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Es hat nicht sollen sein!

15 Stunden lag lag Manfred Jurasz mit seinen Teamkollegen in Australien in Führung, dann kam leider das vorzeitige Aus für den Niederösterreicher.

Das 24-Stunden-Rennen begann fuer das englische Cirtek-Team wie am Reißbrett vorgezeichnet. Rang drei im Qualifying als schnellster Porsche, nur geschlagen vom Ferrari mit dem Australier John Bowe am Steuer und dem Holden-Piloten G. Tander, dessen Triebwerk an die 700 Pferdestärken auf die Strasse brachte.

Nach 99 Runden, vorher abwechselnd auf Rang zwei oder drei liegend, leuchtete erstmals die Nummer 24 auf der obersten Stelle der Anzeigetafel auf. Am Steuer des 440-PS-Tondach-Porsche 911 GT3, der Niederösterreicher Manfred Jurasz, der kurz zuvor den Cirtek-Rennwagen von David Brabham, dem Sohn von Formel 1-Legende Jack Brabham übernahm.

Der Leopoldsdorfer Manfred Jurasz sicherte trotz mangelnder Streckenkenntnis - er konnte insgesamt nur sechs Runden trainieren - die Führung in der Gesamtwertung ab, ehe er das Lenkrad an den vierten Piloten Allen Grice übergab.

Die Nacht wurde ohne Probleme über die Bühne gebracht, selbst die aufgescheuchten Känguruhs des Monte Panorama waren für das Führungsteam kein Hindernis. "Wir wurden vorher von der Rennleitung gewarnt, dass sich eventuell Känguruhs auf die 6,7 km lange "Berg- und Talbahn" von Bathurst verirren", berichtet der Österreicher, glücklicherweise gab's aber keine Konfrontation mit den Beutelhopsern.

In den frühen Morgenstunden setzte wieder Manfred Jurasz seine Runden in die Bahn, als er in der 17. Stunde den mit sieben Runden in Front liegenden Porsche wieder in die Hände von David Brabham legte, wurde in der Mannschaft mit dem Gesamtsieg spekuliert. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Der Sonntagvormittag wurde zum Kanossagang für die Leader-Mannschaft. Plötzlich kam Bewegung in die verschlafenen Mechaniker-Gesichter. Brabham humpelte mit einer gebrochenen linken Hinterachse am Porsche in die Box. In nur zehn Minuten war der Schaden behoben, Rang eins aber an das Holden-Team verloren. Es galt nun, den zweiten Platz zu sichern, mit der Hoffnung, dass der Holden ebenfalls Probleme bekommt.

Differenz zum Leader, lächerliche 1,5 Runden, also selbst ein Tankstopp mit Reifenwechsel hätte wieder die Führung bringen können. Es sollte aber anders kommen, in einer Bergab-Passage wurde Allen Grice am Steuer des Tondach-Porsche von einem BMW in die Mauer abgedrängt. Fazit: die rechte Hinterachse wurde stark beschaedigt.

Wie im Film brachte die Technikercrew wieder alles ins Lot, jedoch die Spur stimmte nicht mehr hundertprozentig. So gab Teamchef Rob Schirle an den Piloten Darren Palmer die Order aus:

"Maximumtempo 100 km/h und das Auto ins Ziel tragen." Der Australier wollte anscheinend vor seinen Fans brillieren und hielt sich trotz kalter Reifen nicht an die Teamorder, nach zirka 5oo Meter war der Spuk vorbei, der Porsche knallte in die Mauer. Vorbei der Traum für das Team, das 24-Stunden-Rennen am anderen Ende der Welt zu gewinnen oder zumindest mit einem Stockerlplatz ein Spitzenergebnis einzufahren. Völlig zerknirscht trabte der junge Fahrer zurück ins Fahrerlager.

"Wir standen ganz knapp vor einem großen Triumph, doch den Australiern fehlt noch ein wenig die Erfahrung, wie man sich bei 24-Stunden-Rennen richtig verhält", ärgerte sich Manfred Jurasz über die vergebene Chance, die nur durch übertriebenen Ehrgeiz vertan wurde und meinte weiter: "Ich komme aber sicher nochmals hierher."

24-Stunden-Rennen von Bathurst, Ergebnis:

1. Holden (Tander, Richarda, Prettny, McConville) Holden Monaro 532 Runden
2. Deutsche Bank (Short, Dashley, Lamb, Malagamuwa Mosler - 23 Runden
3. Duller Motorsport (Redhouse, Hannen, Beninca) BMW M3 - 27 Runden
4. Duller Motorsport (Donaldson, Brocka, Wilson) BMW M3 - 35 Runden
5. Sterling Motorsport (Angelo, Shaw, Mareh, Buckinham) BMW M3 Coupe - 36 Runden

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