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Wo ihr hin wollt, komm’ ich schon her!

VW Amarok im Familienautos-Test

Wer zwischen den Bergen wohnt, ist mit einem geländegängigen Pick-up als Familienkutsche gut beraten. Anita, Jan und Reinhard fühlen dem VW Amarok im Ennstal auf den Zylinder.

Jan Schlömmer, Petra Walter

Steiermark, Ennstal. Gemächlich schrauben wir uns die Schwoaga-­Lehen-Straße Richtung Hochrettelstein hinauf. Von dort aus gibt es eine fantastische Sicht auf das Ennstal und den 2.351 Meter hohen Grimming, vor der wir den VW Amarok, der heuer zum zweiten Mal nach 2010 den International Pick-up Award gewonnen hat, platzieren wollen. Wir müssten uns an sich nicht gemütlich hinaufschrauben, immerhin werkt ein 163 PS starker V6-Motor unter der jägergrün lackierten Motorhaube – im VW-Sprech nennt sich die Karosseriefarbe Ontario Green – aber wir wollen weder Bergbauern noch die Hühner, Kühe und Katzen verschrecken. Außerdem lausche ich gespannt und interessiert dem Testresümee meines Beifahrers Jan, 15 Jahre, der die vergangenen Tage seiner Mutter Anita, die den Amarok auf Zylinder und Auspuff prüfte, genau auf die Finger sah.

Ideal für Waid- und Bauersleut’ …
Für Jan ist der Amarok ein wahres Traumauto. Kein Wunder, wer wie er zwischen Zentral- und Kalkalpen wohnt, schwärmt mehr für hohe Offroader als für tiefergelegte Sportwagen.
„Mit dem Amarok kommst du überall hin. Bei jeder Wetterlage, bei jeder Steigung, auf jedem Untergrund. Ich fahr mit meinem Cousin, der Jäger ist und auch einen Amarok hat, öfter zum Hochsitz. Über die Waldwege geht’s teilweise sehr steil hinauf – für den Amarok kein Problem! Besonders taugt mir auch die große Ladefläche, da lassen sich sogar Strohballen transportieren!“

… und unternehmungslustige Städter
Auch wenn Strohtransporte im urbanen Gebiet nicht zu den familiären Alltagstätigkeiten zählen: Der Amarok boomt als Familienauto. Als „exotische“ Alternative zum gemeinen SUV und für jene, die ihn betrieblich einsetzen können – der coole Pick-up ist vorsteuerabzugsfähig! Mit der Doppelkabine fahren drei Kinder locker mit, die Ladefläche, so man sie für Urlaub und mehr in der nass-kalten Jahreszeit nutzen will, lässt sich ­mittels Hardtop auch als „Kofferraum“ nutzen.

Erdig währt am längsten
In Zeiten, wo ein Fahrerassistenzsystem das nächste jagt und man sich oft der elektronischen Dienerschaft hingeben muss, fiel diese ­Prüfungsphase angenehm aus dem (Leiter-)Rahmen: Bis auf Brems-, Bergan- und ­-abfahrassistent wenig Helferlein drin im Modell „Entry“, ein auf das Wesentliche reduziertes Cockpit, das trotz viel Kunststoff hochwertig anmutet, der Fokus lag voll auf dem Fahrzeug.
Das überrascht mit bemerkenswert leichtgängiger Lenkung, der Kraftprotz lässt sich mit zwei Fingerspitzen dirigieren. Man sitzt hoch und mit hohem Komfort, dazu viele Ablagemöglichkeiten – der Extremkraxler ist somit auch Mamas Liebling. Sogar Einparken ist mit der äußerst spurstabilen Riesenkiste ein Kinderspiel, auch ohne Rückfahrkamera & Co: Durch gute Rundumsicht und senkrecht abschließendes Hinterteil ist der Amarok perfekt einzuschätzen.

Geht auch teurer
Selbstverständlich gibt es den Amarok auch topausgestattet, mit Auto­matik und Assistenten und Pipapo, so weit das Auge reicht … dann schnalzt der Einstiegspreis aber auch gleich kräftig in die Höhe. So gibt’s ihn bereits ab 25.500 exklusive bzw. 30.600 Euro inklusive Steuern – allerdings als reinen Hecktriebler. Und davon raten wir ab, Allradantrieb MUSS bei diesem Auto einfach sein! Das macht dann etwa 1.300 bzw. 1.500 Euro dazu – und das Pick-upen kann losgehen. Zu guter Letzt ein positiver Spritverbrauch: Mit 9,1 Litern lagen wir nur 0,8 Liter über der Werksangabe und insgesamt in einem guten Bereich!

VW Amarok Entry 3,0 l V6 TDI 4x4 zuschaltbar in Daten & Fakten

Preis: 36.432,– € (Einstiegspreis ab 30.600,– €) | 163 PS/120 kW | 0–100 km/h in 9,8 sec | Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe | Ø Verbrauch lt. Hersteller (im Test): 8,3 (9,1) /100 km | Ø CO2-Emission lt. Hersteller: 218 g/km | Ladefläche: 2,52 m3 | 5 Sitzplätze | 2 kindersitztaugliche Fondplätze

Resümee: Kräftiger Kraxler, der auch Töchterleins Pferd oder Sohnemanns Moperl lässig per Anhänger schleppt
Was uns gefällt: die coole Silhouette
Was uns fehlt: ein Navi und mehr USB-Stecker
Familienbonus: So eine Familienkutsche hat nicht jeder!

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