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12h Bathurst 2026 Der GruppeM-Mercedes hat endlich den Bathurst-Sieg geholt
Gruppe C Photography

GruppeM-AMG siegt vom 30. Startplatz

GruppeM Racing gewinnt erstmals das Bathurst 12 Hour - Wildes Rennen mit Horrorcrash, Känguru-Kollision und kontroversen Szenen

Maro Engel, Maxime Martin und Mikael Grenier haben es endlich geschafft: Von fast ganz hinten gestartet, sicherte sich das Werksfahrer-Trio den ersten Sieg beim 12-Stunden-Rennen auf dem Mount Panorama Circuit vor einer Rekordkulisse von 55.231 Zuschauern. Das Team brachte sich schnell durch clevere Taktik in die Spitzengruppe und war immer da, als es drauf ankam.

Für alle drei Fahrer und das Team selbst ist es der erste Sieg beim traditionellen Auftaktrennen der Intercontinental GT Challenge (IGTC). Für Mercedes-AMG war es der vierte Sieg beim Rennen, womit man nun der erfolgreichste GT3-Hersteller ist und in der Gesamtgeschichte des Rennens mit Mazda gleichgezogen hat, die von 1992 bis 1995 vier Siege in Folge holten.

"Nicht wirklich ein Wochenende, wie wir es geplant hatten, mit so viel Improvisation, beginnend mit dem Qualifying. Aber am haben wir gewonnen, das macht mich so glücklich", sagt Maro Engel, der endlich eine erfolgreiche Revanche für den verlorenen Sieg von 2023 erfuhr.

Mikael Grenier ergänzt: "Wir wussten, dass wir mitmischen können, aber ehrlich gesagt hätten wir das niemals erwartet - erst recht nach dem Qualifying. Aber wir hatten eine sehr gute Strategie, meine Teamkollegen waren hervorragend. Es war von Anfang bis Ende ein Spiel mit dem Sprit."

Drama beim letzten Restart, dann unspektakuläres Finish

Nach der fast einstündigen Rennunterbrechung durch den Horrorunfall zwischen Ralf Aron im Craft-Bamboo-Mercedes #77 (Aron/Auer/Götz; DNF) und Johannes Zelgers Tsunami-RT-Porsche #79 (Babini/Fontana/Zelger; DNF) ging ein bis dahin schon turbulentes Rennen erst richtig los.

Zweieinhalb Stunden standen nach Wiederaufnahme noch auf dem Programm. Diese wurden durch zwei weitere Safety-Car-Phasen unterteilt; der letzte Spurt ging über 40 Minuten mit 14 Fahrzeugen in der Führungsrunde. Insgesamt gab es acht Safety-Car-Phasen. Zählt man den Neustart hinter dem Safety-Car nach der Unterbrechung hinzu, wären es sogar deren neun.

Es ging sofort rund: Kelvin van der Linde hatte den WRT-BMW #32 (Pepper/van der Linde/Weerts; 12.), der zu Beginn des Rennens durch einen Schaden beim Start die Führungsrunde verloren hatte, mit einer cleveren Strategie an die Spitze gebracht. Er tankte in der vorletzten Safety-Car-Phase immer wieder nach und konnte sich beim letzten Safety-Car den Stopp sparen.

Er wurde jedoch von Jules Gounon im 75-Express-Mercedes #75 (Gounon/Habul/Stolz; 7.) beim letzten Restart von der Strecke geschoben. Das beendete die Sieghoffnungen für beide, da beide Fahrzeuge beschädigt wurden. Der BMW wurde sogar ein zweites Mal im Rennen mit der "Spiegelei"-Flagge zum Reparaturstopp gezwungen.

Die Kollision brachte Maxime Martin die Führung ein, die er für die restlichen 40 Minuten erfolgreich verwaltete. Auf den zweiten Platz vorgespült wurde der High-Class-Porsche #86 (Li/Fjordbach/Boccolacci), der sensationell als Bronze-Auto auf das Gesamtpodium fuhr.

Da im letzten Stint mit Dorian Boccolacci ein Vollprofi am Steuer saß, konnte der Porsche nicht nur den Klassensieg einfahren, sondern kam auch in Tuchfühlung zum Gesamtsieg. Eine realistische Chance, Martin anzugreifen, eröffnete sich jedoch nicht.

Der WRT-BMW #46 (Farfus/Marciello/Rossi) rund um MotoGP-Legende Valentino Rossi holte den dritten Platz. Der BMW lag immer in der Spitzengruppe, am Ende schien jedoch das letzte bisschen Pace zu fehlen.

Blackout von Haase bei Restart - Strafe

Das Rennen brachte eine Reihe von "Was wäre wenn..."-Fragen mit sich. Eine der größten davon ist der MPC-Audi #55 (Schumacher/Haase/Brown; 4.), der eine Siegchance durch einen Fehler von Christopher Haase verlor. Aufgrund von Funkproblemen verwechselte er einen Wave-by-Train mit dem Restart des Rennens und gab ebenfalls Gas.

Er korrigierte den Fehler, musste aber eine Durchfahrtsstrafe nach der Unterbrechung absitzen. Ohne diese Szene wäre womöglich sein Teamkollege Will Brown wohl anstelle von Maxime Martin in die Abstauber-Position gekommen, die das Rennen entschied.

Der Audi wurde am Ende von Max Hesses KRC-BMW #89 (Cunfan/Hesse/Oosten; 5.) bedrängt, der den zweiten Platz in der Bronze-Kategorie holte. Der Absolute-Porsche #911 (Buus/Campbell/Picariello; 6.) und der schon angesprochene 75-Express-AMG folgten dahinter.

Ricardo Feller hatte im EBM-Porsche #61 (Bachler/Feller/Heinrich; 8.), der nach der Disqualifikation vom Qualifying das Rennen von ganz hinten aufnehmen musste, einen wilden Schlussspurt, in dem er mehrfach neben die Strecke rutschte.

Auf Rang neun kam der Arise-Ferrari #26 (Evans/Rigon/Serra). Dieser konnte von der BoP-Änderung unmittelbar vor dem Start des Rennens nicht so sehr profitieren wie andere Fabrikate und fuhr ein relativ unauffälliges Rennen. Eine Chance, ganz vorne einzugreifen, hatte er nie. Die Top 10 komplettierte sein Schwesterfahrzeug aus der Bronze-Kategorie, der Arise-Tempesta-Ferrari #193 (Wood/Froggatt/Hui/Patrese; 10.).

Bitteres Aus für Corvette nach starkem Auftritt

Die JMR-Corvette #2 (Bamber/Catsburg/Sims; DNF) war ein überraschender Siegkandidat und war das stärkste Fahrzeug im Feld. Die BoP-Änderung unmittelbar vor dem Start spielte der Corvette Z06 GT3.R stark in die Karten. Das führte sogar während des Rennens zu verärgerten Kommentaren der Konkurrenz. Die schnellste Runde von 2:02.307 Minuten war viereinhalb Zehntel schneller als die aller anderen Fahrzeuge.

Es wäre wahrscheinlich ein Sieg geworden, der dann mit Sicherheit angesichts der BoP-Änderung sehr kontrovers gewesen wäre. Alle Überlegungen in diese Richtung erledigten sich 90 Minuten vor Schluss, als bei Earl Bamber die linke hintere Aufhängung im Streckenabschnitt Skyline brach, was zum sofortigen Aus des Topfavoriten führte.

Auch der andere US-Bolide aus der Pro-Klasse hatte extremes Pech. Wäre der Horrorcrash nicht gewesen, wäre wohl Christopher Mies? Begegnung mit einem Känguru die Story des Wochenendes geworden. Noch vor Sonnenaufgang knallte Mies mit seinem HRT-Ford #64 (Feeney/Mies/Olsen; DNF) in das Beuteltier, das die Strecke im ungünstigsten Moment kreuzen wollte.

Teile des Kängurus drangen in den Innenraum ein, was zu einer sehr unappetitlichen Szene führte. Wichtiger war, dass Mies unverletzt blieb, denn die Situation hätte für den Deutschen auch wesentlich schlimmer ausgehen können.

Ein weiterer Siegkandidat, der sich aus dem Rennen nahm, war der Scott-Taylor-Mercedes #222 (Mostert/Randle/Waters; DNF), der mehrfach an der Spitze lag. Sein Rennen nahm eine Wende in die falsche Richtung, als Thomas Randle in der siebten Stunde einen überrundeten Porsche berührte und sich drehte. Der Reparaturstopp kostete zwei Runden.

"Mein Fehler. Ich dachte, der Porsche würde nach rechts fahren, deshalb wollte ich nach links ziehen. Dann kam er ebenfalls rüber und wir berührten uns. Dazu kam noch sehr geringer Grip. Ich kann mir die Sache nur selbst ankreiden. Ich habe mein Team im Stich gelassen, da wir so ein schnelles Auto hatten", sagte der Australier noch während des Rennens.

Top-AMGs reißen sich gegenseitig aus dem Rennen

Das Aus kam aber in der letzten Stunde. STM, inzwischen wieder in der Führungsrunde, versuchte die Strategie der #32 und tankte in der vorletzten Safety-Car-Phase jede Runde voll in der Hoffnung auf ein weiteres Safety-Car. Nicht eingeplant war, dass man selbst der Grund für dieses sein würde.

Chaz Mostert lieferte sich ein knallhartes Duell mit dem Tigani-Mercedes #6 (Ellis/Ojeda/Schiller; DNF) von Jayden Ojeda. Dieser blockte mehrmals am Rande der Legalität und machte in Griffins Bend einen Fehler. Er knallte in die Mauer, schoss zurück auf die Strecke und riss Mostert mit ins Verderben. Teambesitzer Scott Taylor stapfte wutentbrannt in die Tigani-Box und kritisierte den offiziellen AMG-Piloten Ojeda scharf.

Ein weiterer Pro-AMG, der in größere Probleme geriet, war der Grove-Mercedes #100 (Allen/Davison/Grove; 27.). Er verlor acht Runden durch eine Reparatur des Splitters in der fünften Stunde und war kurz vor Schluss noch einmal langsam mit einem losen Rad unterwegs.

Zu den positiven Noten des Rennens gehört das erfolgreiche Drei-Generationenprojekt der Rennfamilie Quinn. Der MPC-Audi #101 (Quinn/Quinn/Quinn/Quinn; 18.) nahm die Zielflagge nach einem problemlosen Rennen entgegen.

Durchhaltevermögen bewies auch der 111-Racing-IRC #111 (Donaldson/Currie/Stutterd; 25.), bei dem an der schnellsten Stelle des Kurses ("The Kink") der Heckflügel versagte. Daniel Stutterd drehte sich mit 280 km/h um die eigene Achse, verlor dabei mehrere Teile der Karosserie, brachte das Fahrzeug aber an die Box zurück und holte sich den Sieg in der Invitational-Klasse.

Der einzige Gegner, der Vantage-KTM #50 (Crampton/Harrison/Wood; DNF), schied bereits während der allerersten Safety-Car-Phase für den Känguru-Crash mit einem mutmaßlichen kompletten Bremsversagen aus, als David Crampton fast ungebremst Murrays Corner abkürzte und in den Reifenstapel einschlug.

Der einzige gestartete GT4-Bolide, der Method-McLaren #42 (Madsen/Kunzle/Aghakhani; 26.), kam über die Distanz und holte somit den Klassensieg, nachdem der Team-NZ-Aston Martin #7 (Dowsett/Leroux/van der Drift; DNS) das Rennen nach dem Unfall am Freitag gar nicht erst aufnehmen konnte.

Die IGTC 2026 wird mit den 24 Stunden vom Nürburgring vom 14. bis 17. Mai fortgesetzt.

Klassensieger Bathurst 12 Hour2026

Pro: GruppeM-Mercedes #888 (Engel/Grenier/Martin; 1.)
Bronze: High-Class-Porsche #86 (Li/Fjordbach/Boccolacci; 2.)
Silver: keine Ankommer
Pro-Am: RAM-Mercedes #45 (Hobson/O'Keeffe/Walden; 13.)

GT4: Method-McLaren #42 (Madsen/Kunzle/Aghakhani; 26.)
I: 111-Racing-IRC #111 (Donaldson/Currie/Stutterd; 25.)

Motorsport-Total.com

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