DTM-Rennen Lausitzring: Hintergrund | 24.06.2026
Hochsommerlicher Motorsport & more mit vielen Highlights!
Der Auftritt der DTM auf der Rennstrecke unweit der polnische Grenze stand ganz im Zeichen hochsommerlicher Bedingungen. Ein Gewitter am Samstag und brütende Hitze am Sonntag hielten 58.000 Zuschauer nicht davon ab, von der hochgebauten Haupttribüne die Action auf weiten Teilen des Kurses live zu verfolgen.
Bernhard Schoke
Die eigentliche Rennstory kann man schnell erzählen, wenn man „Sie“ auf den berühmten Punkt formuliert: Mit dem 5. Lauf des DTM-Jahres am Samstag konnte Ben Dörr quasi Geschichte schreiben: Er holte im McLaren 720S GT3 Evo den ersten Sieg in der DTM für die Marke überhaupt. Marco Mapelli feierte seinen ersten Podiums-Erfolg und Ricardo Feller konnte mit dem Manthey-Porsche auch sein erstes DTM-Podium zelebrieren. Am Sonntag war beim 6. Saison-Rennen Matteo Cairoli nach 42 Runden Schnellster und verbuchte damit als erster in diesem Jahr Saisonsieg zwei. Mit Nicki Thiim als Zweitem – Rückstand 0,413 Sekunden – sprang mit ihm erstmals in der DTM Geschichte ein Aston Martin auf das DTM-Podium. Und Finn Wiebelhaus im HRT Ford Racing, der es innerhalb von sechs Jahren vom Kart bis in die DTM schaffte, erfüllte sich mit Platz drei seinen Kindheitstraum. Aber nicht nur das: Es war zudem das erste Ford-Podium in der DTM seit 37 Jahren.
Enge Fahrerwertung
In der Fahrerwertung ist nach dem dritten Rennwochenende alles ganz besonders eng: Cairoli führt jetzt mit 78 Punkten ganz knapp vor Lucas Auer (77) und Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, 76), der zuvor als Tabellenführer in die Lausitz gefahren war.
Was gibt es sonst noch zu berichten:
* Ein kaum mehr messbaren „Rückstand“ hatte am Freitag im freien Training der Kufsteiner Lucas Auer im Adidas AMG-Mercedes: 0,002 Sekunden, oder anders ausgedrückt 2 Tausendstel Sekunden betrug laut Zeitenmonitor sein „Abstand“. Oder– anhand der Bestzeit von 1:20,986 Minuten – aufgerundet 8,59 Zentimeter.
*Doppelter Geburtstag auf dem Lausitzring für zwei der DTM-Fahrer: Neuling Bastian Buus und Rückkehrer Kelvin van der Linde feierten quasi gemeinsam am Samstag ihren Ehrentag. Der dänische Porsche-Pilot Buus wurde 23 Jahre alt und für Kelvin van der Linde war es der 30. Geburtstag. Er meinte dazu: „Es gibt vielleicht für den einen oder anderen schönere Orte für eine Geburtstagsfeier als eine Rennstrecke, aber ich finde es für mich passend, weil Motorsport seit der Kindheit mein Leben prägt. Das Team hat mich mit einem Kuchen überrascht, darüber habe ich mich sehr gefreut“, berichtete der BMW-Werksfahrer auf Nachfrage.
*Pechvogel des Rennwochenendes war Jules Gounon:
Durch die ungünstige Reifenstrategie (Regenreifen am Samstag für den ersten Stint) wurde er durchgereicht und musste sich beim Öffnen des Boxenstopp-Fensters hinter dem in der Gesamtwertung besser platzierten Team Kollegen Maro Engel einreihen. Dem nicht genug: Durch eine Full-Course-Yellow-Phase fiel er bis auf Platz sieben zurück. Noch „dicker“ kam es am Sonntag: In Kurve drei wählte er die Außenbahn – um Rempeleien zu entgehen – kam aber auf den Gummiabrieb (Pick-Up) und musste sich als Vorletzter einreihen. Als Racer kämpfte er sich wieder vor, doch ein Team-Fehler beim Boxenstopp „sorgte“ für eine Penalty-Lap. Ärgerlich genug, aber bei dem entsprechenden Anbremsen „rauschte“ im Thierry Vermeulen ins Heck bevor dann seine Bremsen den Dienst versagten ….
Wenig Glück hat auch Tom Kalender, der in der Lausitz seinen dritten Ausfall im sechsten Saison-Rennen hinnehmen musste.
Stau auf der Heimfahrt
*Noch weniger Spaß hatten viele Zuschauer, wenn sie sich über die Autobahn auf den Heimweg machten. Beispielsweise war in Richtung Dresden die A13 – „passend“ zum Rennwochenende und dem damit verbundenen Verkehr auf einen Fahrstreifen verengt worden! Resultat: Stau über weit mehr als nur 10 Kilometer, denn nicht nur die bekannten Ausweichstrecken waren völlig überlastet, sondern auch die „Schleichwege“, sodass sich ganze Fahrzeug-Pulks auf Straßen durch Ortschaften quälten, die für dafür nicht ausgelegt sind – ein „Schelm“ war jetzt an Absicht der zuständigen wie ausführenden Behörden denkt…..
Wie geht es weiter: In zwei Wochen (3. bis 5. Juli) starten DTM-Boliden an den Norisring in Nürnberg, dem seit vielen Jahren einzigen Stadtkurs im Kalender der DTM und der im Veranstaltungspaket stattfindenden Rahmenrennen.













