Vor Verstappen-Rennen | 17.10.2026
Vor Verstappen-Rennen: Wer in der GTWC Europe 2026 bisher gewonnen hat
14 Rennsieger von sieben verschiedenen Herstellern: Die GT-World-Challenge Europe bot 2026 viel Abwechslung - Trägt sich Max Verstappen beim Finale mit ein?
Die GT-World-Challenge (GTWC) Europe gilt als härteste GT3-Meisterschaft überhaupt, insbesondere im Endurance-Cup. Doch auch der Sprint-Cup hat über die Jahre an Stärke gewonnen. Max Verstappen stellt sich bei den 3 Stunden von Portimao einem bärenstarken Fahrerfeld aus reinrassigen GT3-Profis.
Diese sorgte in der bisherigen Saison für reichlich Action. Hier ein Überblick über die Sieger der bisherigen Rennen.
Rennen 1: 1.000 Kilometer von Le Castellet
Beim Auftakt der GT World Challenge Europe beim Endurance-Rennen auf dem Circuit Paul Ricard sicherte sich der Aston Martin Vantage GT3 Evo von Comtoyou Racing einen überraschenden Triumph. Marco Sörensen, Nicki Thiim und Mattia Drudi nutzten eine dramatische Schlussphase, um den bis dahin souverän führenden Mercedes-AMG GT3 Evo von Winward Racing niederzuringen.
Ein spätes Safety-Car machte den lange Zeit komfortablen Vorsprung der Mercedes-Crew zunichte, woraufhin Nicki Thiim kurz vor Schluss die entscheidende Attacke setzte und das Rennen mit knapp acht Zehntelsekunden Vorsprung gewann. Für Aston Martin bedeutete der spektakuläre Erfolg den ersten Rennsieg in der Rennserie seit fast zwei Jahren.
Rennen 2: Sprint Cup in Brands Hatch
Das erste Rennen des Sprint Cup in Brands Hatch sah eine Reihe nachträglicher Strafen, die das Ergebnis völlig auf den Kopf stellten. Auf der Strecke hatte ursprünglich der Mercedes-AMG GT3 Evo von Verstappen Racing (Chris Lulham/Daniel Juncadella) die Ziellinie als Erster überquert. Aufgrund einer nachträglichen Durchfahrtsstrafe wegen eines Gelbverstoßes rutschte die Mannschaft jedoch auf Rang 15 ab.
Davon profitierte AF Corse: Arthur Leclerc und Thomas Neubauer erbten im Ferrari 296 GT3 Evo den Gesamtsieg. Für Leclerc bedeutete dies nicht nur das erste Podium, sondern auch den Premierensieg in der GTWC Europe.
Im zweiten Lauf schlug Lionspeed GP nach dem bitteren Ausfall im Samstagsrennen eindrucksvoll zurück. Bastian Buus und Ricardo Feller fuhren im Porsche 911 GT3 R Evo einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg ein und bescherten dem deutschen Team den ersten Gesamtsieg in der Rennserie.
Buus verteidigte den Spitzenplatz beim Start erfolgreich gegen Chris Lulham im Verstappen-Mercedes, ehe Feller den Vorsprung nach dem Pflichtboxenstopp souverän verwalten und mit über drei Sekunden Vorsprung über die Ziellinie bringen konnte.
Rennen 3: 3 Stunden von Monza
Das 3-Stunden-Rennen im Autodromo Nazionale di Monza entwickelte sich zu einem der chaotischsten und schadensträchtigsten Events der GTWC-Historie. Bereits wenige Sekunden nach dem Start kam es in der Variante Rettifilo zu einer verheerenden Massenkarambolage, als Maxime Martin im GetSpeed-Mercedes-AMG nach einem Ausweichmanöver eng wiedereinscherte.
Eine Kettenreaktion riss mindestens acht Fahrzeuge direkt aus dem Rennen - darunter die beiden von der Poleposition gestarteten Ford Mustang GT3 Evo von HRT - und beschädigte etliche weitere Schwergewichte aus dem Pro Cup. Mehr als 20 Autos waren in den Unfall involviert.
Nach unzähligen Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phasen steuerte das dezimierte Feld auf eine dramatische Schlussphase zu, als kurz vor Ende erneut Chaos ausbrach: Kelvin van der Linde im WRT-BMW verschätzte sich beim Anbremsen der ersten Schikane komplett und traf den Porsche von Alexei Nessow am Heck. Dieser stieg spektakulär in die Luft auf, schlug eine Fassrolle und räumte bei der Landung mehrere Konkurrenten ab.
Sportlich nutzte das Team Attempto Racing aus dem Silver Cup das Chaos perfekt aus: Rocco Mazzola, Sebastian Ögaard und Ariel Levi fuhren im Audi R8 LMS Evo II von Startplatz 29 aus einen sensationellen Gesamtsieg ein. Es war der erste Audi-Sieg in der Rennserie seit 2022.
Rennen 4: 24 Stunden von Spa-Francorchamps
Den größten Erfolg der bisherigen Teamgeschichte feierte Lionspeed GP beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. Bastian Buus, Ricardo Feller und Thomas Preining fuhren im Porsche 911 GT3 R nach einem Start aus der Boxengasse und einer Aufholjagd vor 132.000 Zuschauern zum Gesamtsieg.
Es war der erste Triumph für die 992-Generation des Porsche 911 GT3 R beim Ardennenklassiker sowie der zweite Saisonsieg für das Pro-Team von Lionspeed GP nach dem Erfolg beim Sprint in Brands Hatch.
Der entscheidende Grundstein wurde bei einem Safety-Car-Restart dreieinhalb Stunden vor dem Ende gelegt, bei dem sich Preining an der Spitze sofort absetzen und den Vorsprung in den Schlussstunden souverän verwalten konnte.
Den zweiten Platz sicherte sich nach einem packenden Dreikampf in der Schlussphase der Winward-Mercedes-AMG GT3 Evo von Maro Engel, Luca Stolz und Lucas Auer. Das Podium komplettierte der AF-Corse-Ferrari 296 GT3 Evo von Alessio Rovera, Tommaso Mosca und Nicklas Nielsen, der trotz zweier Reifenschäden und einer engagierten Aufholjagd in der Hitze um den Sieg mitkämpfte.
Die übrige Konkurrenz erlebte ein von zahlreichen Ausfällen geprägtes Rennen: Sowohl bei den Aston Martin als auch bei den Teams von McLaren, Ford und Audi schieden aussichtsreiche Fahrzeuge durch Unfälle oder technische Defekte aus, während die neuen Lamborghini Temerario GT3 über das gesamte Wochenende nicht auf das nötige Tempo kamen.
Rennen 5: Sprint Cup in Misano
Das Rennwochenende des Sprint Cup im italienischen Misano stand ganz im Zeichen des Teams WRT: Charles Weerts und Kelvin van der Linde sicherten sich im BMW M4 GT3 Evo mit einem Doppelsieg die Tabellenführung in der Gesamtwertung.
Im ersten Lauf legte Weerts den Grundstein zum Erfolg bereits beim Start, als er aus der zweiten Reihe an der Spitze und von einer Kollision auf dem Startplatz profitierte, die den Polesetter mit involvierte. Mit involviert war auch Valentino Rossi, der dadurch und eine anschließende Strafe nach drei Siegen in Folge bei seinem Heimrennen nicht auf das Podest kam.
Im zweiten Rennen glänzte WRT vor allem mit einer herausragenden Boxencrew: Jules Gounon hielt im Mercedes-AMG von Verstappen Racing in der ersten Hälfte den ständigen Attacken von van der Linde stand, ehe WRT beim synchronen Pflichtboxenstopp das schnellere Abfertigen gelang und Weerts vor Dani Juncadella auf die Strecke schickte.
Rennen 6: Sprint Cup in Magny-Cours
Im ersten Nachtrennen in Magny-Cours feierte das Team Verstappen Racing/2 Seas Motorsport einen souveränen Start-Ziel-Sieg: Dani Juncadella und Jules Gounon, der den rekonvaleszenten Chris Lulham vertrat, dominierten das Geschehen im Mercedes-AMG GT3 Evo von Verstappen Racing von der Poleposition aus. Auch eine späte Full-Course-Yellow-Phase schmolz den Vorsprung der Führungsgruppe nicht mehr ab, sodass Juncadella den Sieg nach 60 Minuten souverän ins Ziel brachte.
Im zweiten Durchgang schlug Lionspeed GP erneut zu und feierte den zweiten Sprint-Cup-Sieg der Saison. Ricardo Feller hielt den Porsche 911 GT3 R Evo in der ersten Hälfte auf Schlagdistanz, ehe eine Rote Flagge nach einem schweren Unfall im Bronze Cup das Rennen für eine halbe Stunde unterbrach. Nach dem Re-Start und dem folgenden Boxenstoppfenster nutzte Bastian Buus die schnellen Servicezeiten des Teams sowie Patzer der Konkurrenz voll aus, übernahm die Führung und setzte sich souverän an der Spitze durch.
Rennen 7: 3 Stunden vom Nürburgring
Beim vorletzten Saisonlauf des Endurance Cups auf dem Nürburgring feierte Comtoyou Racing den zweiten Saisonsieg: Marco Sörensen, Mattia Drudi und Nicki Thiim steuerten den Aston Martin Vantage GT3 Evo von der Poleposition aus zu einem knappen Erfolg. Das Trio führte das dreistündige Rennen fast über die gesamte Distanz an, stand jedoch unter dauerhaftem Druck der Verfolger.
Die entscheidende Geschichte des Rennens schrieb jedoch Winward Racing: Durch die Zeitstrafe gegen einen McLaren rückten Maro Engel, Luca Stolz und Lucas Auer im Mercedes-AMG GT3 Evo auf den vierten Rang auf. Dieser vierte Platz reichte dem Trio aus, um sich bereits ein Rennen vor dem Saisonende vorzeitig den Fahrertitel im Endurance Cup zu sichern. Für Engel und Stolz ist es der zweite Endurance-Titel ihrer Karriere, während Auer seine erste Meisterschaft in dieser Kategorie feierte.
Rennen 8: Sprint Cup in Zandvoort
Das vorletzte Wochenende des Sprint Cups auf den Dünenkurs von Zandvoort bot pure Dramatik und wirbelte das Rennen um den Meistertitel komplett durcheinander. Im ersten Lauf feierten Tom Fleming und Louis Prette im McLaren 720S GT3 Evo von Garage 59 einen historischen Überraschungscoup: Das Duo holte den ersten Gesamtsieg eines Gold-Cup-Teams in der Geschichte der Sprint-Serie.
Trotz nachträglicher Fünf-Sekunden-Strafen wegen Unregelmäßigkeiten beim Boxenstopp behielten Fleming und Prette den Sieg. Die bisherigen Tabellenführer Kelvin van der Linde und Charles Weerts erlebten im WRT-BMW ein Fiasko und schieden wegen eines Kühlwasserverlusts vorzeitig aus.
Im zweiten Rennen schlug die Stunde von Emil Frey Racing auf der stärksten Strecke des Teams: Ben Green und Lokalmatador Thierry Vermeulen sicherten dem Schweizer Rennstall im Ferrari 296 GT3 Evo den ersten Sprint-Cup-Sieg seit über zwei Jahren. Green übernahm in der ersten Hälfte dank eines bärenstarken Re-Starts die Führung, während Vermeulen den Vorsprung in der Schlussphase souverän verwaltete.
Rennen 9: Sprint-Cup-Finale in Barcelona
Das dramatische Saisonfinale des Sprint Cups auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya bot turbulentes Wetter und packende Titelentscheidungen. Im ersten Lauf feierten Dylan Pereira und Alex Aka im Audi R8 LMS GT3 Evo II von Attempto Racing aus dem Gold Cup von Startplatz 14 aus einen sensationellen Gesamtsieg auf überfluteter Strecke. Eine späte Strafe gegen den führenden Boutsen-VDS-Porsche spielte dem Gold-Cup-Duo den Triumph in die Hände.
Die größte Feier gab es jedoch bei Lionspeed GP: Bastian Buus und Ricardo Feller reichte im Porsche 911 GT3 R Evo ein zweiter Platz, um sich vorzeitig die Fahrer-Meisterschaft im Sprint Cup zu sichern, da ihre verbliebenen Titelrivalen im Regenchaos allesamt patzten oder vorzeitig ausschieden.
Im zweiten Durchgang unter trockenen Bedingungen dominierte Emil Frey Racing nach Belieben und feierte den zweiten Sieg. Ben Green verteidigte im Ferrari 296 GT3 Evo beim Start die Führung nach einer chaotischen Auftaktrunde und übergab an Thierry Vermeulen, der den Vorsprung in der zweiten Hälfte souverän ausbaute und mit über vier Sekunden Vorsprung als Erster über die Ziellinie fuhr.

















