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Formel 1: Interview

Bottas klagt über Einjahresverträge

Valtteri Bottas glaubt, dass es im verlorenen WM-Kampf kein Vorteil war, quasi nebenher seine Zukunft bei Mercedes regeln zu müssen.

Christian Nimmervoll, Co-Autor: Adam Cooper

Valtteri Bottas findet, dass seine jährlichen Vertragsverhandlungen mit dem Mercedes-Team "nicht ideal" für seine mentale Konzentration auf den WM-Kampf mit Lewis Hamilton waren. Bereits seit 2017 fährt der 30-Jährige für den deutsch-englischen Rennstall, doch bisher bekam er stets nur einen Einjahresvertrag.

Daher blühen ihm im Sommer 2020 die gleichen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung wie auch diesen Sommer. Das sei "als Athlet und Fahrer keine ideale Situation", erklärt Bottas: "Es gab schon eine Zeit, da war die Situation im Hinblick auf 2020 alles andere als sicher. Viele Gerüchte. Ich hatte keine Ahnung, was passieren würde, und musste einfach abwarten."

Teamchef Toto Wolff gibt zu: "Es gibt bessere Wege, das Thema zu lösen. Im Nachhinein kann man sagen, dass es sich vielleicht ausgewirkt hat. Ich werde das berücksichtigen und versuchen, da in Zukunft einen besseren Job zu machen."

Bottas lag nach zwei von vier Rennen 2019 in der Fahrer-WM in Führung, einen Punkt vor dem späteren Weltmeister Lewis Hamilton (dessen Mercedes-Vertrag bereits im Juli 2018 bis Ende 2020 bestätigt wurde). In Baku erklärte er Ende April, er habe "noch gar nicht" über einen neuen Vertrag nachgedacht und sehe auch "keinen Bedarf", die Gespräche zu beginnen.

Allerdings ließ er schon damals anklingen: "Wenn die Gespräche losgehen, dann sind sie hoffentlich rasch erledigt und ziehen sich nicht in die Länge." Erst Ende August war die Sache dann mit der offiziellen Bekanntgabe erledigt.

Gegenüber Hamilton wähnt sich Bottas diesbezüglich im Nachteil: "Du hast halt nicht den totalen Seelenfrieden und kannst dich nicht rein auf den Job konzentrieren. Du bist nicht hundertprozentig frei im Kopf. Es ist schon schwierig."

"Wenn das immer so weitergeht, jedes einzelne Jahr deiner Karriere, dann wird es irgendwann richtig lästig. Insofern ist es jedes Mal schön, wenn der Vertrag unterzeichnet wird. Aber nächstes Jahr ist es wieder das Gleiche", befürchtet Bottas.

"Darüber mache ich mir jetzt aber keine großen Sorgen. Mein Tempo stimmt, ich habe Freude am Fahren, ich genieße die Arbeit mit dem Team - und ich hoffe, dass sie das auch zu schätzen wissen", sagt er.

Immerhin: Im Sommer 2020 wird Bottas nicht der einzige Fahrer sein, der seinen Vertrag neu verhandeln muss. Praktisch alle Verträge laufen Ende 2020 aus - auch jener seines Teamkollegen.

"Für 2021 ist die Tür weit offen. Da steht noch kein Fahrer bei irgendeinem Team unter Vertrag", erklärt Wolff. "Das ist super aufregend, und ich gehe davon aus, dass sich das Fahrerkarussell schon bald zu drehen beginnt!"

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