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Teil 13: Lasst die Fäuste sprechen

Michi Gamauf

Deutschland 1982: Piquet"s Strategie war clever - nur sollte man auch auf Nachzügler achten

Nelson Piquet galt als der schnellste und beste Pilot der 80er Jahre - bis Alain Prost und Ayrton Senna auf der Bildfläche erschienen.

Dass der Brasilianer auch sein südamerikanisches Temperament auf die Strecke mitnahm, zeigt folgende Story:

Piquet startete die Saison 1982 als Weltmeister. Sein Speed war phänomenal, die Konkurrenz konnte kaum mithalten.

Beim Grand Prix von Deutschland in Hockenheim entschied sich sein Brabham Team für eine schon fast vergessene Rennvariante: Man schickte Piquet mit halbvollen Tanks und weichen Reifen ins Rennen, um für den unvermeidlichen Boxenstop ausreichend Vorsprung herauszuarbeiten. Dazu war es nötig, ständig am Limit zu fahren: Ideal für den Ausnahmekönner.

Die Strategie schien aufzugehen: Piquet hatte eine komfortable Führung, als nach nur 18 Runden Eliseo Salazar auf ATS zur Überrundung anstand. Doch dann passierte es: In der Schikane der Ostkurve kam es zu einer von beiden durchaus vermeidbaren Kollision. Beide Piloten waren aus dem Rennen.

Piquet stürzte auf Salazar zu, wechselte die Sportart und fing mit dem Chilenen einen Boxkampf an. Millionen TV-Zuschauer verfolgten die Rauferei auf ihren Bildschirmen.

Nelson Piquet ergänzte seine Fausthiebe auch noch durch Fußtritte, bis ein Streckenposten der zirkusreifen Vorstellung ein Ende setzte.

Interessanterweise kamen damals beide Fahrer ohne Strafen davon. Der Sieger Patrick Tambay ging in dem Trubel allerdings unter.

Für Nelson Piquet nahm die Saison einen unerfreulichen Verlauf: 1982 wurde der Brasilianer mit 20 WM-Punkten nur Elfter - um im Jahr darauf seinen zweiten WM-Titel einzufahren.

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