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Reifen-Desaster?

Nach ersten Tests mit den neuen Michelin-Reifen für 2005 zeigen sich einige Piloten alles andere als begeistert, bis hin zu desaströs geht die Beurteilung...

Während sich die F1-Teams noch immer uneinig über eine neue Motoren-Formel sind, wurden die anderen beiden Teile der von FIA-Präsident Max Mosley vorgeschlagenen Regeländerungen, nämliche jene die den Aerodynamik- und Reifensektor betreffen, weitestgehend ohne Gegenwehr angenommen.

Nach dem ersten großen Reifentests für das Jahr 2005, in welchem den Fahrern nur noch zwei Reifensätze pro Grand Prix Wochenende zur Verfügung stehen sollen, machte sich in Jerez de la Frontera allerdings die große Ernüchterung breit.

„Ich denke, dass der Reifentest nicht sehr aufschlussreich war, da wir noch nicht das komplette 2005er Paket hatten. Ich weiß nicht genau was ich davon halten soll“, zeigte sich McLaren-Tester Alex Wurz noch unschlüssig.

Noch drastischer ging ein lieber unbenannt bleiben wollender Pilot mit den neuen Gummis ins Gericht: „Ich bin absolut unglücklich. Sie sind auf der ersten Runde genauso schnell wie die aktuellen Reifen und dann fällt ihre Performance extrem ab“, wird jener Fahrer von unseren Kollegen des Autosport Magazines zitiert. Die Reifen stellen für ihn dabei ein „Desaster“ dar.

Dieser Aussage zu Folge würden die neuen Reifen die Zielsetzung die FIA die Autos einzubremsen nur im Rennen, aber nicht im Qualifying, erfüllen.

Ferraris Technikchef Ross Brawn, dessen Piloten gestern nicht in Jerez, sondern im heimischen Fiorano testeten, betonte derweil noch einen anderen Punkt: „Auf einigen Strecken wird es keinen Unterschied machen“, so Brawn in Japan.

„Nehmen wir beispielsweise Kanada, wo wir wahrscheinlich das gesamte Rennen mit den diesjährigen Reifen hätten bestreiten können, da der Reifenabrieb dort sehr gering ist. Aber wenn wir Barcelona anschauen, wo wir aufgrund der Abnutzung drei Reifensätze brauchen, dann wird es eine große Herausforderung.“

Eine Herausforderung welcher sich die Japaner von Bridgestone natürlich stellen werden. „Ein Reifensatz muss im nächsten Jahr rund 330 km halten“, weiß Bridgestone-Entwicklungschef Hirohide Hamashima. „Deshalb wird die Haltbarkeit in Frage gestellt, aber in einem Rennen möchte man auch schnell sein, weswegen wir die Daten aus dieser Saison genau analysieren und den idealen Reifen für die neuen Regeln entwickeln müssen.“

Einen ersten Vorgeschmack auf diese neue Reifengeneration erhielt die Formel 1 beim Großen Preis von Ungarn in Budapest. „Dieser Reifentyp war einer der Reifen, die wir im nächsten Jahr verwenden möchten“, so Hamashima.

„Wir werden die Daten überprüfen, damit wir uns noch mehr verbessern können.“ Keine wohl klingenden Worte für die französische Konkurrenz aus Clermont-Ferrand. Denn auf dem Hungaroring wurden, im Gegensatz zum Vorjahr, diese Saison die Michelin-Teams von Ferrari vorgeführt...

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