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FIA hat entschieden Nico Hülkenberg kostete das Chaos am Ende womöglich sein erstes Podium
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FIA weist Protest des Haas-Teams gegen Rennergebnis in Melbourne ab

Nico Hülkenberg bleibt Siebter beim Grand Prix von Australien, weil die Rennkommissare einen Protest seines Haas-Teams abgewiesen haben

Der Automobil-Weltverband FIA hat den Protest des Haas-Teams gegen das Rennergebnis beim Grand Prix von Australien 2023 in Melbourne abgewiesen. Damit bleibt Nico Hülkenberg, der unter anderen Umständen im besten Fall das erste Podium seiner Formel-1-Karriere einfahren hätte können, Siebter im Klassement.

Haas hatte in dem Protest die Startaufstellung für den letzten Neustart des Rennens, der nur eine Runde hinter dem Safety-Car beinhaltete, beanstandet. Konkret wollte der Rennstall erwirken, dass nicht einfach die Startaufstellung des vorangegangenen Neustarts wiederhergestellt wird; sondern dass der Zwischenstand beim Messpunkt der zweiten Safety-Car-Linie dafür herangezogen wird.

Haas argumentierte, dass die Rennleitung den Wortlaut von Artikel 57.3 des Sportlichen Reglements nicht eingehalten habe. In dem Artikel steht wörtlich, dass im Fall eines Rennabbruchs "der letzte Zeitpunkt, an dem es möglich war, die Position aller Autos festzustellen", für die neue Startaufstellung herangezogen werden muss.

Haas wollte das Ergebnis bei Safety-Car-Linie 2

Eine Formulierung, die Raum für Interpretationen lässt. Streng genommen wäre der letzte Zeitpunkt die Sekunde vor Aktivierung der roten Flagge, und da lag Hülkenberg an vierter Stelle. Da Carlos Sainz nachträglich mit einer Fünfsekundenstrafe belegt wurde, hätte der 35-Jährige also eigentlich sogar zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Podium landen müssen.

Haas' Argumentation bezog sich jedoch gar nicht auf die letztmögliche Sekunde vor der roten Flagge, sondern auf den Stand am Messpunkt der Safety-Car-Linie 2, ähnlich wie beim Präzedenzfall des Rennabbruchs in Silverstone 2022, als das gleiche Thema schon einmal diskutiert wurde. Dort lag Hülkenberg zumindest vor McLaren-Pilot Lando Norris.

In der Urteilsbegründung heißt es jedoch, dass das nicht möglich war. In Anbetracht der Daten, "die zu dem Zeitpunkt zur Verfügung standen", und angesichts der Tatsache, dass die Entscheidung unter Zeitdruck getroffen werden musste, habe Wittich vorgeschlagen, dass die Startaufstellung unmittelbar vor dem Neustartcrash der beste verfügbare Zeitpunkt mit zuverlässigen Daten über die Rennpositionen sei.

GPS-Daten zu wenig zuverlässig?

In Punkt 10 der Urteilsbegründung heißt es außerdem, dass die vorliegenden GPS-Daten, mit denen zum Beispiel der "Drivertracker" der FOM gefüttert wird, zu unzuverlässig sind, um eine belastbare Startaufstellung herzustellen. Wittich habe daher eine angemessene Entscheidung getroffen, weswegen der Haas-Protest abgewiesen wurde.

Hülkenberg, der im Rennen schon an vierter Stelle lag, bevor erneut rote Flaggen kamen, bedauert den für ihn unglücklichen Ausgang: "Leider waren da die ganzen Vorfälle, die wieder zur roten Flagge geführt haben. Sonst hätten heute nochmal richtig ein paar Korken geknallt."

Er betont, dass er die Entscheidung "aus Sicht des Fans" nachvollziehen kann. Im Sinne der Show zu unterbrechen und neu zu starten, sei im Interesse des Entertainments. Aber: "Aus Fahrer- und aus Teamsicht ist es manchmal frustrierend", weil er sich "das ganze Rennen den Arsch aus der Hose" gefahren habe.

"Fernando wurde umgedreht beim letzten Restart. Wäre das Auto beschädigt und hätte er nicht mehr fahren können, dann wäre der weg gewesen, obwohl er davor auf dem Podium war. Das ist ein zweischneidiges Schwert", sagt Hülkenberg.

Und weiter: "Ich kann beide Seiten verstehen. Es ist so ein bisschen die amerikanische Entertainmentebene, die mit reinkommt. Aber für uns, die natürlich viel Zeit, Energie und Geld investieren, ist das immer so eine Variable, die auf einen geschmissen wird, mit der nicht immer so einfach umzugehen ist."

Motorsport-Total.com

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