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Genau wie 1968

Doppelsieg für Peugeot, seltsame Teamarbeit, Niederlage für Audi – LMP2: Verstappen & Co. sind Meister - GT2: Richard Lietz am Podium

Johannes.Gauglica@motorline.cc

Jubiläum für den 908 – aber nicht den Peugeot 908 HDi, sondern seinen vielleicht noch etwas berühmteren Namensvetter aus Stuttgart.

Der Porsche 908 gewann vor 40 Jahren das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring, damals natürlich noch auf der ehrwürdigen Nordschleife.

Der Rennwagen mit der wahrscheinlich längsten und erfolgreichsten Karriere aller Zeiten wahrscheinlich war in etlichen Exemplaren noch über ein Jahrzehnt später konkurrenzfähig.

Der letzte der fünf Siege bei den 1000 km am Ring kam zwölf (!) Jahre später, im Jahr 1980.

Im Jahr 2020 werden wir den Peugeot 908 wahrscheinlich nicht mehr in Aktion sehen; im Jahr 2008 war der französische Diesel-Bolide unschlagbar.

Erinnern wird man sich an dieses Rennen in 20 Jahren auch nicht mehr.

Das falsche Auto gewinnt

Spannend ist anders: Der einzige Unsicherheitsfaktor war die Ungeduld der vier Herrschaften am Steuer, die ihre beiden 908 HDi mit haarsträubenden Manövern in prekäre Situationen brachten.

Letztlich ging alles gut für Pedro Lamy und den diesmal ganz besonders ungeduldigen Nicolas Minassian; die Startnummer 8 holte sich den Sieg vor dem trainingsschnellsten Auto Nr. 7 mit Stephane Sarrazin/Marc Gené.

Kuriose Teamstrategie: Die Crew portugiesisch-französische Crew der Nr. 7 führt weiter in der Tabelle, aber nur mit zwei Punkten Vorsprung auf die drittplatzierten Audianer Mike Rockenfeller und Alex Premat. Es hätten vier Zähler sein können.

Audi organisierte vor Schluss noch einen Positionswechsel, um dem aussichtsreichsten Team die meisten Punkte zuzuschanzen – Peugeot tat dies nicht. Eigentlich unsinnig, oder?

Audi deklassiert

Vom reinen Speed her hatte Audi keinen Auftrag. Die Mannschaft Nr. 1 (Rinaldo Capello/Allan McNish) hatte immer noch mit ganz offensichtlichen Handlingschwierigkeiten zu kämpfen – und das ausgerechnet beim Heimspiel. Die Youngster in der Nr. 2 waren Ingolstadts letzte Hoffnung.

Premat & Rockenfeller fassten aber zwei bis drei Sekunden pro Runde an Rückstand aus; die französischen Autos waren mit neuen Aero-Modifikationen deutlich schneller. Nach einer Stunde hatten die beiden Löwen bereits 40 Autos überrundet. Im Durchschnitt waren die Peugeot 3 km/h schneller als die Audi.

Die Hoffnung auf eine kleine Sensation in der Form des tschechischen Lola-Aston (mit voller Werksunterstützung von Aston Martin) war rasch vorbei; nach kleinen Reparaturen einiger Unfallschäden beschied man sich mit Platz 5 und dem Sieg in der inoffiziellen Benziner-Wertung.

LMP2: Jos ist endgültig der Boss

Das neu gegründete Team von Peter van Merksteijn hat im ersten Anlauf praktisch alles Erreichbare geschafft: nach dem Klassensieg in Le Mans jetzt auch der Teamitel in der LMP2-Wertung der Le Mans Serie. Mit Jos Verstappen steht der erste Meister des Jahres 2008 fest.

Der Teamchef war bei der Rallye Deutschland im Ford Focus WRC zugange. Verstappen und Jeroen Bleekemolen fielen anfang etwas zurück, drehten dann aber in bewährter Weise auf und waren am Schluss auf Gesamtplatz 6.

Das Pech der Konkurrenten spielte in ihre Hände: das Essex-Team hatte noch eine rechnerische Chance auf den Titel, der sie hätten Dritte werden müssen. Dänische Porsche-Spyder machte einige Ausflüge in die unmittelbare Umgebung; Platz 3 war nicht genug.

Damit kann Peter van Merksteijn sich beruhigt seinem Rallye-Projekt für 2009 zuwenden. Der Porsche wird womöglich mit anderer Besatzung auch nächstes Jahr dabeisein.

GT2: Lietz am Stockerl

Fabelhafte Aufholjagd: Der Virgo-Ferrari startete nach einem Feuerchen im Training von ganz hinten und drehte dann die schnellsten GT2-Runden; nach 41 Minuten war Gianmaria Bruni der neue GT2-Leader.

Am Ende hatten Bruni und Rob Bell mit dem etwas gebraucht wirkenden, aber pfeilschnellen Ferrari eine volle Runde Vorsprung auf den Felbermayr-Proton-Porsche 997 von Marc Lieb und Alex Davison.

Richard Lietz (mitunter im Rallye-Stil!) und Raymond Narac führten zeitweise die Klasse an, letztlich war es Platz 3.

Bell/Bruni bauen ihren Vorsprung in der Tabelle auf drei auf Lieb/Davison aus; auch hier ist also für’s Finale in Silverstone alles offen.

Kurz ein Wort zur GT1-Klasse: sie war dieses Mal als der „Zombie-Ball“ des Rennens; vier Autos gestartet, ein einziges Auto am Schluss noch halbwegs gesund. Tomas Enge und Antonio Garcia siegten vor… - eigentlich niemandem.

Eine Corvette des Teams von Luc Alphand kroch noch mit der erforderlichen Mindestdistanz auf Klassenrang 2 ins Ziel und hält die Tabellenführung. Damit ist die Meisterschaft in dieser Klasse weiterhin offen.

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