (Faustregel: maximal eine Stunde am Stück) in der Babyschale liegt. Einer Studie der Universität Bristol zufolge kann die „aufrechte Sitzposition“ in Babyschalen für Atemprobleme sorgen. Zu den Folgen zählen ein beschleunigter Puls, eine schnellere Atmung und eine schlechtere Sauerstoffsättigung im Blut. Auch wer länger unterwegs ist, sollte daher Pausen einlegen, in denen sich das Baby bewegen bzw. gerade liegen kann. Allgemein gilt: Babyschalen sind ein Transportmittel für das Auto – für alle anderen Zwecken sind Kinderwagen oder Babytragen besser geeignet. (Allerdings gibt es einige Babyschalen, die über eine absenkbare Rückenlehne verfügen – beruhigt das schlechte Gewissen, wenn man mal wieder nach der Shoppingtour, eh nur auf einen Sprung, bei der besten Freundin vorbeifährt.)

Wie lange verwenden?
Prinzipiell gilt: Die Babyschale kann genutzt werden, solange der Kopf nicht über deren Rand hinausragt und die Gurte nicht unterhalb der Schulter verlaufen (der Gurt sollte auf Schulterhöhe im Sitz verschwinden). Bei zu tief liegenden Gurtslots kann eine ungünstig hohe Gurtlose entsteht. Im schlimmsten Fall rutschen die Kinder beim Crash leichter aus den Gurten und damit aus der Babyschale.
Zudem darf die Gewichtsgrenze der Schale nicht überschritten werden. Worauf es nicht ankommt, ist die Beinlänge. Diese dürfen an der Sitzbank anstehen und auch angewinkelt sein.
Ist also nur noch wenig Platz, empfiehlt sich, rechtzeitig eine größere Babyschale oder Reboarder/Folgesitz zu besorgen, denn der nächste Wachstumsschub folgt bestimmt wieder über Nacht.

Achtung, Frühchen
Spezialfälle in Sachen Babyschalen sind Frühchen – immerhin zehn Prozent aller Geburten in Österreich sind Frühgeborene. Die herkömmliche Babyschale ist von den Dimensionen her für „ausgebackene“ Babys gedacht, Frühchen brauchen besondere Stützpölster bzw. spezielle Sitzverkleinerer, die die Größendifferenz besser ausgleichen (siehe auch kiddy.de).Manche Hersteller können auch die Gurte besonders klein stellen (z. B. Cybex).

Noch ein Tipp
Nicht jedes Auto (z. B. das von Freunden oder den Großeltern) verfügt über eine Isofix-Halterung. Es macht daher Sinn, eine Babyschale zu wählen, die zusätzlich auch allein mit einem Anschnallgurt befestigt werden kann. So kann das Baby auch einmal in einem Taxi oder einem Leihauto sicher transportiert werden.

Kommentar von Kindersicherheitsexperte Peter Jahn:
Mutter-los


Jeder hat das schon gesehen. Im Familienauto sitzt ein Elternteil (meistens der Papa) am Steuer und der andere (meist die Mama) sitzt hinten. Zwei Fälle sind dabei besonders häufig zu beobachten.

Fall 1: Am Beifahrersitz ist eine Babyschale montiert und die Mama sitzt meist direkt dahinter. Meist ständig vorgebeugt und ihre fleißigen Hände ragen um die vordere Sitzlehne herum und bespaßen oder füttern das Kleine. Sowohl Mama als auch Papa sind scheinbar völlig mit dem Neuling an Bord beschäftigt. Im Falle eines Unfalls drückt dann die Mutter mittels der Rückenlehne das eigene Kind zusammen. Zudem ist die Schutzwirkung für sie, auch wenn der Gurt angelegt ist, denkbar schlecht.

Fall 2:Die Mama sitzt neben ihrem auf der Rückbank ordnungsgemäß befestigten Nachwuchs, manchmal auch zwischen zweien am mittleren Fahrzeugsitz, und managt von dieser Position aus den „Baby-an-Bord-Service“. Die Absicht ist verständlich und gut, die Prognose im Fall eines Unfalls leider ziemlich schlecht.

Was diese Eltern offensichtlich nicht wissen ist, dass selbst gut ausgestattete Familienfahrzeuge Sitzplätze mit unterschiedlicher Schutzqualität aufweisen. Die beiden Sitzplätze in der ersten Sitzreihe weisen mit Dreipunktautomatikgurt samt Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sowie Front- und Seitenairbags und aktiven Kopfstützen die mit Abstand hochwertigste passive Sicherheitsausstattung auf. Ab der zweiten Sitzreihe fallen jedenfalls die Frontairbags weg. In vielen nicht ganz so top ausgestatteten Fahrzeugen auch die Seitenairbags. Und Gurtstraffer und -kraftbegrenzer findet man wenn dann nur auf den äußeren Sitzplätzen.

Ich finde, auch Eltern haben ein Recht auf ein Maximum an ­Eigenschutz. Damit sie sich auch nach einem Unfall noch um ihre Kinder kümmern können!

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