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Harley-Davidson Forty-Eight Special und Iron 1200 - erster Test Harley-Davidson Sportster 2018

Charakterstarke Zwillinge

Für 2018 hat Harley-Davidson der Sportster-Baureihe zwei neue Modelle spendiert - die Iron 1200 und die Forty-Eight Special. Erster Test.

Mirko Stepan/mid, Sven Stepan/mid

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Dass Harley-Davidson eine Kult-Marke ist, bedarf keiner Erklärung. Warum das so ist, versteht jeder, der schon einmal auf einem der Bikes aus Milwaukee gesessen hat. Der spezifische Sound, das Blubbern und Vibrieren des V2-Twin-Motors, die - wenn es sich nicht um die großen Touring-Modelle handelt - aufs Wesentliche reduzierte Optik. All diese Eigenschaften kennzeichnen auch die Sportster-Baureihe, die seit 1957 zur Harley-Modellpalette gehört.

Mit der neuen Iron 1200 (Bild oben) und der Forty-Eight Special (Bild unten) hat die US-Marke nun zwei weitere Maschinen im Programm, die ganz bewusst auf Individualisierung ausgelegt sind. Customizing ist in der Motorradszene seit einigen Jahren total angesagt, bei Harley-Davidson gehörte das schon immer zum guten Ton. Wer wollte schon eine Harley von der Stange fahren?

Doch trotz der Möglichkeiten, die beiden Bikes dem eigenen Geschmack und den eigenen Bedürfnissen anzupassen, sind bereits die unangetasteten Maschinen echte Hingucker. Trotz ihrer gleichen Basis - Rahmen, Motor und Fahrwerk sind bis auf Gabel und Vorderrad identisch - fahren sie mit einem komplett eigenständigen Look vor. Und auch bei den Testfahrten rund um die kroatische Küstenstadt Split zeigt sich, dass die zweieiigen Zwillinge ganz unterschiedliche Charaktere sind.

Bei der Iron 1200 macht sich vor allem die Kombination aus schmalem 19-Zoll-Vorderrad und 16-Zoll-Hinterrad bemerkbar, die gegenüber der mit breiten 16-Zöllern bestückten Forty-Eight Special für deutlich besseren Fahrkomfort sorgt und vor allem in Kurven mehr Dynamik vermittelt. Auch die etwas aufrechtere Sitzposition der Iron 1200, die durch rund zwei Zentimeter mehr Sitzhöhe und mittig montierten Fußrasten sowie dem höheren, etwas stärker zum Fahrer geschwungenen Mini-Ape-Lenker (22,2 Zentimeter hoch und 81,2 Zentimeter breit) zustande kommt, sorgt für mehr Kontrolle über die Maschine.

Beide Sportster-Modelle sind zwar nicht unbedingt für lange Touren ausgelegt, aber die insgesamt 180 Kilometer lange Ausfahrt mit den beiden Maschinen zeigt: Kurze Touren lassen sich mit beiden problemlos bewältigen, mit der Iron 1200 etwas besser als mit der Forty-Eight Special.

Letztere ist vor allem zum gemütlichen Cruisen gedacht, bei Fahrern über 1,80 Meter können die etwas niedrigere Sitzposition, der knapp vier Zentimeter niedrigere Lenker und die weit vorne am Rahmen angebrachten Fußrasten für vorzeitige Ermüdungserscheinungen sorgen. Dank Peanut-Tank mit überschaubaren 7,9-Liter Volumen sind regelmäßige Tankstopps Pflicht und auch willkommen. Der Tank der Iron 1200 fasst 12,5 Liter und vergrößert damit den Aktionsradius.

Motorseitig sind die beiden Neuen identisch: Im Rahmen steckt der bekannte 1200er Evolution Motor mit 1.202 Kubikzentimeter Hubraum, der 49 kW/67 PS bei 6.000 Umdrehungen pro Minute leistet. Das maximale Drehmoment liegt bei 96 Newtonmeter bei 3.500 Umdrehungen pro Minute. Damit sind die beiden Sportster zwar nicht untermotorisiert, aber ein paar PS mehr für mehr Agilität, vor allem bei der sportlicher ausgelegten Iron 1200, wären wünschenswert.

Und die Optik? Auch hier zeigt sich die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Harleys. Gemeinsam ist beiden, dass die neuen Lackierungen und Tank-Graphics ganz bewusst an die Designs der 1970er erinnern. Bei der Iron 1200 fallen vor allem die kleine Scheinwerfer-Verkleidung und der Café-Solo-Sitz auf, bei der Forty-Eight Special der größere Chrom-Anteil.

Die Iron 1200 ist mit zahlreichen matt-schwarzen oder glänzend schwarzen Teilen und Abdeckungen etwa an Auspuff, Krümmern und Antriebsstrang sowie dem Motor ausgestattet. Das sorgt auch optisch dafür, dass die beiden 1200er Sportster ganz eigenständige Harley-Modelle sind, trotz identischer technischer Basis.

Wer es gerne etwas gemütlicher angeht, sollte die Forty-Eight Special ins Auge fassen, die in Sachen Design mit ihrer flachen Linie und den massigen Rädern definitiv zu den Leckerbissen der Harley-Davidson Familie gehört. Mehr Fahrspaß vermittelt die neue Iron 1200.

Straßenmotorrad mit luftgekühltem V2; Zahnriemenantrieb; Hubraum: 1.202 ccm, Bohrung x Hub: 88,9 mm x 96,8 mm, max. Leistung: 49 kW/67 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment 96 Nm bei 3.500 U/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, 5-Gang-Getriebe; Fahrwerk: Stahl-Doppelschleifenrahmen, Cartridge-Telegabel, Standrohrdurchmesser 49 mm, zwei Emulsion-Federbeine mit einstellbarer Federbasis, Scheibenbremse vorn und hinten, ABS, Reifen vorne: 130/90 B 16 73H, hinten: 150/80 B 16 77H; Länge: 2.165 mm, Breite: 870 mm, Höhe: 1.180 mm, Sitzhöhe: 710 mm, Radstand: 1.495 mm, Gewicht fahrfertig: 256 kg, Tankinhalt: 7,9 l, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h.
Österreich-Preis: ab 14.795 Euro (Deutschland: 12.195 Euro).

Straßenmotorrad mit luftgekühltem V2; Zahnriemenantrieb; Hubraum: 1.202 ccm, Bohrung x Hub: 88,9 mm x 96,8 mm, max. Leistung: 49 kW/67 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment 96 Nm bei 3.500 U/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, 5-Gang-Getriebe; Fahrwerk: Stahl-Doppelschleifenrahmen, Cartridge-Telegabel, Standrohrdurchmesser 39 mm, zwei Emulsion-Federbeine mit einstellbarer Federbasis, Scheibenbremse vorn und hinten, ABS, Reifen vorne: 100/90 B 19 57H, hinten: 150/80 B 16 77H; Länge: 2.200 mm, Breite: 915 mm, Höhe: 1.240 mm, Sitzhöhe: 735 mm, Radstand: 1.515 mm , Gewicht fahrfertig: 256 kg, Tankinhalt: 12,5 l, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h.
Österreich-Preis: ab 13.395 Euro (Deutschland: 10.955 Euro).

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