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Liberty will 21 Rennen pro Saison

Weniger Teminkollisionen und aufeinanderfolgende Wochenenden, aber insgesamt mehr Grands Prix sind vorgesehen - Silverstone will weiter Ausstiegsklausel ziehen.

Der neue Formel-1-Mehrheitseigner Liberty Media möchte ab der Saison 2019 einen Kalender haben, der mehr als 21 Rennen umfasst, dabei aber die WM-Läufe an aufeinanderfolgenden Wochenenden (sogenannte "Back-to-Back-Events") reduzieren. Sean Bratches, Marketingchef der Königsklasse, räumt ein, dass der Plan "körperlich, emotional und ökonomisch seinen Tribut fordern" werde. Er will jedoch mit den Teams bei der Programmplanung "partnerschaftlich zusammenarbeiten".

Trotzdem könnte die vierwöchige Sommerpause inklusive eines zweiwöchigen Arbeitsstopps in den Fabriken, für die die Mannschaften in der Vergangenheit vehement eintraten, wanken. Auch ein Finale im Dezember scheint zwingend nötig. Um auf die gewünschte Anzahl an Rennen zu kommen, müsste Liberty mindestens zwei neue Grands Prix auf die Beine stellen - denn Deutschland macht 2019 turnusmäßig Pause (sofern sich am Hockenheim-Deal nichts ändert) und Malaysia fällt weg.

Ob es wie geplant zu weiteren Stationen in Nordamerika, speziell nach New York, geht, lässt Bratches zunächst offen: "Es läuft derzeit eine Untersuchung zur Werbewirksamkeit, um zu verstehen, was es nützt, die Formel 1 in eine Stadt, ein Land, eine Gemeinde oder ein Fürstentum zu bringen", wird er von Autosport zitiert. "Sobald wir rausgefunden haben, was der optimale Kalender in den passenden Regionen ist, können wir uns mit den Städten zusammensetzen", skizziert er die Pläne.

Liberty möchte nicht nur Terminkollisionen mit anderen Motorsport-Events verhindern und sprach deshalb mit Verantwortlichen anderer Serien - darunter die Promoter der Langstrecken-WM und der MotoGP -, sondern auch mit weiteren Sport-Highlights. Bratches nennt den Großbritannien-Grand-Prix als Beispiel, der 2018 am gleichen Tag wie das Wimbledon-Herrenfinale und das Endspiel der Fußball-WM steigen könnte. So eine Konstellation sei "suboptimal", betont Bratches.

Apropos Großbritannien: Es zeichnet sich ab, dass mit der Rennstrecke in Silverstone, die ab 2020 aus ihrem Vertrag aussteigen könnte, eine Lösung gefunden werden soll. Liberty will das Mutterland des Motorsports auf keinen Fall verlieren, aber Alternativen zur Strecke in Northamptonshire machen sich rar. Schließlich scheint ein Grand Prix in der Londoner City aktuell kaum machbar.

In Silverstone unterstreicht man, auf ein Entgegenkommen angewiesen zu sein: "Wir haben dem Formel-1-Management klargemacht, das wir mit dem aktuellen Vertrag über 2019 hinaus nicht leben können", beklagt Geschäftsführer Stuart Pringle im Guardian rote Zahlen. "Wir sind fast ausverkauft und geben so gut wie keine Nachlässe - und trotzdem rechnet es sich nicht." Darauf zu warten, dass Liberty die Königsklasse so attraktiv macht, dass sich das Rennen auch mit der aktuellen Promotergebühr rechnet, kommt nicht infrage: "Es dauert Jahre, um ein für die Strecken attraktives Produkt zu schaffen. Diese Zeit haben wir nicht. Wir brauchen Fakten, keine Möglichkeiten."

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