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Berger glaubt: F1-Verkauf ist durch

Gerhard Berger bewertet den Verkauf der Formel 1 an Liberty Media positiv: „Ist schon gelaufen“ - Das Ende der Ecclestone-Ära steht möglicherweise bevor.

Der Verkauf der Formel 1 an die amerikanische Mediengruppe Liberty Media von John Malone soll bereits am Dienstag nach Monza mit der Überweisung der ersten Tranche besiegelt werden. Das berichtet die Fachpublikation auto motor und sport unter Berufung auf eine Information von Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone höchstpersönlich.

Insgesamt 8,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 7,6 Milliarden Euro) soll Liberty für die CVC-Anteile bezahlen. CVC besitzt 35,5 Prozent der Formel-1-Holdinggesellschaft Delta Topco, übt aber operativ de facto alleinige Kontrolle aus. Weitere Anteilseigner sind etwa das Finanzberatungsunternehmen Waddell Reed (20,9 Prozent) sowie Ecclestone selbst (5,3 Prozent persönlich, 8,5 Prozent indirekt durch die Treuhandgesellschaft Bambino).

Die Gerüchte, dass CVC aussteigen und die milliardenschweren Gewinne der vergangenen zehn Jahre als Return on Investment mitnehmen möchte, wurden schon seit Monaten immer konkreter. Gerhard Berger glaubt, dass der Deal längst beschlossene Sache ist: "Wenn es nächste Woche verkündet werden soll, dann ist das auch schon gelaufen. Man spricht nicht vom Verkünden, wenn man die Schäfchen noch nicht im Trockenen hat."

Börsengang in New York geplant

Mercedes-Sportchef Toto Wolff (mutmaßlich einer der ersten Player, die von einem solchen Deal erfahren würden) hält sich bedeckt: "Wenn es da einen Prozess im Hintergrund gibt, dann wird der sicher so gehandhabt, wie er gehandhabt werden sollte, nämlich dass nicht in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird, sondern nur mit den betroffenen Parteien. Rein professionell gesehen blicken wir nach vorne und führen die Transaktion durch."

Am Dienstag soll die erste (kleinere) Tranche überwiesen werden. Dieser Teil der Transaktion kann offenbar noch relativ komplikationslos abgewickelt werden. Erst später wird dann der Großteil des Geldes bezahlt. Das werden sich dann auch die Finanzaufsichtsbehörden genauer ansehen. Denn: Langfristig möchte Liberty die Formel 1 in New York an die Börse bringen, heißt es. CVC ist damit vor einigen Jahren in Singapur gescheitert.

Neue Chance in den USA?

Berger bewertet die Neuordnung der Formel 1 positiv: "Das würde frischen Wind reinbringen. Liberty ist ein riesiger amerikanischer Konzern, der beste Erfahrung und bestes Know-how im Mediengeschäft hat, was der Formel 1 sicher nicht schaden würde", sagt er. Und: "Amerika ist eine Nuss, die die Formel 1 trotz vieler Versuche nie richtig geknackt hat. Da hat sie den Fuß nie richtig reinbekommen. Auch das könnte für die Formel 1 eine Riesenchance sein."

Unklar ist, ob der Einstieg personelle Änderungen im Topmanagement der Königsklasse nach sich ziehen wird. Ecclestone ist 85 Jahre alt und lebt schon seit 17 Jahren mit einem dreifachen Koronararterien-Bypass. Dass ihn Liberty ablösen wird, sei aber noch keineswegs entschieden: "Ich tue, was ich immer getan habe. Es ist meine Entscheidung, welche Rolle ich einnehme", wird der Brite von auto motor und sport zitiert.

Liberty soll aber andere Vorstellungen vom künftigen CEO haben, wird gemunkelt. Als erster Kandidat gilt der Medienmanager Chase Carey, der von Weggefährten als knallharter Geschäftsmann beschrieben wird. Ein weiterer Anwärter könnte Formel-E-Chef Alejandro Agag sein. Apropos Formel E: An der Elektro-Rennserie ist Liberty ebenfalls beteiligt. Nicht ausgeschlossen, dass diese künftig im Rahmenprogramm der Formel 1 stattfinden wird.

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