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WTCC: Zolder

Chevrolet-Dreifachsieg

Im 1. Heat in Zolder gibt's ein Crash-Festival, Chevrolet feiert unbeeindruck einen Dreifachsieg, Huff vor Menu und Muller.

Die WM-Spitzenreiter von Chevrolet knüpften im ersten Rennen von Belgien an ihre Leistung vom Saisonauftakt in Brasilien an und dominierten das Geschehen fast nach Belieben. Nach einem sehr turbulenten Lauf, der eine längere Safety-Car-Phase und diverse Unfälle gesehen hatte, rasten Rob Huff, Alain Menu und Yvan Muller an der Spitze des 21-köpfigen Starterfeldes über die Ziellinie.

Die Verfolger um Gabriele Tarquini (Lukoil-Sunred) und Tiago Monteiro (Sunred) schienen das hohe Tempo der Titelverteidiger anfangs noch mitgehen zu können, mussten aber - genau wie der Rest des Feldes - sukzessive abreißen lassen. Gegen Chevrolet war im ersten Rennen von Zolder einfach kein Kraut gewachsen. Dabei hatte sich das Trio am Start beinahe gegenseitig in die Bredouille gebracht.

Huff war beim fliegenden Start gut weggekommen und behielt die Führung, doch Menu und Muller drängelten von hinten, sodass es sogar zu Chevrolet-internen Berührungen kam. Tarquini nutzte die allgemeine Verwirrung, um sich hinter Huff und Menu auf Rang drei einzuordnen. Muller, Monteiro und Norbert Michelisz (Zengö), der von Tom Coronel (ROAL) angerempelt worden war, folgten dahinter.

Runde drei: In Sektor eins kracht's gewaltig

In Runde drei überschlugen sich schließlich die Ereignisse: Alles begann mit einem Gerangel im Hinterfeld, weil sich Aleksei Dudukalo (Lukoil-Sunred), Yukinori Taniguchi (Bamboo) und Michel Nykjaer (Sunred) nicht über die Vorfahrt im ersten Sektor einigen konnten. Vor Kurve zwei kam es prompt zu einer Berührung zwischen Dudukalo und Taniguchi, wobei Letzterer ins Driften geriet.

Javier Villa (Proteam) nutzte diese Situation zu seinen Gunsten und stach innen an den beiden Streithähnen vorbei, ein ähnliches Manöver von Marchy Lee (KK) missglückte. Der Chinese wollte Villa auf der Innenseite folgen, doch Taniguchi drehte sich just vor dessen Bug und gabelte Lee auf, was in einem größeren Crash mündete, der Taniguchi die rechte Vordertüre und viele Teile kostete.

Während der Japaner weiterfahren konnte, war das Rennen für Lee sofort vorbei. Fast zeitgleich krachte es auch im Vorderfeld: Coronel wollte dem kreiselnden Fredy Barth (SEAT-Swiss) ausweisen, geriet dabei auf die Wiese und verlor sein Fahrzeug bei der Rückkehr auf die Strecke außer Kontrolle. Franz Engstler (Engstler) konnte Coronel nicht mehr ausweichen und beide mussten aufgeben.

Muller ringt Tarquini nieder und wird Dritter

Auch Mehdi Bennani (Proteam) kam nicht über die Distanz: Der Marokkaner verschwand in einer Staubwolke und im Kiesbett von Kurve zwei - mit sichtlich ramponiertem Fahrzeug. All dies rief freilich das Safety-Car auf den Plan und das Rennen wurde erst einmal neutralisiert. Nach einigen Runden Schleichfahrt hinter Bruno Correia im Sicherheits-Auto wurde das Feld wieder auf die Reise geschickt.

Genau diesen Zeitpunkt nutzte Muller, um sich den dritten Platz auf dem Podium zu sichern. Der Franzose wartete bis zur Schikane nach der Gegengeraden, um formatfüllend im Rückspiegel von Tarquini aufzutauchen und sich vor der zweiten Schikane am Italiener vorbeizubremsen. Kurz darauf machte auch Kristian Poulsen (Engstler) noch Nägel mit Köpfen und ging an Michelisz vorbei.

Damit übernahm der Däne den sechsten Platz und sicherte sich zugleich die Spitzenposition bei den Privatiers - hinter Huff, Menu, Muller, Tarquini und Monteiro. Damit waren die Ränge zum größten Teil bezogen. Unmittelbar nach Michelisz rauschten Nykjaer, Villa und Darryl O'Young (Bamboo) über die Ziellinie, Pepe Oriola (Sunred) und Aleksei Dudukalo (Lukoil-Sunred) verpassten die Top 10 knapp.

Nykjaer und Villa begeistern im Rennen

Robert Dahlgren (Polestar) fuhr ein erneut recht unauffälliges Rennen und brachte seinen Volvo C30 auf Position 13 über die Distanz. Taniguchi sah das Ziel als 14., Urs Sonderegger (Wiechers) und Fabio Fabiani (Proteam) beschlossen das Klassement. Auffällig: Sowohl Nykjaer als auch Villa gelang im ersten Rennen eine Fahrt in die Punkte, obwohl beide von ganz hinten losgefahren waren.

Was dem dänisch-spanischen Duo gelang, war Dahlgren indes nicht vergönnt: Trotz der zahlreichen Ausfälle vor ihm, kam der Schwede nicht über seine Startposition hinaus und wartet weiter auf seine ersten Punkte in der Tourenwagen-WM. Davon hat Chevrolet nach nunmehr drei Rennen schon sehr viele: Im dritten Lauf des Jahres gelangen der zweite Dreifach-Erfolg sowie der dritte Sieg in Folge.

Auch Poulsen ist ein "Wiederholungstäter": Der Engstler-Fahrer hatte schon in Curitiba den ersten Lauf für sich entschieden und feierte in Zolder seinen zweiten Klassensieg vor Michelisz, Nykjaer, Villa, und O'Young. Unfallopfer Taniguchi staubte als Achter gerade noch einen Privatierpunkt ab, Sonderegger ging in seinem ersten Rennen in der Tourenwagen-WM hingegen knapp leer aus.

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