"Riesiger Schock" | 05.05.2026
DTM-Stars reagieren auf Tod von Zanardi
Der Tod von Alessandro Zanardi erschüttert die Motorsportwelt: DTM-Fahrer teilen emotionale Erinnerungen an eine außergewöhnliche Persönlichkeit
Das DTM-Fahrerlager reagiert geschockt auf den Tod von Alessandro Zanardi am vergangenen Freitag im Alter von 59 Jahren. Der ehemalige IndyCar-Champion, Formel-1-Pilot und Paralympics-Goldmedaillen-Gewinner hatte zwar nie ein DTM-Stamm-Cockpit, wurde aber 2018 beim Gaststart mit einem speziell vorbereiteten BMW beim Nachtrennen in Misano sensationell Fünfter und startete auch 2019 beim gemeinsamen Dream-Race mit der Super-GT-Serie in Fuji.
Und er ist seit vielen Jahren das große Idol des zweimaligen Champions Marco Wittmann. "Ich bin aufgewacht - und diese Nachricht zu lesen, ist ein riesiger Schock für mich", schreibt der langjährige BMW-Werksfahrer auf Instagram. "Alex war mein Vorbild und eine Inspiration in jedem Bereich des Lebens. Danke, dass ich dich kennenlernen und mit dir Rennen fahren durfte. Leb wohl, mein Freund."
Wittmann fuhr beim IMSA-Wochenende in Laguna Seca gemeinsam mit Teampartner Philipp Eng für Zanardi - und das Duo schafft es mit Platz drei auf das Podest. Die beiden hatten sogar Grußbotschaften für den Italiener auf dem BMW-Prototypen und fuhren mit schwarzen Armbinden.
"Was zum Teufel!?": Warum Zanardi Wittmanns Idol war
Wittmann zeigte sich vor allem von der Einstellung Zanardis, der bei seinem Lausitzring-Crash im Jahr 2001 beide Beine verlor, aber sich mit eisernem Willen ins Rennauto zurückkämpfte, schwer beeindruckt. "Wenn du mit ihm redest, dann sagt er dir: 'Das ist eigentlich das Geilste, was mir je passiert ist. Denn all die Dinge, die ich jetzt mache, hätte ich mit zwei Beinen nicht machen können'", erzählte Wittmann 2019 im Vorfeld des "Dream-Race".
Da denkst du dir auch: 'Was zum Teufel!?' So musst du erst einmal denken. Das ist einfach erstaunlich, und er sollte ein Vorbild für jeden sein - ob mit Handicap oder ohne."
Auch Wittmanns IMSA-Kollege Eng, der bei Zanardis DTM-Gaststart in Misano ebenfalls am Start war und mit dem Italiener in der IMSA-Serie antrat, betrauert Zanardis Tod. "Das macht mich zutiefst traurig. Ruhe in Frieden, Legende", schreibt er auf Instagram. "Danke für alles, was ich von dir gelernt habe, und dafür, dass du eine solche Inspiration warst. Es war ein Privileg, dich zu kennen und dein Teamkollege zu sein."
Einsätze in Tourenwagen-WM inspirierten DTM-Meister Güven
Zahlreiche BMW-Piloten wie Rene Rast oder Sheldon van der Linde, aber auch Ex-Fahrer der Münchner wie Bruno Spengler oder Timo Glock, die sich mit Zanardi 2015 bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps ein Auto teilten, drückten ihre Trauer in den sozialen Medien aus.
Und auch Fahrer, die nicht zum BMW-Umfeld zählen, zeigen sich vom Tod Alessandro Zanardis zutiefst berührt. "Ich erinnere mich, wie ich ihn als Kind in der WTCC gesehen habe und wie sehr er mich inspiriert hat", schreibt der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven, der sich ohne Motorsport-Umfeld im eigenen Land nach oben kämpfte. "Ruhe in Frieden, Legende!"
Während Ex-DTM-Champion Mirko Bortolotti schreibt, dass "Legenden niemals sterben", war Zanardi für Mercedes-AMG-Werksfahrer und DTM-Leader Maro Engel ein "unglaublicher Mensch, Rennfahrer und eine Inspiration. Mein tiefstes Beileid gilt der Familie Zanardi und seinen Freunden."
"Unvorstellbare Trauer" bei Timo Scheider
Und auch Timo Scheider, der 2008 und 2009 mit Audi und Abt als einer von wenigen Piloten zweimal hintereinander DTM-Meister wurde und später für BMW fuhr, geht Zanardis Tod sehr nahe. "Mit unvorstellbarer Trauer habe ich heute diese Nachricht erhalten", schreibt er am Samstag.
"Eine wahre Motorsportlegende, ein hingebungsvoller Familienvater, ein Vorbild und eine Inspiration für so viele Menschen auf der ganzen Welt. Seine Leidenschaft, seine Stärke und sein Vermächtnis haben unzählige Leben berührt und werden niemals vergessen werden."
Mit Zanardis Tod habe die Welt "nicht nur eine Ikone, sondern auch einen bemerkenswerten Menschen verloren. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn bewundert haben."
















