GP von Miami: Qualifying | 02.05.2026
Antonelli auf Pole - Verstappen mischt wieder mit!
Während Kimi Antonelli in Miami die nächste Poleposition holen konnte, meldete sich Max Verstappen mit Rang zwei zurück - Nico Hülkenberg erneut Elfter
Mercedes ist zurück in der Erfolgsspur: Nach dem kleinen Ausrutscher im Sprint haben sich die Silberpfeile beim Qualifying zum Formel-1-Rennen in Miami zurückgemeldet und in Form von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli die Poleposition erobert.
Der Italiener hatte am Ende 0,166 Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen (Red Bull), der sich etwas überraschend Platz zwei sichern konnte. Rang drei ging an Ferrari-Pilot Charles Leclerc vor Sprintsieger Lando Norris (McLaren), der sich nach der Pole im Sprint diesmal mit Rang vier begnügen musste.
Auch George Russell (Mercedes) gehört zu den Geschlagenen und wurde nur Fünfter vor Lewis Hamilton (Ferrari) und Oscar Piastri (McLaren). Franco Colapinto (Alpine) konnte als Achter erneut Teamkollege Pierre Gasly (10.) schlagen, die Isack Hadjar ins Alpine-Sandwich nahmen.
Nico Hülkenberg verpasste den Einzug in Q3 als Elfter - mal wieder.
Was passierte in Q1?
Beinahe hätte es mit Oscar Piastri schon einen der ganz großen Namen erwischt. Als 16. rutschte der McLaren-Pilot gerade noch so durch. Stattdessen war Arvid Lindblad am Ende der einzige Fahrer, der neben den offensichtlichen Kandidaten rund um die Hinterbänkler von Cadillac und Aston Martin in Q1 die Segel streichen musste.
Unter diesen hatte diesmal Aston Martin die Nase vorne, während Cadillac das Schlusslicht bildete - abgesehen von Audi-Pilot Gabriel Bortoleto. Lange war nicht klar, ob er nach seiner Disqualifikation beim Sprint überhaupt eine Runde würde fahren können, da an seinem Auto lange gearbeitet wurde.
¿pbtw|https://twitter.com/F1/status/2050672738264625238|pb¿Am Ende fuhr der Brasilianer doch noch einmal raus, konnte aber keine repräsentative Runde setzen: Fünf Sekunden fehlten ihm auf die Spitze. Stattdessen rollte er anschließend noch mit brennender Bremse aus und musste sein Auto abstellen.
Die Spitze wurde von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli gebildet, der in 1:28.653 Minuten 0,285 Sekunden schneller war als Charles Leclerc. Probleme hatte auch erneut George Russell, dem mehr als acht Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen fehlten.
Ausgeschieden: 17. Arvid Lindblad (Racing Bulls), 18. Fernando Alonso (Aston Martin), 19. Lance Stroll (Aston Martin), 20. Valtteri Bottas (Cadillac), 21. Sergio Perez (Cadillac), 22. Gabriel Bortoleto (Audi).
Was passierte in Q2?
Wer gewettet hätte, dass Audi auf Rang elf landen würde, der hätte keine guten Wettquoten bekommen, denn im mittlerweile sechsten Qualifying dieser Saison belegte der deutsche Rennstall zum fünften Mal den ersten Rang außerhalb der Top 10.
Allerdings muss sich Nico Hülkenberg nicht grämen, dass er den Einzug in Q3 knapp verpasst hätte, denn so knapp und spannend war es gar nicht: Hülkenberg fehlten fast vier Zehntelsekunden auf Pierre Gasly, der als Zehnter in den letzten Qualifying-Abschnitt gezogen war.
Daher verlief Q2 eher ruhig und wenig aufregend. Als überraschend könnte man vielleicht die Bestzeit von Max Verstappen in 1:28.116 Minuten betiteln und die Tatsache, dass Lando Norris Probleme zu haben schien, die ihn nur Siebter werden ließen - ohne jedoch die große Gefahr des Ausscheidens.
Ausgeschieden: 11. Nico Hülkenberg (Audi), 12. Liam Lawson (Racing Bulls), 13. Oliver Bearman (Haas), 14. Carlos Sainz (Williams), 15. Esteban Ocon (Haas), 16. Alexander Albon (Williams).
Was passierte in Q3?
Der Kampf um die Plätze in den Top 10 wurde zumindest hinter der Pole eng. Nach den ersten Richtzeiten der beiden McLaren, ploppte plötzlich Verstappen an der Spitze auf und verdrängte Norris um 0,002 Sekunden. Nur kurz darauf schnappte sich Leclerc mit 0,038 Sekunden Vorsprung die Führung, und auch Russell lag innerhalb einer halben Zehntelsekunde.
Der einzige, der etwas gegen ein spannendes Qualifying hatte, war Antonelli, der die Konkurrenz in seinem ersten Run um 0,345 Sekunden distanzierte.
Allerdings musste der Mercedes-Pilot schauen, was die anderen machen, denn auf seinem zweiten Run baute er einen Fehler auf und konnte sich nicht mehr verbessern. Aber: Auch die direkte Konkurrenz scheiterte jeweils an der eigenen Zeit - bis auf einen: Max Verstappen.
Der Niederländer knallte im ersten Sektor eine persönliche Bestzeit hin und im zweiten eine absolute und lag damit virtuell vor Antonelli. Doch weil er sich im dritten Sektor nicht verbessern konnte, musste er sich schließlich mit Rang zwei begnügen - 0,166 Sekunden hinter Antonelli.
Warum fiel McLaren nach dem Sprint so ab?
Bislang schien es das Wochenende von McLaren zu sein: Lando Norris holte sich nicht nur die Pole für das Sprintrennen sondern auch souverän den Sieg in ebenjenem - vor seinem Teamkollegen Piastri. Für viele galt McLaren daher auch im Qualifying als Favorit, doch über die Plätze vier und sieben kam man nicht hinaus.
"Ich denke, wir haben trotzdem einen guten Job gemacht", sagt Norris und hat eine Theorie: "Ich glaube eher, dass die anderen gestern einfach einen wirklich schlechten Job gemacht haben und heute ehrlich gesagt nur das abgeliefert haben, was sie eigentlich tun sollten."
"Mit dem Wind und den Temperaturen war das Auto heute sicherlich etwas schwieriger zu fahren; vielleicht hat es einfach nicht ganz so gut funktioniert, und ich habe mich aus welchen Gründen auch immer definitiv etwas schwerer getan", sagt er.
"Aber nicht, weil wir irgendetwas verändert hätten, sondern einfach, weil die Bedingungen etwas anders waren und die anderen eben das gemacht haben, was sie tun sollten. Ich denke, wir stehen ehrlich gesagt da, wo wir es verdienen."
Wo kommt plötzlich die Verstappen-Pace her?
Nach dem schlechten Saisonstart scheinen sich Red Bull und Max Verstappen langsam wieder nach vorne zu arbeiten. Der viermalige Weltmeister holte überraschend Rang zwei. Wie kommt's?
"Bis zu diesem Wochenende haben so viele Dinge nicht funktioniert", erklärte der Niederländer seinen Fortschritt. "Ein paar Dinge haben sich geändert, und dadurch ist es viel angenehmer zu fahren. Ich spüre deutlich mehr Vertrauen und habe nicht mehr das Gefühl, nur Passagier im Auto zu sein."
Verstappen lobte die Teamleistung hinter den Kulissen in Milton Keynes, die dafür verantwortlich war, ihm ein Auto zu geben, das wieder eine Einheit mit dem Fahrer bildet, anstatt eines "bockenden Pferdes", das in einer Kurve übersteuert und in der nächsten untersteuert.
"Wir waren natürlich überhaupt nicht glücklich mit dem, was wir in den letzten Rennen gezeigt haben, aber man sieht, dass alle Vollgas gegeben haben, um die Probleme zu verstehen, und sie haben Lösungen präsentiert", lobt er seine Mannschaft. "Das ist einfach toll zu sehen. Eine großartige Teamleistung."
Was war bei Audi los?
Nico Hülkenberg konnte den von Audi gebuchten elften Platz einnehmen, hatte mit vier Zehnteln Rückstand aber keine große Chance auf die Top 10. "Diesmal war es nicht knapp", meint der Deutsche. "Ich glaube nicht, dass wir heute mehr im Köcher hatten; ich habe das Gefühl, wir haben diese Session und das Potenzial maximiert."
"Aber offensichtlich gibt es an beiden Autos immer noch eine Menge akuter Probleme, also liegt definitiv noch viel Arbeit vor uns." Was Hülkenberg damit anspricht: Er selbst konnte im Sprint nicht starten, bei Teamkollege Bortoleto war es ziemlich knapp, ob er im Qualifying würde rausfahren können. Das schaffte er zwar, aber mit einem Rückstand von fünf Sekunden - und kurz darauf mit brennendem Auto.
"Das hatte nichts mit der Disqualifikation zu tun", betont der Brasilianer nach seinem Sprint-Ausschluss. "Es war eine völlig andere Sache, weswegen wir das ganze Auto zerlegen mussten. Sie haben sich extrem beeilt, alles wieder zusammenzubauen, und sie haben einen unglaublichen Job gemacht."
"Ein Getriebe und die gesamte Hinterachse des Autos in einer halben Stunde wieder einzubauen, ist so eine harte Arbeit - und sie haben es geschafft. Aber als wir wieder auf die Strecke gingen, hatten wir erneut so viele Probleme, was aber verständlich ist", so der Brasilianer. "Ich musste das Auto auf der Strecke abstellen und konnte nichts dagegen tun."
Warum schimpfte Fernando Alonso über sein Auto?
Normalerweise wäre Speed derzeit ja immer ein Grund, aber zumindest konnte Aston Martin diesmal Cadillac schlagen. Trotzdem wurde Alonso wieder von Problemen heimgesucht -und zwar am Getriebe. "Das war das größte Problem für mich", sagt der Spanier.
"Das war zum allerersten Mal so, denn in den restlichen Sessions an diesem Wochenende hatten wir keinerlei Probleme, aber jetzt im Qualifying war es unmöglich zu fahren", sagt Alonso.
"Ich habe an jedem Bremspunkt die Synchronisation verloren, sodass ich keine Beschleunigung aus den Kurven heraus hatte, und die Rückschaltvorgänge waren völlig chaotisch, sehr willkürlich. Manchmal hatte ich einen Schub nach vorne, manchmal blockierende Hinterräder. Das war also eine böse Überraschung im Qualifying."
Er hofft, dass das Problem bis zum Rennen behoben werden kann: "Ich denke, wir können nicht mit so unvorhersehbaren Rückschaltvorgängen fahren, wie wir sie momentan haben."

















