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Pit Beirer: Wie KTM Dakar-Sieger Kevin Benavides von Honda holte Benavides wird ab 2021 für KTM fahren
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Pit Beirer: Wie KTM Dakar-Sieger Kevin Benavides von Honda holte

KTM hat sich die Dienste des Rallye-Dakar-Siegers Kevin Benavides gesichert - KTM-Sportchef Pit Beirer erklärt, wie es zum Deal mit dem Argentinier kam

"Ich habe selbst einen Moment daran gezweifelt, weil es eigentlich keinen offensichtlichen Grund gab", sagt KTM-Sportchef Pit Beirer gegenüber 'Motorsport-Total.com' über den Wechsel von Rallye-Dakar-Sieger Kevin Benavides von Honda zu KTM im Jahr 2021. Dennoch hat sich der Argentinier, der 2021 die Motorrad-Kategorie des Rallyeklassikers gewann, für einen Tapetenwechsel entschieden.

Beirer erklärt: "Er hat frisch die Rallye Dakar gewonnen, also muss er ein gutes Team und ein gutes Motorrad gehabt haben. Aber es gibt schon einen Hintergrund: Er hatte zusammen mit seinem Bruder in Argentinien ein Motorradgeschäft, in dem es Husqvarna und KTM zu kaufen gab. Deshalb ist von deren Seite aus eine leidenschaftliche Bindung zur Marke da."

Darüber war sich der KTM-Sportchef aber gar nicht "bewusst", als er mit Benavides in die Gespräche gegangen ist, um einen Deal ab dem Jahr 2021 auszuhandeln. Kevin Benavides' Bruder Luciano ist über die Schwestermarke Husqvarna ebenfalls an KTM gebunden, weshalb die Verpflichtung des älteren der beiden Rennfahrer eine Art Familienzusammenführung darstellt.

Erste Gespräche liefen sehr gut

"Ich war schon überrascht, als der jüngere Bruder zu uns gesagt hat, dass Kevin mit uns reden wolle", erinnert sich Beirer über die ersten Annäherungsversuche. "Und dann kam er und es hat sofort 'klick' gemacht. Er hat gemerkt, dass wir ganz coole Typen sind - damit meine ich nicht mich, sondern die Rallye-Mannschaft. Er weiß, wie wir seinen Bruder betreuen und wie wir horrende Zölle bezahlen, um so ein Motorrad nach Argentinien zu bekommen."

Zur Erklärung: Laut Beirer werden bei einem Motorrad 15.000 Euro Einfuhrzoll fällig. Jedoch schreckt KTM nicht davor zurück, diese Kosten zu übernehmen, damit Luciano zuhause ein "vernünftiges Trainingsmotorrad" hat. All diese Faktoren haben den älteren Bruder davon überzeugt, trotz des Erfolges mit Honda zu KTM zu wechseln. "Das sieht er alles, das genießt er", so Beirer weiter. "Dann konnten wir ihn rüberholen."

Den finanziellen Aspekt möchte der KTM-Sportchef aber nicht unter den Teppich kehren: "Wir haben ihm natürlich eine hohe Gage gezahlt, wie es für einen Dakar-Sieger angemessen ist. Wir haben auch schon den ein oder anderen Dakar-Sieger in der Familie gehabt, da ist also nichts Verrücktes passiert, aber natürlich wurde er als Dakarsieger bei uns eingebettet."

Informationen für KTM sehr wichtig

Doch warum hat KTM überhaupt nach Benavides gegriffen? Auch dafür hat Beirer eine klare Antwort: "Wir hatten jetzt 18 Dakar-Siege und da entsteht eine gewisse Gefahr, dass du betriebsblind wirst. Du machst mit den gleichen Leuten - eine topstarke Mannschaft - immer die gleichen Dinge. Du weißt aber nicht, was die Konkurrenz macht. Jetzt einen fremden Burschen bei uns zu haben, der vom Siegerteam kommt und uns sagen kann, wie das Bike ist, ist für uns natürlich interessant. Da mache ich kein Geheimnis raus."

Für Beirer war es wichtig "eine Benchmark zu bekommen", warum KTM "die vergangene Dakar" verloren hat. Und da bietet sich niemand besseres an, als der aktuelle Sieger, der mit den Japanern von Honda, für die Benavides seit 2015 unterwegs war, zuletzt gewonnen hat. "Das hat mich gereizt und dann war es auch mein Wunsch, das schnellstmöglich zu finalisieren. Wir haben drei Stunden geredet und am Ende wurde ein Vertrag unterschrieben. Das war ein erfrischender Boost für die Rallyeabteilung, mit der wir wieder angreifen wollen."

Honda hat bereits Ersatz für Benavides gefunden: Die Japaner haben sich die Dienste von Pablo Quintanilla gesichert, der von Husqvarna zu Honda wechselt. Der Chilene hat im Jahr 2020 bei der Rallye Dakar den zweiten Platz geholt und wird zusammen mit dem Team die Dakar 2022 angehen.

Motorsport-Total.com

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