MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
VLN: ADAC Westfalenfahrt

Applaus für Klaus

Beim Saisonauftakt auf der Nordschleife fuhren Kevin Estre, Earl Bamber und Laurens Vanthoor im „Grello“ einen ungefährdeten Sieg ein.

Foto: VLN

Das neue Jahr beginnt wie das alte geendet hat: Manthey Racing hat sich beim Saisonauftakt der VLN Langstreckenmeisterschaft 2018 durchgesetzt und den Vorjahreserfolg beim ersten Rennen geholt. Kevin Estre, Earl Bamber und Laurens Vanthoor hatten bei kühlen, aber sonnigen äußeren Bedingugnen im Porsche #911 keine Lust auf politische Spielchen und legten eine spektakuläre Fahrt aufs Parkett.

Grello" übernahm die Führung gleich beim Start und gab sie nur während des Boxenstopp-Rhythmus ab. Am Ende betrug der Vorsprung 51,838 Sekunden auf den Mücke-Audi #24 (Winkelhock/Müller) mit Markus Winkelhock und Nico Müller, der in der letzten Runde den Falken-Porsche #4 von Klaus Bachler und Sven Müller überholte. Der Vorsprung hätte noch deutlich größer ausfallen können, wäre der Porsche 911 GT3 R nicht in einer Code-60-Zone heftig aufgehalten worden. Dabei verlor die #911 mehr als eine halbe Minute.

"Wir haben keine Fehler gemacht und hatten die beste Strategie", freut sich Kevin Estre. "Das Auto ist mega. Hoffen wir, dass wir so weitermachen." Auch eine kleine Berührung beim Überrunden konnte "Grello" in diesem Rennen nicht stoppen. Der ganze Renntag ging mit 30 Minuten Verspätung über die Bühne, weil Nebel am frühen Morgen einen pünktlichen Start des Qualifyings verhindert hatte.

Wie dominant dieser Sieg war, zeigte sich lange Zeit auf der Strecke nicht direkt. Für viele Runden führte der HTP-Mercedes #47 (Mortara/van der Zande/Baumann), der aber durch einen früheren ersten Stopp "off sequence" fuhr. Beim letzten Boxenstopp ging es folgerichtig auf die fünfte Position zurück. Aufgrund unterschiedlicher Strategien und des Manthey-Pechs in der Code-60-Zone lagen eine Stunde vor Schluss sogar einmal die fünf Führenden innerhalb von zweieinhalb Sekunden.

Beim letzten Stopp zeigte sich dann, wer wirklich wo lag. Der Falken-Porsche übernahm den zweiten Platz vor dem Land-Audi #29 mit Christopher Mies und den Gebrüdern Kevin und Sheldon van der Linde. In der letzten Runde kam es hier allerdings zu Verschiebungen in einer chaotischen Szene: In einer Code-60-Zone gab es widersprüchliche Flaggensignale, in deren Zuge der Mücke-Audi an beiden Fahrzeuge vorbeikam und letztlich Zweiter wurde.

"Es war eine Code 60 am Anfang, dann kam grün, dann wieder gelb, dann wieder grün", wundert sich Klaus Bachler, der den zweiten Platz in dieser Szene an Nico Müller verlor. Ob es bei dieser Reihenfolge bleibt, wird sich noch zeigen müssen. "Für mich ist klar: Er hat unter gelb überholt", findet der Österreicher. Vorerst landet der Mücke-Audi vor dem Falken-Porsche und dem Land-Audi sowie besagtem HTP-Mercedes #47 als bestem Stern auf Rang fünf. Bemerkenswert: Dem Land-Audi #29 gelang die schnellste Runde in 8:04.058 Minuten, was Startplatz vier im Qualifying bedeutet hätte.

Die Plätze sechs bis neun holten der Manthey-Porsche #912 (Lietz/Tandy/Pilet), der HTP-Mercedes #48 (van der Zande/Hohenadel/Dontje) und der Phoenix-Audi #5 (Stippler/Haase/Vervisch). Der beste BMW M6 GT3 kam in Form des Rowe-BMW #98 (Catsburg/Westbrook/Edwards) auf die zehnte Position. Schon während des Rennens wurde ein mögliches Sandbagging von der Konkurrenz auf Schärfste verurteilt. "Die fahren so überfettet, dass mir die Augen getränt haben!", fluchte Wochenspiegel-Pilot Christian Menzel bei einem Besuch in der Sprecherkabine.

Schnellstes Fahrzeug nach dem siegreichen Porsche war überraschenderweise der Wochenspiegel-Ferrari #22 (Weiss/Kainz/Krumbach), der aber zuerst eine zweieinhalbminütige Zeitstrafe erhielt und anschließend eine Kollision mit einem Porsche Cayman beim Überrunden hatte und dadurch weit zurückfiel. "

Eine dramatische Szene spielte sich noch auf dem Zielstrich ab: Titelverteidiger Michael Schrey war als Führender in die letzte Runde in der BMW M235i-Cup-Klasse gegangen, doch wenige Meter vor dem Ziel ging ihm der Sprit aus. Daraufhin schob er wie einst Nigel Mansell seinen Bonk-BMW über den Zielstrich und brach anschließend neben dem Auto zusammen. Das Fahrzeug sah als vierter Cup5-Bolide die Zielflagge, doch die Mühe war umsonst: Weil er nicht aus eigener Kraft über den Zielstrich fuhr, wurde Michael Schrey aus der Wertung genommen.

News aus anderen Motorline-Channels:

VLN: ADAC Westfalenfahrt

Weitere Artikel:

DTM 2026: Starterfeld

DTM: Starterfeld mit 21 Autos steht

Die DTM hat das Starterfeld für 2026 mit 21 Autos präsentiert: Welche Fahrer dabei sind, welche Stars fehlen und wieso das Feld etwas kleiner ausfällt als im Vorjahr

Fernando Alonso verzichtet in Japan auf ein Training - Aston-Martin-Ersatzpilot Jak Crawford bekommt beim Honda-Heimspiel in FT1 am Freitag eine Chance

Die neuen Regeln sollte die Formel 1 für Hersteller attraktiver machen, Doch nach dem Aus von Renault und der Krise bei Honda stellt sich die Frage: War es das wert?

Formel-1-Einstieg von BYD?

Brauchen die Chinesen ein eigenes Team?

Der chinesische Autohersteller BYD liebäugelt mit einem Formel-1-Einstieg: Warum das aber nicht zwingend heißen muss, dass der Konzern bald ein eigenes Team hat

Nahost-Konflikt - Katar-GP

MotoGP plant Verschiebung statt Absage

Anders als für die Formel 1 plant Liberty Media für die Motorrad-WM angesichts des Konflikts am Persischen Golf keine Komplettabsage ihres Nahost-Rennens im April

Nürburgring-Langstrecken-Serie

Verstappen gewinnt - und wird disqualifiziert

Max Verstappen feiert am Nürburgring einen dominanten Sieg - doch Stunden später wird er disqualifiziert: Ein Teamfehler sorgt für das bittere Ende