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Grüne Lippen nur auf großen Bühnen

In der F1 predigt FIA-Präsident Mosley das "grüne Bewusstsein" - währenddessen werden auf Neben-Bühnen wie der Rallye-WM wirklich grüne Innovationen ignoriert.

Michael Noir Trawniczek, noir@motorline.cc

Liebe motorline.cc-FreundInnen,

Wenn ich lese, welch kühne grüne Pläne Herr Max Mosley für die Formel 1 schmiedet, frage ich mich, ob der Herr Präsident vielleicht Wasser predigt und Wein trinkt?

Herr Mosley möchte einen Hybridmotor in der Formel 1 etablieren. Immerhin soll der nun auf dem derzeit in Verwendung stehenden Achtzylindermotor basieren - zunächst wollte Mosley ja wieder seine teuren Sparmaßnahmen durchziehen: ein Sechszylindermotor hätte neu entwickelt und hergestellt werden sollen, der von der PS-Zahl einer F1 unwürdig gewesen wäre. Die Idee, aus der Bremsenergie zusätzliche 80 PS zu generieren, für einen "Boost"-Button, den der Pilot im Falle eines Überholwunsches drückt - die Idee ist prinzipiell gut, finde ich.

Aber: Theorie und Praxis klaffen bei Herrn Mosley weit auseinander. Und die "Grünheit" der FIA scheint weitgehend ein Lippenbekenntnis zu sein. Hier in Österreich werden Erdgas-Rallyeautos entwickelt und eingesetzt, die nicht nur auf Diesel- sondern bereits auf Benziner-Niveau fahren. Doch derzeit könnte ein Team wie Stohl Racing die internationale Bühne gar nicht betreten - in der ebenfalls von der FIA geregelten Rallye-Weltmeisterschaft gibt es für den Einsatz von Alternativkraftstoffen nicht einmal eine Teilnahmemöglichkeit oder Klasse.

Hier, auf der kleineren Bühne der Rallye-WM, gäbe es genug zu tun, Herr Präsident. Die privaten Teams kämpfen ums Überleben und Innovationen wie das Erdgasauto bleiben unbeachtet. Hier könnte einmal gearbeitet werden,

meint Ihr
Michael Noir Trawniczek

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