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Lauda für mehr Technik-Wettbewerb

Niki Lauda über Riesenviecher die keinen Schönheitspreis gewinnen werden und Bernie Ecclestones umstrittenen Medaillen-Spiegel.

Die technische Revolution in der Formel 1 ist im vollen Gange. Zusätzlich geistert die Medaillen-Idee von Bernie Ecclestone wie ein Gespenst durch den schnellsten Zirkus der Welt, wonach der Fahrer mit den meisten Siegen in einer Saison automatisch zum Weltmeister würde. Niki Lauda ist von dieser Art der Meisterschaftsentscheidung alles andere als begeistert, das liegt nicht nur daran, dass er nach diesem Rechenmodell zwei seiner drei WM-Titel gar nicht errungen hätte. Der Österreicher nennt gegenüber 'Bild' die wesentlichen Probleme dieser Idee:

"Für die unterlegenen Teams ist das kein Anreiz. Was nützt es noch, zu überholen und auf Platz acht vorzufahren? Fahrerpunkte gibt's dann ja keine mehr. Medaillen werden bei Olympischen Spielen vergeben. Die finden alle vier Jahre statt, die Rennen hingegen alle 14 Tage. Das ist doch Unsinn. In der Formel 1 ändert sich jedes Jahr etwas, aber dass der Sieger am Ende des Rennens den Siegerpokal des Gastgebers in die Höhe stemmt und Champagner versprüht, ist Tradition. Ich glaube, das wollen die Leute sehen.

Viele technische Neuerungen, wie etwa das KERS-System stecken für den Zuschauer noch unsichtbar unter der Motorhaube, doch von den neuen aerodynamischen Restriktionen haben sich die Fans bei den jüngsten Testfahrten ein eindrucksvolles Bild machen können. Wie bei der Mehrheit der Zuschauer kann Lauda dem neuen optischen Bild der F1-Boliden nicht viel abgewinnen.

"Die Frontflügel sind Riesenviecher, die Heckflügel klein - damit gewinnt die Formel 1 keinen Schönheitspreis", runzelt die Legende die Stirn. "Aber weil keine anderen Flügel mehr erlaubt sind, werden die mörderischen Kosten für Windkanaltests eingedämmt. Außerdem wird es leichter, sich anzusaugen, aus dem Windschatten des Vordermannes rauszukommen und zu überholen."

Auch das KERS-System sieht Lauda durchaus kritisch: "Irgendwann wissen alle Fahrer, wann der Powerknopf am sinnvollsten eingesetzt wird. Damit wäre der Effekt, das mehr überholt wird, wieder dahin." Die Formel 1 müsse laut Lauda kein Wegweiser für Umweltfreundlichkeit sein, sondern stehe eher für Wettbewerb und Technik.

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