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24h Nürburgring

BMW-Debakel am Nürburgring

Nach nur etwas mehr als fünf Stunden im Rennen hat BMW alle Siegchancen bei der 47. Auflage des Endurance-Klassikers verloren.

Foto: Gruppe C Photography

BMW erlebte beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2019 ein Desaster der übelsten Sorte: Innerhalb von vier Stunden fielen in dieser Reihenfolge der Walkenhorst-BMW #101 (Krognes/Pittard/Ordonez/Yelloly), der Rowe-BMW #99 (Catsburg/Wittmann/Krohn/Edwards), deren Schwesterfahrzeug #98 (Eng/de Phillippi/Blomqvist/Jensen) und der Schnitzer-BMW #42 (Farfus/Tomczyk/S. van der Linde/Scheider) aus.

Der hochfavorisierte Walkenhorst-BMW schlug im Bereich Breidscheid ein, nachdem David Pittard auf einem eigenen Öl wegrutschte. Dem Unfall ging ein Motorschaden voraus. Ein bitteres Aus noch in der Anfangsphase des Rennens.

Nicht sehr viel weiter kam der Rowe-BMW #99. Jesse Krohn kam über eine kurze Runde nach einem Boxenstopp mit verbogenem Querlenker zurück. Eine Reparatur hätte zu lange gedauert, das Fahrzeug war draußen.

Der Unglücksrabe schildert, was sich in der ersten Kurve auf dem Grand-Prix-Kurs ereignet hat: "Ich bin hinter einem Porsche aus der Box gefahren. Er hat am Ende der Boxengasse noch leicht gebremst, um seine Mindestzeit einzuhalten. Deshalb hing ich direkt an ihm dran."

"Aus irgendeinem Grund ist er auf dem Weg in die erste Kurve sehr langsam gewesen, sodass ich schon leicht neben ihm war. Plötzlich hat er in mich hineingelenkt und wohl nicht damit gerechnet, dass ich da gewesen bin. Ich glaube, dass da noch ein drittes Auto neben ihm gewesen ist, das vor ihm in die Kurve eingelenkt hat. Das habe ich nicht gesehen."

Bitter: Die Berührung erfolgte direkt bei vollem Lenkeinschlag. Dadurch stand das Rad gerade an der Seite leicht hervor. Obwohl alle anderen Beschädigungen minimal ausfielen, bedeutete die Berührung das Aus.

"Manchmal fällt man falsche Entscheidungen. In diesem Fall wäre ich wohl besser hinter dem Porsche geblieben, statt daneben zu ziehen und ihm zu vertrauen", konstatiert der Finne.

Noch bitterer war der Ausfall der #98 aus demselben Team. Das Aus für Mikkel Jensen war beinahe eine 1:1-Kopie des Ausfalls von Connor de Phillippi im Vorjahr: In der Dreifach-Rechts vor Wehrseifen gab es eine minimale Berührung mit einem Audi R8 LMS, der aufgrund eines langsameren Autos bremsen musste. Diese reichte aus, um den Kühler zum Bersten zu bringen.

Krohn ist im Gespräch fassungslos: "Ich bin den M6 für zwei Jahre in verschiedenen Rennserien wie dem GT-Masters gefahren und hatte immer wieder heftige Berührungen. Aber dabei ist mir nie ein Kühler kaputt gegangen."

"Das war eine der sanftesten Berührungen, die ich bislang hatte. Ich muss ihn einfach in einem ungünstigen Winkel getroffen haben. Oder der Audi hat irgendetwas an der Karosserie da hinten, das irgendwie meine Frontpartie auf gewisse Weise getroffen hat."

"Die Karosserie ist komplett intakt, es gibt keine Beschädigung. Das war wirklich nichts Großes. Aber dann habe ich gesehen, wie das Spray aus dem Kühler gekommen ist. Dann bekam ich sofort einen Motor-Alarm. Das habe ich überhaupt nicht erwartet."

Das Debakel perfekt machte ein Unfall von Timo Scheider im Streckenabschnitt Brünnchen. Der zweimalige DTM-Meister geriet mit dem TCR-Hyundai von Andy Gülden aneinander, der seinerseits seine Klasse anführte. Beide Fahrzeuge waren auf der Stelle aus dem Rennen. Scheider stand untröstlich für mehrere Minuten an der Leitplanke.

"Ich hing schon seit einigen Kurven hinter dem Hyundai und konnte im Brünnchen endlich an ihm vorbeiziehen. Leider hat er mich nicht gesehen und mich getroffen.Wir sind alte Freunde und er hat sich direkt bei mir entschuldigt. Damit ist für mich die Sache erledigt."

"Aber natürlich tut mir sehr leid für BMW und das Team Schnitzer. Man bündelt im Vorfeld alle Kräfte und fokussiert sich auf dieses eine Event. Wenn es dann so früh endet, tut das sehr weh."

BMW erleidet damit zum wiederholten Male beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Schiffbruch. Seit dem Sieg mit dem M3 GT2 von 2010 scheint ein Fluch bei diesem Rennen auf der Marke zu liegen. Weder der BMW Z4 noch der M6 waren bisher in der Lage, das Rennen in seiner GT3-Ära zu gewinnen. Als einzigem der vier großen deutschen Hersteller fehlt BMW noch ein Sieg mit einem SP9-Fahrzeug.

"Das ist einfach Pech", findet Krohn. "Das ist halt dieses Rennen. Manchmal läuft es einfach nicht. Es ist ja nicht so, dass wir uns schlecht vorbereitet hätten."

Auch Jensen glaubt nicht, dass es ein generelles Problem mit dem M6 GT3 gäbe, obwohl das Fahrzeug zwei Jahre hintereinander aufgrund einer Minimalberührung ausschied. "Wie ich gesagt habe: Ich bin dieses Auto zwei Jahre lang gefahren. Ich habe im GT-Masters extrem harte Kämpfe ausgefochten und hatte nie ein Problem. Ich würde da nicht die Qualität des BMWs anzweifeln."

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