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Große Galerie vom DTM-Finale in Hockenheim

Was für Entscheidungen: Das Saisonfinale der DTM bescherte Zuschauern und Insidern zwar mit einem Titelträger – Ayhancan Güven – aber hinterließ dennoch eine Menge von kleinen und größeren Fragezeichen, auf die es vielleicht noch in den nächsten Wochen einige nachvollziehbare Antworten geben wird.

Bernhard Schoke

Die Wesentlichen beziehen sich auf das „Finale Grande“ – die Runden des Sonntags-Rennen, dem großen Showdown der jetzt abgelaufenen Saison 2025. Im Mittelpunkt das fragwürdige Manöver von Güven im erstaunlich gut laufenden Porsche – trotz vor dem Rennen erfolgter dritter Anpassung der BoP mit zwei Millimeter weniger Air-Restriktor und fünf Kilogramm Mehrgewicht – in der Sachs-Kurve – mit den Rädern durch die Wiese und sich im Scheitelpunkt beim zu überholenden Wittmann so „angelehnt“, dass der Abflug ins Kiesbett nicht nur vermieden, sondern so auch Rennsieg und Titel klargemacht wurden. Kann ein Vorteil durch die Missachtung von Track Limits größer sein? Oder gelten diese in diesem Fall nicht? Gibt es vielleicht eine diesbezügliche Regelungs-Lücke?

Der Rennleiter ordnete diese Situation so ein, dass Wittmann zu weit außen in die Kurve eingefahren sei. Und: Wieso kam es zu den zusätzlichen Runden am Rennende? Packte die Rennleitung die beiden Einführungsrunden hinter dem Safety Car „obendrauf“? Welche Gründe gab es dafür?

Dazu: Gibt es überhaupt den Schwarzen Flaggen-Eklat? Haben Jack Aitken im Frey Ferrari und Jordan Pepper im Grasser „Lambo“ überhaupt unter gelben Flaggen überholt? Denn das steirische Team wurde von einer falschen Anzeige irritiert – aufgrund eines „Zwischenfalls im Rennleitungsmeldungs-System“ gab es einen Fehler auf dem Display im Cockpit, das Gelb in Kurve 5 meldete, zusätzlich per Funk dem Piloten auch übermittelt. Pepper überholte aber in Turn 3. Und dort stand ein Streckenposten der gelb schwenkte, aber vom Piloten nicht gesehen wurde, zumal Grasser die Rennleitung diesbezüglich kontaktierte. Nach dem finalen Check der Situation räumte Grasser dann ein: "Ausschlaggebend war nur der physische Streckenposten, der bei Turn 3 stand. Und die dortige gelbe Flagge hat Priorität. Daher waren wir nicht im Recht."

Dagegen sieht sich das Frey Team mit der Entscheidung die Penalty-Laps nicht anzutreten im Recht. Hintergrund ist die eigene Onboard-Aufzeichnung, die belegt, dass Aitken erst hinter der grünen Flagge das Überholmanöver begann. Defacto und de iure sind zumindest diese Punkte erledigt – denn: Gegen die Entscheidungen des Renndirektors sind keine Proteste möglich. Hintergrund: Wäre Wittmann als Erster abgewunken worden, wäre nämlich „Eichhörnchen“ Lucas Auer der neue Meister der Saison 2025 gewesen!

Zuvor war bereits die Startphase ausgesprochen turbulent. In der Spitzkehre kam es dann zu einer Kettenreaktion, durch die sich die Zahl der zu diesem Zeitpunkt von sieben möglicher Meister dezimierte. Jules Gounon verbremste sich, traf Ben Green dadurch Rast umdrehte, weil der Bregenzer seinerseits durch den Konter von Güven an den äußeren Rand der Kurve geschickt wurde. Mit dieser Aktion wurden die Weichen gestellt für den weiteren Rennverlauf. Ob diese als „normale Renn-Action“ – wie geschehen – einzuordnen ist oder als unsportliches Verhalten, davon kann sich jeder der sich selbst ein Bild machen - in den entsprechenden Aufzeichnungen der Live-Bilder.

Eine lange „unter der Decke gehaltene Entscheidung“ wurde dagegen bereits am Sonntag-Vormittag erkennbar. Es tauchte kein Vertreter einer der zuvor genannten Reifenmarken im Motodrom und im Presse-Konferenzen-Bereich des Media-Centers auf, sodass klar wurde, dass Pirelli auch in den kommenden Jahren das „Schwarze Gold der Rennfahrer“ liefern wird. Und dies mit einer ganz besonderen DTM-Spezifikation, die sich von den bisher verwendeten GT-3 Varianten absetzen soll. Wie diese funktionieren können die Fans beim Saisonauftakt 2026 selbst live erleben. Das erste Rennen findet nämlich – entgegen der bisherigen Tradition – nicht in der Magdeburger Börde auf dem Kurs von Oschersleben statt, sondern vom 24. bis 26. April auf dem Red Bull Ring in der Steiermark.

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