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"Ich freue mich wie ein kleines Kind!"

Fünf Jahre nach seinem schweren Unfall wird Alex Zanardi wieder in ein Formel 1-Auto steigen. BMW stellt dem WTCC-Piloten einen adaptierten F1.06 zur Verfügung.

Michael Noir Trawniczek

Fünf Jahre ist es her, am 15. September ist es passiert: Beim Champ Car-Gastspiel auf dem Lausitzring dreht sich der Führende Alex Zanardi - der 1997 und 1998 die US-Serie dominiert hatte, sich nach seinem F1-Abenteuer jedoch bei seinem US-Comeback schwer tat und auf der Lausitz erstmals wieder on top dabei ist - auf kalten Reifen so unglücklich auf die Fahrbahn, dass er von einem Konkurrenten mit voller Geschwindigkeit seitlich torpediert wird. Der Unfall sieht dermaßen schrecklich aus, dass der deutsche TV-Sender ARD von einer Sekunde auf die andere die Live-Übertragung abbricht.

Zanardi verlor bei dem Unfall beide Beine - zunächst jedoch musste er dem Tod von der Schaufel springen. In der Folge legte der heute 40-jährige Italiener einen unglaublichen Optimismus an den Tag, lernte nicht nur den Umgang mit modernsten Prothesen, sondern setzte sich in Folge auch für behinderte Kinder ein. Als Zanardi ein paar Wochen nach seinem Unfall von einem Comeback sprach, konnten nur wenige erahnen, wie ernst er dies tatsächlich gemeint hat.

Zwei Jahre später fuhr er auf dem Lausitzring mit einem Champ Car-Boliden jene 13 Runden zu Ende, die 2001 noch auf die Zielflagge gefehlt hatten. Zudem startete Zanardi ein Comeback als Berufsrennfahrer - im August des Vorjahrs konnte er in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC mit einem auf seine Behinderung hin adaptierten BMW seinen ersten Sieg erobern. Heuer gab es einen weiteren Zanardi-Sieg in der Serie.

Jetzt wird der ehemalige Formel 1-Pilot, der zwischen 1991 und 1994 sowie im Jahr 1999 in der Königsklasse fuhr, erstmals wieder in einen F1-Boliden steigen. Im Rahmen des Formel BMW-Weltfinales Ende November, in Valencia, wird Zanardi den BMW Sauber F1.06 pilotieren.

"Ich freue mich wie ein kleines Kind darüber, noch einmal einen Formel 1-Wagen der neuen Generation fahren zu dürfen", erklärte Alex Zanardi der Nachrichtenagentur sid. Der Bolide wird mit Handgas ausgerüstet - die Bremse betätigt Zanardi mit seiner Prothese, weshalb das Bremspedal verbreitert und mittig angelegt wird. "Den Wunsch erfüllen wir ihm gerne", sagte dazu BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen.

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