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Überholen wird 2009 einfacher

Über die Auswirkungen des neuen Reglements spricht Konstrukteur Rory Byrne: "Überholen wird definitiv deutlich einfacher im Vergleich zu heute".

Die beste Nachricht vorab: Überholen wird in der kommenden Formel-1-Saison deutlich einfacher. Davon ist zumindest der frühere Ferrari-Konstrukteur Rory Byrne fest überzeugt. Der Südafrikaner hat im Rahmen der so genannten "Overtaking Group" entscheidend am Reglement für 2009 mitgewirkt. Ziel war es, die Boliden der Königsklasse aerodynamisch so zu beschneiden, sodass das Folgen im Windschatten und letztlich das Überholen drastisch vereinfacht wird. Byrne ist von dem Ergebnissen überzeugt. Zwar habe man das Ziel der Reduzierung des Abtriebs um 50 Prozent nicht ganz erreicht, aber dennoch malte er ein positives Bild.

Die Formel-1-Fahrzeuge der nahen Zukunft werden auf viele Fans zunächst einen merkwürdigen Eindruck machen, denn die Heckflügel werden ab 2009 deutlich kleiner ausfallen und am Heck eines Boliden fast etwas verloren wirken. Ein erstes Bild konnte man sich in der vergangenen Woche in Jerez davon machen, denn dort setzte Williams ein entsprechendes Luft-Leitwerk ein. Konsequenz des neuen Heckflügels: Es wird weniger Verwirbelungen geben, so genannte "Dirty Air" - umso einfacher wird es, im Windschatten zu folgen.

"Hinzu kommt noch, dass der Frontflügel verstellbare Elemente haben soll", beschrieb Byrne im Interview mit Motorsport-Total. Die neue Aerodynamik an der Front sieht einen breiteren und tiefer gezogenen Frontflügel vor. "Das bedeutet, dass man das Auto im Windschatten auf mehr Stabilität trimmen und so besser folgen kann. Das Folgen eines anderen Autos und letztlich auch das Überholen wird definitiv deutlich einfacher sein im Vergleich zur jetzigen Situation. Ich habe daran nicht den geringsten Zweifel."

Der verstellbare Frontflügel ist einer Schlüsselpunkte im neuen Reglement. Die Piloten können anhand eines Bedienelements im Cockpit oder am Lenkrad innerhalb kürzester Zeit Justierungen vornehmen. Der Clou allerdings liegt darin, dass die Verstellvorgänge begrenzt werden. "Zweimal pro Runde" dürfen die Piloten an der Stellschraube pro Rennrunde drehen, erklärte Byrne. "Die Prämisse war eindeutig: Wenn du deinen Frontflügel im Windschatten verstellst, um mehr Stabilität zu bekommen, dann musst du ihn nach dem Überholen auch wieder zurückstellen können. Man muss daher zwei Vorgänge pro Runde erlauben."

Abgesehen von der Begrenzung auf zwei Verstellvorgänge pro Runde, wird der Pilot im Cockpit freie Hand haben: "Er kann zum Beispiel erst justieren und wenn er merkt, dass es zu wenig war, kann er noch einmal nachregeln. Aber dann kann er in der gleichen Runde eben nicht wieder in die Ausgangsposition zurück. Dann muss er bis zur nächsten Runde warten. Das ganze wird kontrolliert über die Einheitselektronik der FIA."

Die Standard-ECU biete eine solche Möglichkeit schon jetzt, fügte Byrne an. Jedoch habe man bisher nicht alle Details implementieren können. Die Kontrolle während des Rennens ist dabei eines der Probleme, welches bis zum Winter noch gelöst werden muss, denn es macht keinen Sinn, erst nach dem Rennen alle Daten auszulesen und dann festzustellen, dass ein Pilot möglicherweise zu häufig an der Stellschraube gedreht hat. "Ich denke, es wird elektronisch in der Form kontrolliert, dass ein dritter Verstellvorgang innerhalb einer Runde einfach blockiert wird", sagte der Ex-Ferrari-Techniker.

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