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Kulturgut mit Rallye-Genen

Es hat KTM bestimmt einige Überwindung gekostet, die Reise-Enduro 990 Adventure so zu bauen, wie sie jetzt in der zweiten Auflage für 14.798,- Euro zu haben ist. Gelungen ist sie trotzdem.

mid/ww

Wegen zu geringen Käuferzuspruchs wurde die Vorgängerin 950 Adventure für die Bedürfnisse einer größeren Zielgruppe kultiviert und erhielt neben größerem Hubraum unter anderem ABS, Benzineinspritzung statt Vergaser und eine deutlich niedrigere Sitzposition. Im Stand wirkt die Oberösterreicherin nicht zuletzt wegen der üppigen Kunststoffverkleidung sehr mächtig. Doch ist erst einmal die nunmehr 86 Zentimeter hohe Sitzbank erklommen, schaut die Welt schon wieder ganz anders aus.

Die schmale, aber dennoch bequeme Sitzbank, die aufrechte Sitzposition und die übersichtlichen Schalter und Instrumente laden auch den unsportlichen Fahrer zu einem Ritt ein - sogar ohne Dakar-Erfahrung.

Der Zweizylinder ist dank E-Starter schnell zum Leben erweckt, der erste Gang legt sich fast von selbst ein. Und los geht's: Der 72 kW/98 PS starke Twin-Motor mit nunmehr 999 ccm Hubraum gibt seine Leistung eher unspektakulär und über ein breites Drehzahlband ab, so dass in jeder Situation ausreichend Kraft zur Verfügung steht. Dabei muss fleißig geschaltet werden, wobei die sechs Gänge sich fast schon zu leicht wechseln lassen.

Dank eines Gewichts von nur 230 Kilogramm lässt sich die KTM sehr flink um Kurven bewegen, dabei flitzt sie agil und reagiert schon auf leichten Schenkeldruck mit dem Richtungswechsel. Auf der Landstraße ist die Adventure eine reine Freude, und auch im Stadtverkehr lässt sie sich nicht zuletzt dank des breiten Lenkers und des nunmehr deutlich verbesserten Lenkeinschlages sicher und souverän bewegen. Und was sich hinter einem abspielt, ist dank der großen Rückspiegel gut erkennbar.

Ohne Anstrengung bewältigt die Reise-Enduro aber auch Autobahnetappen. Dabei schützt die Verkleidung ausreichend vor dem Fahrtwind. Zeigt der Digital-Tachometer dann 170 km/h an, wird es deutlich laut und turbulent. Die Versuchung ist auch nicht allzu groß, die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h wird man länger zu fahren als nötig, zumal dadurch die Reichweite des tourentauglichen 22-Liter-Tanks drastisch gesenkt wird.

Bei schneller Gangart erweist sich die KTM als Trinkerin, man muss mit über sieben Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer rechnen. Im Schnitt notierten wir letztlich einen Verbrauch von 5,8 Litern Super auf 100 Kilometer, so dass also spätestens nach immerhin doch 380 Kilometern eine Zapfsäule aufgesucht werden musste. Das Auftanken ist dann allerdings wegen der zwei Einfüllöffnungen am Tank, die auch noch in der richtigen Reihenfolge betankt werden müssen, reichlich umständlich und zeitintensiv.

Der Stolz heimischen Maschinenbaues kostet 14.798,- Euro; für die Fernreisetauglichkeit gibt es als Zubehör 35-Liter-Koffer und Topcase. Der Käufer erhält mit der Adventure 990 eine durchaus alltagstaugliche Reise-Enduro, die ihre Wurzeln aus dem Rallyesport aber keineswegs verleugnen will. Schließlich verleihen die Erfolge in der Wüste ihr auch auf den Boulevards der Großstadt ein gutes Image. Und das ohne Aufpreis.

Teststeno KTM 990 Adventure EFI:

Reise-Enduro mit flüssigkeitsgekühltem Zweizylinder-Viertaktmotor, 999 ccm Hubraum, 72 kW/98 PS Leistung bei 8.500 U/min, max. Drehmoment 95 Nm bei 6.500 U/min, vier Ventile pro Zylinder, geregelter Katalysator, elektronische Einspritzung, Upside-down-Telegabel vorn, Alu-Profilschwinge mit Zentralfederbein hinten, Kettenantrieb, Sechsganggetriebe, Reifen vorn 90/90 21, Reifen hinten 150/80 18, Höchstgeschwindigkeit 215 km/h, Leergewicht (ohne Zubehör) 230 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 430 Kilogramm, Zuladung 200 Kilogramm, Sitzhöhe 86 Zentimeter, Tankinhalt 22,0 Liter, Verbrauch 5,8 Liter Super auf 100 Kilometer; Preis 14.798,- Euro.

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