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Laienschauspiel am NBR

Der ADAC wurde aus dem Bieterverfahren um den Nürburgring ausgeschlossen, stattdessen verhandelt man mit einem dubiosen chinesischen Unternehmen.

Das Ringen um den Verkauf des insolventen Nürburgrings geht weiter. Nachdem der Automobilclub ADAC vorläufig aus dem Rennen ist, hat nun ein Unternehmen aus Hongkong nach Informationen des Fachmagazins WirtschaftsWoche 275 Millionen Euro für die Rennstrecke geboten. Dafür soll La Tene Capital nach Informationen des Magazins sogar Einblick in die Geschäftsunterlagen erhalten haben - was dem ADAC verwehrt wurde.

Der Automobilclub war in der vergangenen Woche aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen worden und hatte daraufhin angekündigt, kein verbessertes Angebot vorzulegen. Die Offerte von La Tene in Höhe von 275 Millionen Euro klingt für die insolvente Rennstrecke auf den ersten Blick lukrativ, allerdings sind Zweifel an der Seriosität des Unternehmens durchaus angebracht.

Laut Hongkonger Handelsregister wurde La Tene erst im Juni dieses Jahres gegründet - vereist auf seiner Firmenwebsite aber auf Referenzen aus dem Jahren 1993 und 2006. Registriert ist die Internetseite auf den Deutschen Karl Zeretzke, der unter dem Namen Karl Serres de Conde gegenüber der WirtschaftsWoche erklärte. "Wir wollen den Nürburgring wieder zu dem machen, was er von Beginn an war: ein Infrastrukturprojekt."

Bezahlen will Le Tene den Nürburgring allerdings laut Serres de Conde/Zeretzke nicht mit Bargeld, sondern mit Schuldverschreibungen, die erst später mit Geld bedient werden sollen, das bei einem Börsengang des Nürburgrings eingenommen werden soll - ein höchst riskantes Konstrukt.

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