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Aragonien: Das neue LMP1-Testparadies

Immer mehr LMP1-Werksteams testen nicht mehr in Le Castellet oder Monza, sondern im spanischen Aragonien – die Gründe für den Standortwechsel.

Fotos: Porsche

Wie bereiten sich die LMP1-Teams auf die wichtigen 24 Stunden von Le Mans vor? Testen, testen und nochmal testen. Dieser logische Ansatz ist keineswegs neu in der Szene, aber dennoch hat sich die Umsetzung dessen in den vergangenen Jahren bezüglich des Standorts immer mehr verlagert. Die schnellen Le-Mans-Boliden sollen möglichst optimal auf die besonderen Begebenheiten des "Circuit des 24 Heures" an der Sarthe angepasst werden.

Weil auf der Strecke des 24-Stunden-Rennens nur am offiziellen Vortest, der in diesem Jahr am 5. Juni stattfinden wird, Probefahrten stattfinden können, müssen die Mannschaften nach Umgebungen suchen, die dem 13,6 Kilometer langen Highspeed-Kurs am nächsten kommen. In der Vergangenheit arbeitete Audi stets in Sebring, um die Unebenheiten aus Le Mans zu simulieren. Zudem fuhren alle Teams immer wieder in Le Castellet, um auf der langen Mistral-Geraden auf Topspeed-Suche zu gehen.

Mittlerweile hat sich das Geschehen nachhaltig verlagert. Nicht mehr der Circuit Paul Ricard ist erste Wahl für Le-Mans-Erprobungen, sondern das Motorland Aragon in Spanien. "Es gibt in Le Castellet einige Einschränkungen. Man hat dort weniger Testzeit in der Nacht", berichtet TMG-Geschäftsführer Rob Leupen. Toyota erprobte den neuen TS050 offiziell bislang zweimal in Aragonien, zweimal in Le Castellet sowie jeweils einmal in Spa-Francorchamps und Portimao.

Damit in Le Mans nichts plötzlich abfliegt...

Porsche war neben Abu Dhabi, Portimao, Spa und Le Castellet ebenfalls gleich zu zwei ausgiebigen Tests auf der MotoGP-Rennstrecke nahe Alcaniz im Nordosten Spaniens. Zuletzt absolvierte man auf der Anlage, die in einer Test-Konfiguration eine deutlich über ein Kilometer lange Gerade beinhaltet, den abschließenden 30-Stunden-Dauerlauf vor dem diesjährigen Le-Mans-Rennen. Audi verbringt am heutigen Sonntag bereits seinen zwölften Testtag des Jahres im Motorland Aragon.

"Bei all den anderen Rennstrecken muss man nur mal anfragen, ob man durch die Nacht hindurch fahren dürfte", schmunzelt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. Der Wiener ergänzt: "Fast überall wird man es ablehnen, aber in Aragon darf man es - noch jedenfalls. In Paul Ricard sind mittlerweile nur noch zwei oder drei Nächte pro Jahr erlaubt. Dass die Strecke auf einer Hochebene liegt und dort kaum ein Mensch wohnt, spielt anscheinend keine Rolle."

"Das Problem ist: Ich habe kürzlich gehört, dass nun auch in Aragon über entsprechende Einschränkungen diskutiert wird", sagt Ullrich. "Wenn man Le Mans simulieren will, dann sollte man es so realistisch wie möglich machen. Dafür musst du in der Nacht fahren. Die wirklich realistische Testumgebung für Le Mans gibt es nicht. Die lange Gerade braucht es. Das musst du probiert haben, damit dir nicht in Le Mans irgendwelche Teile abfliegen, wenn du plötzlich mit V-max unterwegs bist. Für so etwas war Le Castellet immer gut. Mit der langen Mistral-Geraden bist du safe, wenn dort alles bei Höchstgeschwindigkeit hält."

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