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Formel 1: Interview

Williams fordert Punkte bis Platz 20

Technikchef Lowe unterstützt die angedachte Erweiterung der Punkteränge und sieht viele Vorteile, wohl nicht zuletzt für sein Team.

Williams-Technikchef Paddy Lowe setzt sich für den Vorschlag ein, die Punkteränge in der Formel-1-WM von den Top 10 auf 15 oder gar alle 20 Fahrzeuge auszuweiten. Damit könnte man die Kämpfe im Hinterfeld bedeutsamer machen, sagt er. Derzeit seien meist die Top-6-Ränge ohnedies für die gleichen drei Teams reserviert, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, sodass sich alle anderen normalerweise nur um vier weitere Punkteplätze streiten.

Zudem sieht er den Vorteil, dass hinterherfahrende Spitzenpiloten ihr Auto dann nicht einfach abstellen. Ein Beispiel sei der Grand Prix von Belgien 2018, als Daniel Ricciardo nach dem Wechsel des Heckflügels zwei Runden Rückstand hatte und Red Bull Racing sein Auto daraufhin zurückzog, weil das Team keine Chance auf Punkte mehr gesehen hat.

"So wie sich der Sport entwickelt hat, fühlt sich das Punktesystem ein wenig einseitig an", klagt Lowe, dessen Fahrer heuer im bisherigen Schnitt nur auf den Plätzen 13/14 landeten. Allerdings gab es früher sogar für noch weniger Fahrzeuge Punkte, wenngleich mit der gestiegenen Zuverlässigkeit ob der Vorgaben in Sachen Entwicklungsmöglichkeiten und Haltbarkeit die Chancen auf Zähler für Außenseiter immer geringer wurden, sodass man schon in der Vergangenheit auf zehn Punkteplätze erhöhte, was für Williams 2018 aber auch meistens nicht ausreicht.

Lance Stroll und Sergey Sirotkin fahren meist konstant die Plätze zwölf bis 17 ein, haben damit aber wenig vorzuweisen. "Wir haben häufig viel zuverlässiger zwei Autos ins Ziel gebracht als die Konkurrenz, haben aber keine Belohnung dafür bekommen", beklagt Lowe. "Das Team arbeitet viele Stunden lang, um sicherzustellen, dass das Auto nicht kaputtgeht – egal, ob es schnell oder langsam ist –, und es bekommt gar nichts dafür."

Lowe glaubt, dass ein erweitertes Punktekontingent für eine zusätzliche Motivation sorgt, auch in der heimischen Fabrik: "Manchmal ist es schwierig. Es ist ein harter Job, und diese Ermutigungspunkte können für die Motivation Wunder wirken." In den 50er Jahren bekamen lediglich fünf Fahrer Punkte (plus ein Zähler für die schnellste Rennrunde), von 1960 bis 2002 waren es sechs. 2003 erhöhte man die Anzahl auf acht Fahrer, seit 2010 vergibt man Zähler an die Top 10.

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