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Technische Abnahme 1

Großereignisse werfen ihre Schatten voraus, so kennt man auch für den heutigen Auftakt zu einer ganz außergewöhnlichen Rennwoche. Doch in diesem Jahr ist einiges anders, als in den 99 Jahren zuvor.

Bernhard Schoke

Es steht das 100-jährige Jubiläum des Traditions-reichste Langstreckenrennens der Welt auf dem Programm. Dementsprechend läuft insbesondere die Medienmaschinerie schon seit einigen Wochen auf absoluten Hochtouren.

Lokal vor Ort sehen dann die Details aber etwas anders aus. in diesem Jahr hat man den Eindruck, dass die Organisation dieses Events – selbst bei den bei den erfahrenen Ausrichtern des ACO‘s absolut neue Dimensionen erreicht hat. Alles ist noch größer als schon in den Jahren zuvor.

Demzufolge mussten auch die Organisatoren neue Wege gehen, sprich auf Flächen ausweichen, die sie bisher noch nicht für die Organisation verwendet haben. Diese Neuerungen oder Veränderungen(im Vergleich zu den Vorjahren) bringt das ansonsten eingespielte Organisationsteam an die Grenzen. Aber so ein Jahrhundert Ereignis ist natürlich auch etwas ganz Besonderes.

Wer hätte vor 100 Jahren daran gedacht, dass das Rennen zweimal rund um die Uhr so lange bestehen könnte?

Mit viel Gefühl und Geschick hat man in den letzten 100 Jahren versucht, sich immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten und Fragestellungen anzupassen.
Man setzt auf den großen Namen, das klangvollste Event, dass es geschafft hat, diverse globale Wirtschafts- und sonstige Krisen und einen Weltkrieg zu überstehen.
Die Fortentwicklung steht nicht mehr auf dem Programm, sondern sie ist eingeläutet. Manche meinen man setze dabei zu sehr auf die Tradition und zu wenig auf technische Innovationen.

Dem wird aber entgegengehalten, dass die technisch anspruchsvollen Hypercars entsprechend dem aktuellen Trend in der Automobilindustrie in diesem Jahr um den eigentlich wirklich relevanten Gesamtsieg fahren. Die grundlegenden technischen Innovationen werden hier sukzessive umgesetzt nicht revolutionär.

Dies scheint in Verbindung mit geschickten Media-Einsatz und Marketing das Erfolgsrezept der Veranstaltung zu sein.

Und dazu gehört am Anfang jeder reine Woche das Scrutineering, die technische Abnahme, im Herzen der Stadt auf dem zentralen Platz der Republik. Dort findet unter den Augen der interessierten und fachkundigen Fans jedes Jahr die Überprüfung der regulatorischen Details für jeden Renner aller Fahrzeugklassen zu jedermanns Ansicht statt.

Und diesem Procedere haben sich alle Teilnehmer alle, vor allem auch die Hersteller zu beugen. Versuche dies auszuhebeln sind bisher gescheitert. Jeder kennt die besonderen Voraussetzungen der Teilnahme an diesem besonderen Rennen im jährlichen Kalender und an diesen Eckpunkten wird seitens der Veranstalter auch nicht gerüttelt.

Dadurch entstehen Bilder und Aufnahmen, die ansonsten kaum zu bekommen und zu sehen sind. Und auch dies ist ein Teil des besonderen Flairs dieses Rennens, wie die Bilder nachdrücklich belegen.

Was fiel noch auf: Das Nascar-Projekt – 75 Jahre besteht die amerikanische Kultserie und 100 „Ans“ gibt es die „24 Heures Du Mans“. Deshalb schufen die Organisatoren an der Sarthe die Möglichkeit, einen der amerikanischen Renner als Innovative Car – aus der sogenannten Box 56 und mit der Startnummer 56 – starten zu lassen. Und die Amerikaner holten sich aus deutschsprachiger Sicht ein Le Mans Schwergewicht ans Steuer. Mike Rockenfeller, der auf Nachfrage betonte, man fahre für die Fans, denen man eine tolle Show und unverwechselbaren Sound bieten möchte. Eine erste „Kostprobe“ gibt es davon bereits übermorgen, am sonntäglichen Testtag.

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