Formel 1

Inhalt

Formel-1-Test: Barcelona II

Ferrari nur noch knapp vor Mercedes

Der finale Schlagabtausch mit Mercedes bei den Barcelona-Testfahrten ging an Ferrari, das aber durch einen Defekt viel Zeit verlor.

Am achten und letzten Tag der Wintertestfahrten in Barcelona haben sich Ferrari und Mercedes erstmals einen Schlagabtausch um die Bestzeit geliefert. Sekundenbruchteile entschieden zugunsten der Italiener, denn Sebastian Vettel im SF90 war in 1:16,221 bei seiner Qualifyingsimulation gerade mal drei Tausendstel schneller als Lewis Hamilton im Mercedes W10. Beide Piloten setzten ihre Zeiten auf den weichsten Reifen (C5).

Sowohl Hamilton als auch Vettel waren in der Lage, gleich mehrere ähnlich schnelle Runden am Stück zu absolvieren. Niemandem gelang dabei die perfekte Runde: Ferrari holte seine Zeit in den ersten beiden Sektoren, Mercedes im dritten. Beide haben also nicht das ultimative Limit ausgelotet, denn Vettel hätte sogar unter 1:16 bleiben können, wie sich aus der Addition seiner besten Sektorzeiten ergibt.

Für Ferrari und Vettel nahm der Schlusstag aber technisch betrachtet kein glückliches Ende: Gegen halb vier blieb der SF90 unweit der Boxenausfahrt mit Elektronikfehler liegen und löste damit den zweite Abbruch aus; zuvor hatte Kimi Räikkönen seinen Sauber C38 kurz vor der Mittagspause aus ungeklärten Umständen in Kurve drei abgestellt. Während der Finne nachmittags weitermachen konnte, war für Vettel nach der Panne vorzeitig Schluss. Nach dem Ausrollen von Kevin Magnussen im Haas VF-19 gegen 17:50 Uhr im Mittelsektor gab es zum dritten Mal rote Flaggen.

Auf Position drei im Tagesklassement klassierte sich mit Valtteri Bottas der zweite Mercedes-Fahrer. P4 ging an Nico Hülkenberg im Renault RS19, der dabei erstmals unter 1:17 blieb. Auch Daniil Kvyat im Toro Rosso STR14 und Carlos Sainz jun. im McLaren MCL34 schafften den Sprung unter diese Marke, alle mit C5-Reifen – und im Falle von Kvyat und Sainz jr. auch mit den meisten Kilometern des Tages.

Immerhin 29 Runden bestritt Max Verstappen im RB15-Honda, nachdem das Auto am Vortag beim Unfall von Pierre Gasly schwer beschädigt worden war. Das Team machte die Nacht zum Tage und war eine halbe Stunde nach Beginn des Streckenbetriebs einsatzbereit, wenngleich nicht in der neuesten Spezifikation, da für manche Teile wie die seitlichen Windabweiser keine aktuellen Ersatzteile bereitlagen. Zudem hielt ein erneutes Getriebeproblem den Niederländer über Stunden an der Box.

Das "Mittelfeld" zog sich am Freitag bis hin zu Sergio Pérez im RP19 von Racing Point auf Position zwölf, mit einem Rückstand von 1,5 Sekunden auf die Spitze. Klar abgeschlagen dahinter folgte Robert Kubica im Williams FW42, weitere 1,2 Sekunden zurück. Die Statistik zur zweiten Testwoche zeigt: Mit Vettel, Hamilton und Charles Leclerc lagen gleich drei Piloten innerhalb von nur einer Hundertstel. Am anderen Ende der Zeitenliste wird deutlich: Nur Williams hat keinen Anschluss an das Mittelfeld.

In der ersten Testwoche hatte Hülkenberg im Renault RS19 auf den weichsten C5-Reifen mit 1:17,393 die Bestzeit erzielt. Sebastian Vettel im Ferrari SF90 gelang in 1:16,221 die schnellste Runde der zweiten Testwoche, ebenfalls mit C5-Pneus. Ferrari sicherte sich die meisten Tagesbestzeiten, je zwei für Leclerc und Vettel. McLaren kommt dank Lando Norris und Carlos Sainz junior auf zwei Bestzeiten für den MCL34-Renault. Kvyat und Hülkenberg schafften je einmal Platz eins im Tagesklassement.

Die größte Distanz gelang Lewis Hamilton mit insgesamt 2.970 Kilometern und einem Vorsprung von 400 km auf den nächstbesten Piloten, seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. Robert Kubica brachte im Willliams-Mercedes FW42 indes die wenigsten Runden aller Grand-Prix-Piloten zustande – nur 1.248 km, was freilich vor allem dem verspäteten Testbeginn geschuldet ist.

Bei den Teams hat folglich ebenfalls Mercedes die Nase vorne: Zusammen absolvierten Bottas und Hamilton 5.539 Kilometer, drei Renndistanzen mehr als das zweitplatzierte Ferrari. Williams, das wie berichtet erst am dritten von acht Tagen in die Testfahrten eingestiegen war, schaffte mit 2.639 Kilometern wenig überraschend die geringste Gesamtdistanz.

Den nächsten Fahrbetrieb der aktuellen Formel-1-Autos gibt es erst beim mittlerweile traditionellen Saisonauftakt in Melbourne, beim ersten freien Training zum Grand Prix von Australien am 15. März 2019.

Barcelona-Testfahrten, Freitag

 1. S. Vettel      Ferrari       1:16,221
2. L. Hamilton Mercedes + 0,003
3. V. Bottas Mercedes + 0,340
4. N. Hülkenberg Renault + 0,622
5. D. Kvyat Toro Rosso + 0,677
6. C. Sainz jr. McLaren + 0,692
7. R. Grosjean Haas + 0,855
8. D. Ricciardo Renault + 0,893
9. K. Räikkönen Alfa/Sauber + 1,018
10. K. Magnussen Haas + 1,344
11. M. Verstappen RB Racing + 1,488
12. S. Pérez Racing Point + 1,570
13. R. Kubica Williams + 2,772

Drucken
Die besten Bilder Die besten Bilder Bericht 3. Tag Bericht 3. Tag

Ähnliche Themen:

13.05.2019
GP von Spanien

Der Ferrari-Teamchef ist nicht der Meinung, zu lange zugewartet zu haben, ehe er Sebastian Vettel an Charles Leclerc vorbeiwinkte.

15.03.2017
Formel 1: Interview

Rennleiter Boullier kritisiert Partner Honda und erklärt, dass McLaren mit einem Mercedes-Aggregat in diesem Jahr siegfähig wäre.

30.11.2012
GP von Brasilien

Die Diskussion rund um das Überholmanöver von Sebastian Vettel ist beendet – Ferrari akzeptiert das Rennergebnis, es gibt keinen Protest.

Formel-1-Test: Barcelona II

Erster Porsche RM Sotheby's versteigert Porsche Typ 64

Das Auktionshaus RM Sotheby's versteigert in Monterey vom 15. bis 17. August den letzten existierenden Porsche Typ 64 Berlin-Rom von 1940.

Steil bergauf KTM: neue Enduro-Generation EXC

Die neuen KTM-Enduros wurden dazu entwickelt, auf den steilsten Anstiegen, in schwierigstem Terrain und im tiefsten Schlamm zu bestehen.

Topmodel Citroen C5 Aircross PureTech 180 - im Test

Bezahlbar, aber ein bisschen extravagant: Mit dem C5 Aircross hat die Citroen einen weiteren Kandidaten für Frankreichs nächstes Topmodel.

ARC: Rallye St. Veit Klassenrang sechs für Schindelegger

Die fünfte Rallye von Lukas und Helmut Schindelegger steht in den Geschichtsbüchern, man zieht auf jeden Fall ein positives Resümee.