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Endstation Ost

Zuerst der Verkauf nach Malaysia, jetzt das endgültige Aus: die wechselvolle Geschichte der ostdeutschen Firma hat kein Happy-End.

mid/hh

Es kommt für die Belegschaft leider nicht überraschend: Der ostdeutsche Motorradhersteller MZ hat, wie bereits seit längerem angekündigt, die Produktion zum Jahresbeginn 2009 nach jahrelangen kontinuierlichen Verlusten eingestellt.

Von der Schließung betroffen sind rund 40 Mitarbeiter im Werk im sächsischen Zschopau. Zehn Mitarbeiter kümmern sich weiterhin um Ersatzteilversorgung und Service – auch für die wenigen Exemplare, die ihren Weg nach Österreich gefunden haben.

Motorradwerk Zschopau 1906-2009

Wechselvolle Geschichte: gegründet wurde das Unternehmen 1906 vom Dänen Jörgen Rasmussen. In den folgenden Jahren diversifizierte man und baute unter anderem auch Dampfkraftwagen - abgekürzt "DKW". Es war einer der Grundsteine für die Auto Union und Audi als Hersteller.

Die Motorradproduktion begann 1922. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Betrieb 1950 in der DDR wieder aufgenommen, die Auto-Union war durch die innerdeutsche Grenzziehung und den Kalten Krieg aber zerrissen.

MZ existierte fortan als Einzelhersteller, 1970 lief das millionste Motorrad vom Band. Nach der "Wende" 1989 wieder privatisiert, litt die in MuZ umbenannte Firma jedoch durch den Wegfall des osteuropäischen Marktes von Beginn an unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

1996 wollte der malayische Investor Hong Leong Industries Berhard für einen "Turnaround" à la KTM sorgen. Allerdings ohne großen Erfolg: 2006 musste die Entwicklungsabteilung geschlossen werden, die Produktion lief nur noch in kleiner Stückzahl.

Unter anderem wurden nach dem Bekanntwerden von Ferdinand Piechs Ducati-Ambitionen auch in den Volkswagen-Konzern zaghafte Hoffnungen gesetzt, die sich aber schnell zerschlugen.

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