MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Latifi möchte kein Bezahlfahrer sein

Der Vater von Formel-2-Pilot Nicholas Latifi hat sich bei McLaren eingekauft; sein Sohn befürchtet nun falsche Schlussfolgerungen.

Nicholas Latifi geht derzeit für DAMS in der Formel-2-Meisterschaft an den Start. Vor kurzem hat sein Vater Michael in die McLaren-Konzerngruppe investiert, weshalb einige Medien den Kanadier als Anwärter auf ein Formel-1-Cockpit im zugehörigen Rennstall sehen. Die Beteiligung habe darauf aber keinen Einfluss und würde ein falsches Licht auf seine Karriere werfen, so Latifi. Er verstehe jedoch, wenn Leute skeptisch auf das Geschäft seines Vaters blicken.

Letzte Woche hat Michael Latifi mehr als 230 Millionen Euro an das Team überwiesen und sich so einen Platz als Anteilseigner gesichert, der erste neue seit dem Ausscheiden von Ron Dennis. Laut McLaren-Geschäftsführer Zak Brown sei bei den Gesprächen rund um die Investition die Karriere von Nicholas kein Thema gewesen. Der Formel-2-Pilot sagt dazu: "Ich mache mir keine Sorgen darüber, was die Öffentlichkeit denkt. Trotzdem wirft es ein gewisses Licht auf mich. Die Menschen bilden sich ihre Meinung durch das, was sie sehen. Wäre ich nicht im Rennsport aktiv, dächte ich dasselbe."

Latifi betont, dass seine Karriere und die Geschäfte seines Vaters getrennt werden: "Hörte ich morgen mit dem Rennsport auf, würde er trotzdem noch in McLaren investieren.". In der Formel-1-WM benötigen viele neue Fahrer Unterstützung durch Unternehmen oder die Familie. "Viele verstehen nicht, dass es kein Sponsoring ist, sondern eine Investition ins Unternehmen", so Nicholas Latifi. "Es geht nicht darum, Geld dort hinein zu stecken, um mir einen Rennwagen zur Verfügung zu stellen."

Mit der Beteiligung wolle Michael Latifi, wie bei so einem Geschäft üblich, Geld verdienen. "Es hat keinen Einfluss auf meine Arbeit. Zwischen der Investition und mir gibt es keinerlei Verbindung", erklärt der Rennfahrer, der mit Force India assoziiert ist. Nicholas Latifi hatte gehofft, das Geschäft seines Vaters würde keinen Medienwirbel verursachen. "Ich möchte meine Karriere selbst aufbauen, und die Basis dafür sind meine Fähigkeiten auf der Strecke", gibt er sich kämpferisch.

Die Teams würden ihm aufgrund der Investition seines Vaters nicht mehr Aufmerksamkeit schenken, sagt Latifi. "Mein Name ist im Fahrerlager bekannt, und ich bin in der Lage, Formel-1-Autos zu fahren." In der laufenden Formel-2-Saison müsste Latifi in den Top 5 landen, um eine "Superlizenz" zu erhalten. Aktuell liegt er mit 72 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Lando Norris nur auf Rang zehn; auf Platz fünf fehlen ihm 23 Zähler.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Zu wenig Action in Madrid

Madring soll für 2027 geändert werden

Der Madring steht nach seinem Formel-1-Debüt vor möglichen Änderungen: Die FIA hat den Veranstaltern bereits konkrete Empfehlungen gegeben

GP von Italien: Qualifying

Sensation: Gasly erobert Windschatten-Pole!

Das hatte beim Grand Prix von Italien keiner auf dem Zettel: Während Mercedes und Ferrari strauchelten, wurde Alpine zur großen Überraschung

DTM erwägt große Format-Revolution

2027 Shootout-Qualifying in zwei Teilen?

Wird für 2027 in der DTM das Qualifying- und das Rennformat sowie der Ablauf geändert? Am Sachsenring gab es intensive Gespräche mit den Teams

Nach dem ersten Grand-Prix-Sieg von Pedro Acosta in der Königsklasse sprechen er selber, Pit Beirer und Crewchief Paul Trevathan über die Tragweite dieses Erfolgs

Berufungsgericht hat entschieden

Pierre Gasly verliert Monaco-Podium wieder!

Das internationale Berufungsgericht hat im Streit um das Monaco-Podium von Pierre Gasly entschieden: Strafen bleiben bestehen, Alpine-Pilot verliert den dritten Platz

DTM-Rennen Sachsenring – Hintergründe

Halbfinale in der DTM

Das vorletzte Rennwochenende der Saison 2026 stand ganz im Zeichen der Taktik. Wer schafft es, sich die beste Ausgangsposition für den in rund vier Wochen in Hockenheim anstehenden Showdown herauszufahren. Vor allem Thomas Preining, aber auch Maro Engel und Marco Wittmann haben die besten Ausgangspositionen für das Finale.