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Ron-Dennis-Abschied bei McLaren offiziell

Ron Dennis hat seine Anteile an McLaren verkauft und seine Ämter niedergelegt, damit ist das Kapitel für ihn endgültig beendet - Erste neue Strukturen geschaffen.

Die Ära Ron Dennis bei McLaren wird voraussichtlich noch heute endgültig zu Ende gehen. Das berichten britische Medien, allen voran Sky News, unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Demnach soll der 70-Jährige nun eingelenkt haben, seine Anteile an der McLaren-Gruppe (25 Prozent) zu verkaufen.

Als Kaufpreis für die Dennis-Anteile stehen 275 Millionen Britische Pfund im Raum, also umgerechnet mehr als 310 Millionen Euro. Die Gesamtbewertung der McLaren-Gruppe steigt damit auf mindestens 1,25 Milliarden Euro. Unklar ist, wie die zukünftige Shareholder-Struktur bei McLaren aussehen wird. Bisher hielten Dennis und Mansour Ojjeh je 25 Prozent sowie das Königshaus Bahrain (über die Mumtalakat Holding Company) 50 Prozent.

Dennis wird nicht nur seine Anteile abgeben, sondern auch alle Funktionen in den Aufsichtsgremien und im Vorstand niederlegen. Zudem soll im Zuge dessen, so berichtet zumindest Sky News, eine neue Struktur geschaffen werden. Die beiden Divisionen McLaren Racing und McLaren Automotive, die einst getrennt wurden, um sich nicht gegenseitig Schaden zuzufügen, könnten beispielsweise wieder stärker vernetzt werden.

Für Dennis bedeutet der Abschied das Ende einer Ära. Er hatte 1980 das Ruder beim damals erfolglosen Formel-1-Team übernommen. 2016 kam es zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit seinem Partner Ojjeh, die letztendlich damit endete, dass er im Zuge eines schmutzigen Machtkampfs aus der Geschäftsführung ausgeschlossen wurde. Dennis' Plan, in letzter Minute mit chinesischen Investoren eine Totalübernahme zu riskieren, scheiterte.

Während sein Lebenswerk in der Formel 1 mit neuer Corporate Identity, neuem Management und derzeit blamablen sportlichen Ergebnissen an die Wand gefahren wird, hat Dennis bereits eine neue Beschäftigung gefunden. Er berät seit einiger Zeit das britische Verteidigungsministerium in Technologiefragen. Eine offizielle Bekanntgabe seines endgültigen Abschieds von McLaren wird laut Sky News noch heute erwartet.

UPDATE: Dennis-Abschied bei McLaren offiziell

Die Ära Ron Dennis ist bei McLaren endgültig beendet. Wie offiziell bekannt gegeben wurde, hat der 70-Jährige seine Anteile an der McLaren Technology Group sowie an McLaren Automotive verkauft und auch seine Ämter niedergelegt und besitzt damit nach seinem Abschied an der Spitze der Gruppe endgültig keine Verbindungen mehr. Bis heute hatte Dennis 25 Prozent der Anteile an der McLaren-Gruppe gehalten - genau wie Mansour Ojjeh. Die restlichen 50 Prozent gehörten dem Königshaus Bahrain (über die Mumtalakat Holding Company).

Wie die zukünftige Anteilsstruktur genau aussehen wird, darüber macht McLaren keine Angaben - jedoch bleiben Mumtalakat und die TAG-Gruppe die Haupteigentümer. Auch der Kaufpreis für die Anteile von Ron Dennis wird nicht genannt. Laut britischen Medien stehen 275 Millionen Pfund (rund 310 Millionen Euro) im Raum, laut Pressemitteilung McLarens soll der Gesamtwert der Gruppe jedoch mehr als 2,7 Milliarden Euro betragen.

"Ich freue mich, eine Einigung mit meinen McLaren-Shareholdern getroffen zu haben", erklärt der scheidende Dennis. "Für mich ist das ein passendes Ende meiner Zeit bei McLaren und wird mir ermöglichen, mich auf meine anderen Interessen zu fokussieren. Ich habe immer gesagt, dass meine 37 Jahre in Woking als Kapitel im McLaren-Buch gesehen werden sollen, und ich wünsche McLaren für die weitere Geschichte alles Gute."

Dennis will sich anderen Aufgaben widmen

Dennis hatte die Führung bei McLaren 1980 übernommen und den einst erfolglosen Rennstall zu neuem Ruhm geführt. Unter seiner Ägide gewann das Team 158 Grands Prix und 17 Weltmeisterschaften in der Formel 1. Nach einer Auseinandersetzung mit Partner Ojjeh 2016 wurde Dennis schließlich von der Geschäftsführung ausgeschlossen, behielt bis heute aber seine Anteile am Team.

In Rente gehen möchte der 70-Jährige aber nicht. Er berät das britische Verteidigungsministerium in Technologiefragen, möchte sich weiter um die familieneigene Charity-Stiftung Dreamchasing kümmern und will sich "in eine Reihe von anderen Aktivitäten und Programmen" einbringen - "speziell solche mit Fokus auf öffentlichem Dienst", wie er erklärt.

Die Dienste von McLaren werden mittlerweile vom Vorstandsvorsitzenden Scheich Mohammed bin Essa Al-Chalifa sowie Ojjeh geleitet. Trotz der Unstimmigkeiten möchte sich der neue Chef bei seinem Vorgänger bedanken: "Ron hat die Rekordbücher in den 1980ern und 1990ern neu geschrieben und Grands Prix und Weltmeisterschaften in scheinbarer Routine geholt. Aber es war keine Routine, sondern das Resultat cleveren Denkens und extrem viel harter Arbeit", würdigt er.

Die weiteren Pläne von McLaren wolle man in der näheren Zukunft verkünden, "aber heute ist es angebracht, dass wir anhalten, um Ron unsere Dankbarkeit auszudrücken", so Al-Chalifa. "Im Namen von McLaren möchte ich daher zwei Worte von Herzen sagen: Danke, Ron!"

McLaren-Abteilungen zusammengelegt

Unterdessen gehen die "Aufräumarbeiten" nach der Ära Ron Dennis schon voran. Die beiden Abteilungen McLaren Automotive und McLaren Technology Group werden unter einer Unternehmensstruktur zusammengeführt und sollen zukünftig als McLaren-Gruppe laufen, um besser von der gemeinsamen Arbeit profitieren zu können.

In der Führungsebene werden der Vorstandsvorsitzende Mohammed bin Essa Al-Chalifa ("Executive Chairman") sowie Mansour Ojjeh ("Executive Committee Principal") die Geschicke leiten. Mike Flewitt bleibt an der Spitze bei McLaren Automotive in seiner gewohnten Position, genau wie Jonathan Neale und Zak Brown, die weiterhin als Betriebsleiter und Sportdirektor für die McLaren Technology Group, zu der auch die Rennsportabteilung gehört, verantwortlich sein werden.

"McLaren Racing erreicht derzeit nicht den Erfolg, von dem wir wissen, dass er möglich ist, aber das wird sich ändern", verspricht Ojjeh in Hinblick auf das Formel-1-Team und den schwachen Saisonstart. "Da Motorsport in unserer DNS ist, existieren wir in der Formel 1 für den Sieg und die Besten in allem zu sein, was wir tun", sagt er weiter. "Es wird großartig sein, McLaren in nicht allzu langer Zeit wieder siegen zu sehen."

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Dennis erhält € 300 Mio. Dennis erhält € 300 Mio. Brown: Titel statt Liberty Brown: Titel statt Liberty

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