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F1 Barcelona "Shakedown": Tag 4 Der neue Aston Martin AMR26 mit schwarzer Testlackierung
Aston Martin F1 Team

Barcelona, Tag 4: Nur fünf Runden für den radikal neuen Aston Martin!

Lange musste man auf den neuen Aston Martin warten, der am Donnerstag nur fünf Runden unterwegs war - Mercedes bleibt das Maß der Dinge

Lange ließ Aston Martin auf sich warten, doch am Donnerstag fuhr auch der heißerwartete AMR26 mit dem neuen Honda-Motor zum ersten Mal aus der Garage - und überraschte mit seinem Look. Denn das Auto aus der Feder von Designer Adrian Newey wirkt im Heckbereich ziemlich radikal.

Ob das Auto, das noch komplett in Schwarz gehalten ist, auch radikal schnell ist, diese Antwort blieb Aston Martin heute schuldig, denn Testtag konnte man das kaum nennen, was Aston Martin heute zeigte. Lange wartete man vergeblich auf ein Lebenszeichen des Rennstalls, der mit Lance Stroll erst gegen 17 Uhr erstmals auf die Strecke ging.

Somit war Aston Martin nur fünf Runden unterwegs und fuhr laut SoyMotor.com auch nur eine Zeit von 1:46.404 Minuten, was knapp eine halbe Minute langsamer als die Bestzeit war. Zudem rollte Stroll am Ende noch in der Boxeneinfahrt aus, was aber wohl Absicht war, wie man dem pünktlichen Aus um 18 Uhr entnehmen kann.

Aston Martin hat aber zumindest am Freitag noch einen kompletten Tag für die Vorbereitung. Dennoch hat man damit bereits einen deutlichen Erfahrungsrückstand auf die Konkurrenz - insbesondere Mercedes.

Mercedes weiter das Maß der Dinge

Denn die Silberpfeile waren auch am vierten Shakedown-Tag der Formel 1 in Barcelona das Maß aller Dinge. Nachdem der W17 bereits am Mittwoch eine souveräne Bestzeit in den Asphalt gebrannt hatten und mit Abstand die meisten Runden fuhren, machte das Team am Donnerstag genau dort weiter.

Mit 1:16.641 Minuten - so inoffizielle Angaben aus Spanien - setzte George Russell erneut eine neue Wochenbestzeit und ließ die Konkurrenten deutlich hinter sich. Wie schon am Mittwoch gab es eine Doppelführung mit Teamkollege Andrea Kimi Antonelli, der am Vormittag die Bestzeit gefahren hatte und dann sein Auto an Russell abgab.

Für Mercedes ist die Woche damit beendet, weil man bereits seinen dritten Tag absolviert hat. "Es war ein ziemlich guter Shakedown", meint Antonelli. "Wir sind auch heute viele Runden gefahren, und ich bin glücklich, weil ich ziemlich viel über das Auto gelernt habe", sagt der Italiener.

Für ihn standen heute vor allem Longruns auf weichen Reifen auf dem Programm, weil Mercedes schauen wollte, wie das Auto reagiert und wie auch der Motor auf die höheren Geschwindigkeiten in den Kurven reagiert. Zudem testete Antonelli unterschiedliche Modi, um ein besseres Verständnis für die Batterie zu bekommen.

Noch will man sich bei den Silberpfeilen aber nichts auf die guten Zeiten einbilden: "Wir haben uns auf uns selbst konzentriert, weil es natürlich sehr schwer zu sagen ist, wo die anderen stehen", sagt Antonelli. "Jeder fährt ein völlig unterschiedliches Programm. Es ist also schwer zu sagen, wie schnell wir im Vergleich zu den anderen sind."

Dreher von Lewis Hamilton

Auch bei Ferrari teilten sich wieder beide Fahrer das Auto. Nachdem zunächst Lewis Hamilton am Vormittag im Auto saß - und bei einem Dreher beobachtet wurde -, durfte Charles Leclerc am Nachmittag ran, wo er 83 Runden und mit 1:18.223 Minuten die schnellste Zeit hinter den McLaren schaffte.

Hamilton hatte am Vormittag 85 Runden gedreht (1:18.654, Platz sechs) und war darüber begeistert: "Das ist fantastisch", lobt er. "Und das ist wirklich all den Leuten in der Fabrik zu verdanken, die so einen großartigen Job gemacht haben, um sicherzustellen, dass das Auto bisher wirklich zuverlässig ist."

Für Hamilton war es nach dem verregneten Dienstag dabei schön, endlich einmal im Trockenen fahren zu können. "Es war toll, einige Runs machen zu können und die Reifen zu verstehen", sagt der Brite, der vor allem mit den härteren C1- und C2-Pneus unterwegs war.

Aber: "Es ist so kalt, dass die Reifen nicht wirklich so gut funktionieren, aber wir haben unser Programm durchgezogen und ein gewisses Verständnis dafür bekommen, wo das Auto steht und wo wir uns verbessern müssen", so Hamilton.

McLaren fährt am Nachmittag nicht

Größere Probleme gab es derweil bei McLaren, die am kompletten Nachmittag nicht fahren konnten. Am Vormittag hatte Oscar Piastri 48 Runden bei einer Bestzeit von 1:18.419 Minuten gedreht, doch während der Mittagspause wurde an seinem MCL40 ein Problem mit dem Benzinsystem entdeckt, weswegen das Team den Wagen für den Rest des Tages in der Garage hielt.

"Natürlich ist es schade, dass wir am Nachmittag nicht fahren konnten, da jede Minute auf der Strecke in dieser frühen Phase der Saison wertvoll ist", sagt Performance-Technikchef Mark Temple.

"Wir haben ein Problem mit dem Kraftstoffsystem entdeckt. Da das Auto sehr komplex ist, haben wir uns entschieden, es in die Garage zurückzubringen und zu zerlegen, um die Ursache des Problems vor dem morgigen Einsatz vollständig zu verstehen."

Generell sei McLaren aber auf "nichts allzu Unerwartetes" gestoßen. "Das Verhalten und das Handling des Autos entsprechen unseren Erwartungen, sodass die Fahrer von nichts überrascht werden", so Temple. "Es geht nur darum, das Auto kennenzulernen, und wenn wir mehr Zeit haben, werden wir versuchen, es fein abzustimmen."

Acht Teams dürfen am Freitag ran

Die Racing Bulls schafften mit Liam Lawson und Arvid Lindblad ebenfalls eine dreistellige Rundenzahl und schlossen damit ihren Test erfolgreich ab. Zudem konnte sich Neuling Cadillac über 66 Runden von Sergio Perez freuen, dessen Bestzeit aber fast fünf Sekunden hinter der Marke von Russell lag.

Am letzten Tag haben alle Teams mit Ausnahme von Mercedes und den Racing Bulls - und Williams, die nicht beim Shakedown sind - noch einmal die Chance, auf die Strecke zu gehen. Bis auf diese beiden Teams haben alle anderen bislang nur zwei von drei erlaubten Tagen absolviert, Aston Martin nur einen.

Somit können wir am Freitag acht Autos auf der Strecke erwarten. Auch der letzte Testtag läuft von 9 bis 18 Uhr mit einer Stunde Mittagspause.

Motorsport-Total.com

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