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Formel 1: News

Red Bulls Politik um den Abtrieb

Kostruiert Red Bull sein Auto absichtlich langsamer, um den Abtrieb zu verbessern? Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery schließt eine Änderung der Reifen aus.

Zwar hat Red Bull als einziges Team bereits zwei Siege auf dem Konto, dennoch fühlt man sich als jener Rennstall, der von den diesjährigen Pirelli-Pneus mit am meisten benachteiligt ist.

Darum versuchte das Team von Christian Horner und Adrian Newey schon bei Pirelli eine Änderung der Reifen zu beantragen - erfolglos.

"Was sich Red Bull vorstellt, können wir nicht machen", erklärt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. "Neun Teams sind mit den Reifen zufrieden. Wir können die Reifen nicht für ein Team maßschneidern, nur damit sie wieder alles gewinnen."

Wenn die Reifen nicht geändert werden, dann muss Red Bull eben sein Auto verändern. Doch scheinbar helfen Weiterentwicklungen nicht weiter. Laut 'auto motor und sport' baut das Team sein Auto sogar wieder zurück und macht es absichtlich langsamer. "Es ist schnell und gut ausbalanciert, im Prinzip so wie am Ende der Saison 2012. Das einzige, was es nicht so gut kann, ist mit den Reifen haushalten", kennt auch Sebastian Vettel die Probleme seiner "Hungry Heidi". Ferrari und Lotus hätten zwar kein schnelleres Auto als Red Bull, aber schone die Reifen besser. Und genau da möchte der Brausegigant auch hin.

Denn wie allgemein bekannt generiert der RB9 wohl den größten Abtrieb von allen Autos - doch das ist bei der diesjährigen Reifengeneration nicht unbedingt von Vorteil. Denn Abtrieb lässt den Reifen noch schneller verschleißen - besonders in den Kurven ist die Belastung für die schwarzen Walzen zu hoch. Fallen die Pneus dann noch aus dem Arbeitsfenster, schreitet der Verschleiß unaufhaltsam voran. "Wenn du mehr Abtrieb hast, kannst du schneller durch die Kurven fahren", erklärt Teamchef Christian Horner. "Aber die Reifen scheinen Abtrieb nicht zu mögen. Es stresst sie und übt mehr Druck auf sie aus. Es macht die Reifen kaputt."

Doch mit aerodynamischer Entwicklung kommt man laut dem Magazin nicht voran. Jedes gewonnene Zehntel wäre hinfällig, wenn die Reifen nicht in ihrem Arbeitsfenster operieren. Und das kann man selten vorhersagen: Sei es das Wetter, zufällige Unterschiede bei den Reifensätzen oder einfach Verkehr. In Bahrain konnte Sebastian Vettel vorne weg fahren und seine Reifen schonen, bei Teamkollege Mark Webber war das nicht möglich, weil er ständig andere Autos um sich herum hatte.

Doch was kann Red Bull sonst tun? "Wir müssen nun versuchen, das Auto so zu konstruieren, dass die Reifen länger halten", flüchtet sich Horner in allgemeine Floskeln, wird aber noch konkret: "Du musst die Philosophie deines Designs ändern. Vielleicht weniger aerodynamisch und mehr mechanisch arbeiten." Nach einer Lösung sucht Technikchef Adrian Newey derzeit fieberhaft, denn ein Zurückrüsten kann schließlich nicht der richtige Weg sein.

Um ganz sicher zu gehen, versucht das Weltmeisterteam auch weiterhin Pirelli umzustimmen, doch ohne Zustimmung der anderen Teams sind auch Pirelli bei gravierenden Änderungen die Hände gebunden. Allerdings gibt es ein Hintertürchen: Ist die Sicherheit gefährdet, dann kann der Reifenhersteller reagieren. Mit Argusaugen dürfte Red Bull daher den Reifenschaden von Lewis Hamilton im Training von Bahrain beobachtet haben: Offiziell ist der Mercedes-Pilot über Trümmerteile gefahren - inoffiziell soll sich die Lauffläche abgelöst haben. Und auch Felipe Massas erster Reifenschaden im Rennen sah alles andere als normal aus. Red Bull dürfte auf der Lauer liegen...

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