Zu wenig Action in Madrid | 15.09.2026
Zu wenig Action in Madrid: Madring soll für 2027 geändert werden
Der Madring steht nach seinem Formel-1-Debüt vor möglichen Änderungen: Die FIA hat den Veranstaltern bereits konkrete Empfehlungen gegeben
Der neue Madring in Madrid soll bereits zur Formel-1-Saison 2027 überarbeitet werden. Nach dem wenig ereignisreichen Debüt des Stadtkurses haben die Veranstalter angekündigt, das Layout gezielt anzupassen, um künftig mehr Überholmanöver zu ermöglichen. Unterstützung gibt es dabei von der FIA.
Luis Garcia Abad, Geschäftsführer der Veranstaltung, bestätigte nach dem ersten Rennen gegenüber Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com, dass die Organisatoren offen für Änderungen seien. Da der Kurs für 2027 ohnehin erneut aufgebaut werden muss, sieht er gute Voraussetzungen für Anpassungen.
"Um ehrlich zu sein, hat die FIA klar definiert, wie man das Streckenlayout verbessern kann, und wir werden dafür offen sein, denn wir müssen die Strecke für das nächste Jahr ohnehin wieder aufbauen", erklärt Abad. Gleichzeitig fällt sein Fazit zum ersten Rennwochenende nicht ausschließlich negativ aus.
Vor allem das Qualifying habe aus seiner Sicht gezeigt, dass der Madring fahrerisch einiges zu bieten hat: "Ich glaube wirklich, dass die Fahrer das Qualifying sehr genossen haben. Aber natürlich werden wir versuchen, Verbesserungen vorzunehmen."
Anspruchsvoller Kurs, aber kaum Überholmöglichkeiten
Der rund 5,4 Kilometer lange Kurs rund um das IFEMA-Messegelände überzeugte die Fahrer und Teams bei seinem Debüt vor allem durch seine Infrastruktur und die anspruchsvolle Streckencharakteristik. Die Kombination aus mittelschnellen und schnellen Kurven sorgte insbesondere im Qualifying für spannende Szenen.
Im Rennen zeigte sich jedoch ein grundlegendes Problem: Es fehlten klare Möglichkeiten für Überholmanöver. Das betraf nicht nur die Formel 1, sondern auch die Rennen der Formel 2 und Formel 3. Der erste Grand Prix auf dem neuen Kurs entwickelte sich dadurch über weite Strecken zu einer Prozession.
Als wichtigste Überholstelle war unter anderem die Schikane in Kurve 5 vorgesehen. Sie folgt auf die längste Gerade des Kurses und sollte den Fahrern eine gute Gelegenheit bieten. In der Praxis erwies sich die Kombination jedoch als problematisch.
Ein zentraler Kritikpunkt der Fahrer betrifft die vielen Kurveneinfahrten, bei denen gleichzeitig gebremst und gelenkt werden muss. Dadurch kann der vorausfahrende Fahrer relativ einfach seine Position verteidigen. Genau dieses Problem wurde bereits bei der Fahrerbesprechung am Freitagabend angesprochen.
Auch die lange Boxengasse steht in der Kritik. Sie macht alternative Boxenstoppstrategien weniger attraktiv, weil ein zusätzlicher Aufenthalt in der Box besonders viel Zeit kostet.
Veranstalter sehen großes Potenzial für Änderungen
Abad sieht trotz der Kritik erheblichen Spielraum. Anders als bei vielen klassischen Stadtkursen wurde ein großer Teil des Madring auf bislang unbebautem Gelände neu entwickelt. Bestimmte Abschnitte könnten vergleichsweise umfassend verändert werden.
"Wir haben den Platz, wir haben die Location, wir haben die Infrastruktur und wir haben die Kapazitäten, das umzusetzen", sagt Abad. Dabei kündigt er eine enge Zusammenarbeit an: "Ich bin mir sicher, dass FOM, FIA und wir selbst es versuchen werden. Wenn wir etwas verbessern können, werden wir es tun."
Der Madring ist langfristig an die Formel 1 gebunden. Das erste Rennen war der Auftakt eines Zehnjahresvertrags. Entsprechend haben die Organisatoren ausreichend Zeit, das Konzept weiterzuentwickeln und auf die Erkenntnisse zu reagieren.
Norris übt Kritik: "Keine großartige Rennstrecke"
Weltmeister Lando Norris sieht ebenfalls konkreten Verbesserungsbedarf. Der McLaren-Pilot, der beim ersten Madring-Qualifying die Pole holte, lobte zwar die Strecke für eine schnelle Runde, zeigte sich vom Rennlayout jedoch weniger überzeugt. "Für mich ist es keine großartige Rennstrecke", so sein Urteil.
"Im Qualifying ist sie großartig, aber eine Gerade von Kurve 17 direkt bis Kurve 20 [würde helfen], dazu eine deutlich breitere Kurveneinfahrt wie in Kurve 1 oder Kurve 10 in Austin, also eine große Haarnadelkurve. Damit würde man viel bessere Möglichkeiten für alle schaffen und das Rennen würde mehr Spaß machen."
Norris sieht dabei sowohl vergleichsweise einfache als auch kompliziertere Ansatzpunkte, "wie bei den Kurven 5, 6 und 7", sagt er. "Es ist schwer zu wissen, was genau die beste Lösung wäre. Die Tatsache, dass man gleichzeitig lenken und bremsen muss, macht im Grunde den gesamten Sinn des Rennens zunichte."

















