MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
"Fährt vorbei wie ein Verrückter" Preining beeindruckte mit spektakulären Manövern, sorgte aber auch für Unmut
Alexander Trienitz

"Fährt vorbei wie ein Verrückter": Ging Preining bei Aufholjagd zu weit?

"Grello"-Pilot Thomas Preining überholte am Norisring einen Rivalen nach dem anderen: Sheldon van der Linde ist aber mit dessen Fahrweise nicht einverstanden

Großartige Aufholjagd von Manthey-EMA-Titelverteidiger Thomas Preining beim DTM-Sonntagsrennen auf dem Norisring : Der Österreicher, der nur von Startplatz zwölf losfuhr, arbeitete sich mit zahlreichen spektakulären Überholmanövern noch auf Platz sechs nach vorne. Das Manöver gegen Schubert-BMW-Pilot Sheldon van der Linde gleich nach dem Restart in der Grundig-Kehre sorgte aber beim Südafrikaner für Unmut.

"Speziell nach der Safety-Car-Phase hatte ich wirklich keinen Grip auf der Hinterachse. Ich hab mich dann verteidigt gegen Thomas - und dann fährt er vorbei wie ein Verrückter", sagt van der Linde im Gespräch mit Motorsport-Total.com über den Kampf um Platz sieben.

Beim Anbremsen machte sich van der Linde besonders breit, doch dann versetzt es den BMW durch die Berührung, wodurch Preining besser aus der Kurve kam. Vor dem Schöller-S täuschte Preining zuerst links an und ging dann innen vorbei. Ob es der "Grello"-Pilot übertrieben habe? "Auf jeden Fall", antwortet van der Linde, der aber laut eigenen Angaben das persönliche Gespräch suchen und "nichts Böses sagen" wolle.

"Er hat einfach die Bremse losgelassen"

"Ich war komplett innen. Er ist über den Kerb rein, dann hat er einfach die Bremse losgelassen und mich aus dem Weg rausgeschossen", erklärt er, wie er das Manöver in der Grundig-Kehre aus dem Cockpit erlebt hat. "Dann war sein Exit natürlich viel besser als meiner. Er hat dann einen Dive-Bomb in Kurve 2 gemacht. Das war natürlich alles ein Resultat von Kurve 1."

Bei ran.de ergänzt der BMW-Werksfahrer, die Aktion sei seiner Ansicht nach "unfair von ihm" gewesen. Zudem vergleicht er die Situation mit dem Überholmanöver im Vorjahr gegen Rene Rast im Kampf um den Sieg.

"Bin ihnen reingefahren, aber kann nichts anderes machen"

Preining, der später HRT-Mercedes-Pilot Luca Stolz mit einem ähnlichen Manöver im Kampf um Platz sechs überholte, ist sich allerdings keiner Schuld bewusst. "Ich habe bei beiden davon profitiert, dass sie auf der Bremse nach innen gezogen sind", sagt der Manthey-EMA-Pilot bei ran.de.

"Dann bin ich ihnen reingefahren, aber da kann ich nichts anderes machen. Wenn du mal commitet bist, ist es zu spät. Dann hatten sie dadurch schlechtere Ausgänge und ich konnte mich jeweils danebensetzen."

Untersuchung gegen van der Linde: Wieso es keine Strafe gab

Die Sportkommissare untersuchten den Zwischenfall zwischen Preining und van der Linde, allerdings nicht wegen Preining, sondern weil sich der BMW-Pilot auf der Bremse bewegt habe, entschieden dann aber auf "no further Action". Auch der Südafrikaner habe sich nichts zu schulde kommen lassen. "Ich glaube, ich war von Anfang an in der Mitte der Strecke", verteidigt sich van der Linde.

Obwohl van der Linde auf Platz acht ins Ziel kam, wurde er noch auf Platz 14 zurückversetzt. Schuld daran war eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil die Top 10 mit den Qualifying-Reifen starten müssen, beim Südafrikaner aber aus Versehen bei der Runde in die Startaufstellung ein falscher Reifensatz am Auto war - und man dann wechseln musste.

Preining hätte gerne Norisring-Hattrick geholt

Preining zeigte sich zwar enttäuscht, dass er nach seinen zwei Norisring-Siegen in den vergangenen zwei Jahren den Hattrick verpasst hat, spricht aber durch seine Aufholjagd - er ging auch an Jack Aitken und Lucas Auer spektakulär vorbei - von einem "Megarennen".

Wie das möglich war? "Ich konnte direkt beim Start ein paar Plätze gutmachen, habe profitiert, weil es innen relativ gestanden ist - und ich war außen", erklärt er. "Es war richtig cool, dass wir uns dann auf Platz sechs mit großartigen und sehr intensiven Duellen zurückgekämpft haben. Ich habe es da draußen sehr genossen."

Langfristig müsse man sich aber vor allem im Qualifying verbessern, fordert Preining, der in der Gesamtwertung mit 29 Punkten Rückstand Sechster ist.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Jean Todt über Mick Schumacher

"Nachname wurde zum Nachteil"

Was der frühere FIA-Präsident Jean Todt als Freund der Familie Schumacher über die Formel-1-Zeit von Mick Schumacher und über dessen Zukunft denkt

24h Le Mans: Alex Wurz im Gespräch

Wurz & Le Mans: "Ich bin das Getriebe-Öl"

Der sympathische Österreicher ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Toyota Werkteams in Le Mans und der WEC. Er ist vom ersten bis zum letzten Tag vor Ort und ganz nah dran – die Verbindung zwischen Fahrern und allen Verantwortlichen, wie er im persönlichen Dialog mit dem Autor umfassend erläuterte. Im Zusammenspiel mit dem Team ermöglichte er zudem die optische Umsetzung.