Ferrari bezieht Stellung zu Gerüchten | 29.09.2026
Frederic Vasseur vor dem Aus?
Das Ferrari-Management bestätigt das volle Vertrauen in Teamchef Frederic Vasseur - Zuvor hatte es Gerüchte rund um Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegeben
Ferrari hat beschlossen, einzugreifen. Nach Tagen voller Spekulationen über die Zukunft von Frederic Vasseur, die auch durch die Äußerungen von Christian Horner gegenüber The Times angefacht wurden, hat die Scuderia am Dienstagmorgen ein Online-Treffen mit italienischen Medien organisiert, um die Position des Managements darzulegen.
Die Botschaft war eindeutig: Das Vertrauen in Vasseur und sein Team ist vollständig vorhanden und hat sich nicht geändert. Diese Stellungnahme erfolgte nach einem Wochenende in Baku, an dem die Zukunft des Teamchefs als Thema übermäßig viel Raum eingenommen hatte.
Horner hatte Ferrari im Interview mit der britischen Zeitung als "den Traum" bezeichnet und erklärt, die Scuderia sei der einzige Rennstall, für den er eine Rückkehr in die Formel 1 ohne Beteiligung am Team in Erwägung ziehen würde.
Diese Worte haben die bereits bestehenden Spekulationen über die Zukunft von Vasseur weiter befeuert. Vasseur selbst hatte am Ende des Aserbaidschan-Wochenendes sein Unbehagen über eine Situation nicht verborgen, die für das gesamte Team zur Ablenkung geworden war.
"Wir arbeiten nicht in größter Gelassenheit", gab er zu und betonte, dass ein großer Teil der Fragen an ihn und die Ferrari-Mitarbeiter mittlerweile seine Zukunft betreffe und nicht die Aktivitäten auf der Strecke.
Ferrari sieht sich zu Klarstellung gezwungen
In Maranello hatte man zunächst beschlossen, nicht einzugreifen, in der Hoffnung, dass die Spekulationen von selbst abebben. Das blieb aus, weshalb nun die Entscheidung fiel, die Medien einzuberufen, um die Position des Unternehmens endgültig zu klären.
"Es gab viele Spekulationen um die Scuderia und ihre Führung", wurde während des Treffens erläutert. "Viele werden sich gefragt haben, warum wir nicht früher geantwortet haben: Einfach weil wir gehofft haben, dass diese Dinge enden."
"Die Position von Ferrari ist klar und hat sich nicht geändert. Ferrari hat seine Entscheidungen getroffen, und das Vertrauen in Fred Vasseur und sein Team war da und besteht weiterhin."
Ferrari wollte zudem die Gründe für das Eingreifen erläutern. Das Aufsehen, das traditionell alles begleitet, was die Scuderia betrifft, wird als natürliche Folge der Größe der Marke betrachtet. Doch wenn Spekulationen beginnen, die Arbeit des Teams zu beeinträchtigen, wird es notwendig, eine Grenze zu ziehen.
"Ferrari erzeugt seit jeher ein außergewöhnliches Interesse, und das ist auch ein Zeichen für die Stärke dessen, was es weltweit repräsentiert. Darauf sind wir stolz, aber wir wollen keine Spekulationen oder Hypothesen von außen schüren."
Team soll ungestört arbeiten können
Das Ziel ist es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Arbeit auf der Strecke zu lenken, insbesondere in einer Saisonphase, in der die Gegner deutliche Fortschritte bei der Performance gemacht haben.
"All dieser Lärm hilft nicht. Es ist auch unsere Pflicht, dem Team zu ermöglichen, sich auf das zu konzentrieren, was es primär tun muss, nämlich Ergebnisse auf der Strecke zu erzielen", teilt man mit.
Genau das hatte Vasseur in Baku auch selbst zum Ausdruck gebracht, als er betonte, dass die ständigen Fragen zu seiner Zukunft für ein Team, das im Kampf um die Spitzenpositionen der Konstrukteurs-WM steht, zum Störfaktor geworden seien.
Auf die Frage zu Horners Äußerungen antwortete er ohne Umschweife: "Horner sucht einen Job, das wissen alle. Aber was kann ich tun? Ich kann nur weiterhin das Team antreiben, motivieren und mich darauf konzentrieren, was wir tun können."
Drei Tage später kam die Antwort, die Vasseur sich erhofft hatte. Diesmal nicht vom Betroffenen selbst, sondern von Ferrari. Die Spekulationen werden zurückgewiesen, und das Management bestätigt sein volles Vertrauen in den aktuellen Teamchef und das ihn unterstützende Team.

















